Diesen extra Push hatten stattdessen die Gastgeber, die mit zunehmender Spieldauer immer besser in die Partie fanden und dabei auch von einem stark verbesserten Unterzahlspiel profitierten. Ein Faktor war dabei auch die Rückkehr von Verteidiger Alexander Romanov. Der Russe hatte seit 1. April mit einer Oberkörperverletzung aussetzen müssen. In 15:25 Minuten Eiszeit hatte er am Ende eine Bilanz von plus drei und vier Hits.
In Spiel eins hatten zwei Überzahltore der Hurricanes noch den Unterschied gemacht. Jetzt hatten die Islanders viermal einen Spieler weniger auf dem Eis, viermal hielten sie dabei den Kasten sauber. Allein in den ersten 30 Minuten der Partie war die Unterzahleinheit dreimal gefordert. Torwart Ilya Sorokin war dabei ebenfalls ein sicherer Rückhalt. Er hatte am Ende 30 Saves auf dem Konto.
Das habe schon an den Penaltykillern genagt. "Wir wollen besser sein als das", meinte Islanders-Stürmer Casey Cizikas zur Leistung in Spiel eins. "Wir haben viel daran gearbeitet." Das bringe viel Momentum fürs Team. Cizikas war es auch, der quasi direkt im Anschluss an die dritte überstandene Unterzahlsituation der Gastgeber diese in Führung brachte. Weil Ryan Pulock die Scheibe im Angriffsdrittel hielt und dann mustergültig mit der Rückhand den Teamkollegen bediente, der direkt abzog und Raanta überwand (33.).
"Der Pass war unglaublich. Ich glaube nicht mal, dass er mich gesehen hat. Aber er hat diesen wunderbaren Pass gespielt, und ich habe die Scheibe dann über die Schulter des Keepers gebracht", beschrieb Cizikas die Situation. Die Fans der Islanders und auch die Spieler jubelten wenig später sogar schon ein zweites Mal, doch Hurricanes-Stürmer Seth Jarvis rettete beim Schuss von Hudson Fasching für seinen geschlagenen Keeper auf der Linie.
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Stattdessen fiel auf der anderen Seite der Ausgleich. Routinier Jordan Staal erkannte nach einem Scheibenverlust der Islanders in der Vorwärtsbewegung die Situation, machte das Spiel schnell, und Jesper Fast schloss den Konter in Unterzahl ab (37.). Da war die Welt bei den Gästen, die auf den verletzten Teuvo Teravainen (Handbruch) verzichten mussten und stattdessen Jesse Puljujarvi einsetzten, wieder in Ordnung.
Nach dem zweiten Seitenwechsel waren die Islanders dann das deutlich aktivere Team. 17:7 Torschüsse zu ihren Gunsten im Schlussabschnitt sprechen eine deutliche Sprache. Doch die eingangs erwähnte Geduld war nun wieder von den Islanders-Fans gefordert, weil sich ihr Team zwar redlich mühte, der Puck aber zunächst nicht über die Linie wollte.
Der starke Schlussspurt der Islanders war dann eng mit dem Namen Kyle Palmieri verknüpft. Der Stürmer erlöste zunächst mit seinem Treffer zum 2:1 Fans und Verantwortliche auf der Bank (57.), als er einen Schuss von Sebastian Aho gekonnt abfälschte. "Ein enorm wichtiger Treffer", befand der Schütze. "Es war ein enges Spiel, und es tut gut, daraus als Sieger hervorzugehen."