110723 maple leafs celebrate

Nach vier Niederlagen am Stück und zwei von acht möglichen Punkten hang der Haussegen bei den Toronto Maple Leafs vor ihrer Heimpartie gegen die Tampa Bay Lightning schief, doch die Mannen von Trainer Sheldon Keefe waren am Montag in der Lage die Missstimmung zu beruhigen. Nach einer furiosen Aufholjagd bezwangen sie ihre Gäste aus Florida mit 6:5 nach Verlängerung und schlossen nach Punkten (6-4-2; 14 Pkt.) im Klassement der Atlantic Division mit den drittplatzierten Lightning (5-3-4) gleich.

Dabei hatte es zunächst gar nicht gut für das kanadische Traditionsteam ausgesehen. Zwar konnte sie Matthew Knies in der vierten Minute mit 1:0 in Front schießen, doch was folgte waren vier Treffer der Lightning in Folge durch Victor Hedman, Doppelpacker Nikita Kucherov und Brayden Point, so dass die Maple Leafs mit einem 1:4-Rückstand und hängenden Köpfen in die erste Pause gehen mussten. 

"Nach dem ersten Drittel, dem Ärger und den Buhrufen, die uns entgegenschlugen, war es wichtig eine Reaktion zu zeigen. Ich wollte nicht, dass die Zuschauer schon schlafen gehen", schilderte Auston Matthews die Stimmung nach den ersten 20 Minuten.

Keefes Pausenpredigt verfehlte ihre Wirkung nicht und mit Auston Matthews hatten die Maple Leafs einen Mann in ihren Reihen, der das Gesagte auf dem Eis postwendend umzusetzen wusste.

"Ich glaube nicht, dass jemand in der Pause geschmollt hat. Jeder war einfach nur erpicht darauf, wieder da rauszugehen und den Leuten zu beweisen, dass sie falsch lagen, und einfach gut zu spielen, es einfach zu halten und unsere Stärken auszuspielen. Jeder hat sich heute eingebracht und jeder hat einen tollen Job gemacht", so Knies.

142 Sekunden waren im Mittelabschnitt absolviert als der Matthews erstmals zuschlug. Die Maple Leafs setzten sich im Drittel ihrer Gäste fest, die Scheibe landete über Mitchell Marner und TJ Brodie bei dem 26-jährigen Center im oberen Slot und er traf mit einem Distanzschuss durch Freund und Feind hindurch zum 2:4. Knapp 3 1/2 Minuten später nahm Matthews seinen zweiten Pfeil aus dem Köcher. Diesmal wurde er bei einem schnell vorgetragenen Angriff von Knies mustergültig bedient und hatte wenig Mühe aus kurzer Distanz Gästetorwart Jonas Johansson zu bezwingen.

"Das Ergebnis hilft natürlich. Auch wenn wir heute Abend nicht gewonnen hätten, ginge ich mit einem guten Gefühl nach Hause. Das zweite Drittel war für mich das beste Drittel, das wir in dieser Saison gespielt haben", konstatierte Keefe.

Auch im Schlussdrittel erwischten die Maple Leafs einen Traumstart. Nach 115 Sekunden in diesem Durchgang brachten sie Calle Jarnkrok und Marner binnen acht Sekunden erstmals in diesem Schlagabtausch in Führung. Für Marner war es das 15. 4-Punkte-Spiel in seiner NHL-Karriere, die in der Spielzeit 2016/17 begann. Seitdem konnten nur Connor McDavid (31), Nikita Kucherov (23), Leon Draisaitl (22), Mikko Rantanen (19), Nathan MacKinnon (16) und Artemi Panarin (16) mehr 4-Punkte-Spiele als der 26-jährige Rechtsaußen verbuchen.

Brandon Hagel rettete die Lightning mit dem 5:5 spät im dritten Drittel zwar noch in die Verlängerung, doch diese währte nur 46 Sekunden bevor Jarnkrok mit seinem zweiten Treffer Toronto den Zusatzpunkt sicherte.

"Ich denke nicht, dass wir im ersten Drittel so schlecht gespielt haben, sie hatten zwei Powerplay-Tore. Als wir mit einem 1:4-Rückstand ins zweite Drittel gingen, hatten wir wohl unsere bisher beste Phase in dieser Saison. Im dritten Drittel haben wir ebenfalls gut gespielt. Ich denke, wir hätten den Sieg schon in der regulären Spielzeit verdient, aber wir haben ihn in der Verlängerung geschafft", freute sich der Siegtorschütze über den doppelten Punktgewinn.

Die Maple Leafs sind damit das vierte Team in der laufenden Spielzeit, das einen Comeback-Sieg nach einem 3-Tore-Rückstand feiern konnte. Vor ihnen war ein solcher den Minnesota Wild, Los Angeles Kings und Carolina Hurricanes gelungen.

Den Maple Leafs bereitete der Verlauf der Partie ein kleines Deja-vu: Als sie am 21. Oktober erstmals in dieser Saison auf die Lightning trafen, waren sie mit zwei Niederlagen im Gepäck in Tampa angetreten, gerieten nach einer 1:0-Führung mit 1:3 ins Hintertreffen und entschieden die Partie am Ende mit 4:3 n.V. für sich.

Auch in den Stanley Cup Playoffs im vergangenen Frühjahr konnten sich die Maple Leafs gegen Tampa Bay durchsetzen. In der ersten Runde gaben sie den Lightning mit 4:2-Siegen das Nachsehen, entschieden auswärts drei Spiele in der Overtime für sich und zogen erstmals seit 2004 in die zweite Playoff-Runde ein. Man könnte fast den Eindruck gewinnen als würden die Maple Leafs in jüngster Zeit eigene Widrigkeiten auf Kosten der Lightning überwinden.

Die kommenden Herausforderungen der Maple Leafs sind nicht die Lightning, sondern drei innerkanadische Duelle mit den Ottawa Senators, Calgary Flames und Vancouver Canucks, die sich am Mittwoch, Freitag und Samstag die Ehre in der Scotiabank Arena geben.

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