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Der Trend der Sharks zeigt wieder nach oben

Nach einem schwachen Saisonstart geben Couture, Jones und starke Special Teams die Richtung vor

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Seit der Jahrtausendwende zählen die San Jose Sharks zu den stärksten Teams in der Western Conference, die Sharks sind eine feste Größe in der Pacific Division. Es ist ihr selbstgesetztes Ziel, jährlich um den Divisionstitel mitzuspielen. In den 16 Spielzeiten seit der Saison 2000/01 verpasste die an der San Francisco Bay beheimatete Franchise nur zweimal, in den Jahren 2002 und 2015, die Stanley Cup Playoffs. Im selben Zeitraum wurden die Sharks sechsmal Divisionschampion, belegten sie viermal den zweiten und dreimal den dritten Platz.

Auch in der laufenden Saison hegt die Organisation Ambitionen auf einen Spitzenplatz unter den Teams an der Westküste. Doch die Konkurrenz kam besser aus den Startlöchern als die Nordkalifornier. Die Sharks nehmen mit einer Bilanz von 4-4-0 und acht gewonnenen Zählern den vierten Rang in der Pacific Division ein. Einen Grund zur Panik gibt es deswegen nicht. Das Team von Headcoach Peter DeBoer hat mittlerweile, nachdem es drei seiner ersten vier Heimspiele verloren hatte, zurück in die Erfolgsspur gefunden. Nicht nur die sechs gewonnenen Punkte aus den vergangenen vier Auftritten, wovon sie die drei letzten in fremden Arenen bestreiten mussten, geben ausreichend Grund, an einen erfolgreichen Saisonverlauf der Sharks zu glauben.

San Joses Special Teams lassen nur wenige Wünsche offen. Ihre Powerplay-Erfolgsquote von 22,6 Prozent ist die viertbeste unter den Teams der Western Conference und auch ihr Unterzahlspiel gab keinen Anlass zu Tadel. In der Nacht von Montag auf Dienstag überstanden die Sharks im Madison Square Garden von Manhattan gegen die New York Rangers sechs Unterzahlsituationen und entführten mit 4:1 Toren beide Punkte aus der schillernden Metropole der Superlative.

Video: SJS@NYR: Donskoi trifft am langen Pfosten

Die Sharks zeigen sich lernfähig: Im Saisonauftaktmatch, das sie gegen die Philadelphia Flyers mit 3:5 verloren, kassierten sie noch drei Tore bei nummerischer Unterlegenheit. In den ersten drei Partien auf ihrer Ostküstentour standen sie 13 Mal mit weniger Mann auf dem Eis und hielten sich dabei schadlos. Gegenüber NHL.com zeigte sich DeBoer mit den effektiven Vorstellungen seiner Unterzahlformationen zwar zufrieden, hatte aber auch einiges zu bemängeln: "Unser Penalty Killing war gut, doch du kannst nicht antreten, sechs oder sieben Strafminuten kassieren und dir dann erhoffen, dass du gewinnst. Wir hatten Glück, dass unser Torwart heute Abend so gut war. Wir können uns glücklich schätzen."

Apropos Torwart. Martin Jones, der sich in einer bestechenden Form befindet, hatte nach der Partie viel Lob für seine Vorderleute übrig: "Wir wollten nicht so viele Strafen ziehen, doch unser Penalty Killing war überragend."

Die Sharks haben mit dem aus North Vancouver stammenden Schlussmann im Kasten viermal in Folge gewonnen - bei den beiden Niederlagen gegen die New York Islanders am 14. und 21. Oktober (1:3; 3:5) hatte jeweils Aaron Dell den Vorzug gegenüber Jones bekommen. Jones musste sich bei den vier Siegen nur fünfmal geschlagen geben und brachte es dabei auf eine beeindruckende Rettungsquote von 95,7 Prozent. Am vergangenen Freitag beim 3:0 Erfolg über die New Jersey Devils im Prudential Center von Newark durfte sich der 27-Jährige sogar über einen Shutout, den 16. in seiner NHL-Karriere, freuen.

Im Spiel nach vorne überzeugt Logan Couture. San Joses Erstrundenpick (Nr. 9) vom NHL Draft 2007 brachte es in den letzten vier Partien auf sechs Tore und drei Assists. Bei der 3:5 Pleite in Brooklyn gegen die Islanders sorgte er für die drei Treffer der Kalifornier und beim Sieg gegen die Rangers gelang ihm nicht nur das frühe 1:0, sondern er ebnete mit einer Vorlage den Weg zur vorentscheidenden 4:0 Führung durch Melker Karlsson. Couture zählt zweifelsfrei zu den torgefährlichsten, wenn nicht sogar zu den besten Centern in der NHL.

Der 28-Jährige führt momentan sogar mit sieben Toren in sieben Spielen die Torschützenliste unter den Centern an - er spielt in einer Liga mit einem Steven Stamkos von den Tampa Bay Lightning, einem Nicklas Backstrom von den Washington Capitals oder einem Auston Matthews von den Toronto Maple Leafs. "Wenn er gesund ist, dann ist er ein äußerst effektiver Spieler. Uns Jungs in der Kabine überrascht das keineswegs", ließ Jones wissen.

Unter Berücksichtigung, dass mit dem US-Amerikaner slowakischer Herkunft Kevin Labanc (3 Tore, 3 Assists) und dem Herisauer Timo Meier (1 Tor, 1 Assist) zwei talentierte Rechtsaußen, die das 22. Lebensjahr noch nicht vollendet und viel Potenzial haben, im Kader stehen, sieht die Zukunft der Sharks wahrlich rosig aus. Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis sie sich in der Tabelle der Pacific Division unter den Top 3 wiederfinden werden.

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