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Devin Setoguchi will Deutscher Meister werden

Der 30-jährige Kanadier will den Mannheimer Adlern zum siebten Titel verhelfen

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

In der neuen Saison wollen wir von NHL.com/de neue Wege gehen und unseren Horizont erweitern. In dem Rahmen werden wir während dieser Spielzeit jeden zweiten Dienstag einen Blick über den großen Teich wagen und uns auch den europäischen Ligen widmen. Wie ergeht es ehemaligen NHL-Spielern dort? Welche Nachwuchstalente könnte man in Zukunft in der NHL sehen? In der ersten Ausgabe widmen wir uns den Adlern Mannheim aus der DEL und ihrem Neuzugang Devin Setoguchi.

Im Kader der Adler treten einige bekannte Namen auf, die teilweise langjährige Praxis in der besten Liga der Welt aufweisen können. Kein Wunder also, dass sie auch diese Saison wieder zum Favoritenkreis in der höchsten deutschen Spielklasse gehören und derzeit auf Rang vier liegen. Doch nicht nur auf nationalem Niveau mischen die Adler ganz vorne mit, genauso in der Champions Hockey League haben sie richtig Fahrt aufgenommen. In Gruppe D konnten sie in den ersten fünf Spielen vier Siege einfahren und haben sich damit bereits vorzeitig für die Playoffs des europäischen Titels qualifiziert.

Vor allem dort, auf internationalem Eis, konnten sich die ehemaligen NHL-Spieler in Diensten der Kurpfälzer ins Rampenlicht spielen. Der größte Name ist dabei sicherlich Devin Setoguchi. Der 30-jährige Kanadier steht seit diesem Sommer erstmals in der Deutschen Eishockey Liga unter Vertrag und ist wohl eine der spektakulärsten Verpflichtungen der letzten Jahre. Er hatte sich in der NHL eigentlich durchgesetzt, war ein solider Torschütze und Scorer, der unter anderem mit Joe Thornton in einer Reihe bei den San Jose Sharks spielte.

Dann ging es jedoch bergab mit seinen Leistungen, Setoguchi litt unter Depressionen und flüchtete sich in den Alkohol und Drogen. Mit Unterstützung seines guten Freundes Thornton schaffte er es jedoch, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. In der NHL konnte er sich dennoch nicht wieder festsetzen.

"Ich stehe dazu, was ich damals gemacht habe", erklärte er jüngst gegenüber der Rhein-Neckar-Zeitung. "Es hat sich aber längst alles zum Guten verändert, ich bin seit zwei Jahren trocken. Wichtig ist mir, mit meiner Familie ein geordnetes Leben zu führen."

Video: CGY@LAK: Setoguchi mit seinem zweiten Tor des Abends

Nun will er auch sportlich wieder zu Erfolgen kommen und sieht seine Chance dazu in Mannheim. "Ich möchte Meister werden. Deshalb bin ich hier." Mit einem weiteren Titel würden die Adler mit Rekordmeister Berlin gleichziehen.

Setoguchi hat bereits begonnen seinen Beitrag zu leisten. In der Champions Hockey League steht er mit sieben Punkten (zwei Tore, fünf Assists) auf Rang eins seines Teams. In der DEL erzielte er bisher vier Tore und sieben Punkte. Damit liegt er zwar nicht an der Spitze seiner Mannschaft, doch er hat eine gute Ausrede weswegen nicht. Seine Frau brachte vor kurzem den ersten gemeinsamen Sohn zur Welt und er befindet sich derzeit im Urlaub in den USA bei seiner Familie.

Doch auch im Team scheint er sich wohl zu fühlen, schließlich hat er nicht nur weitere NHL-Spieler wie Carlo Colaiacovo und Luke Adam an seiner Seite, sondern auch seinen ehemaligen Mitspieler von den Sharks Marcel Goc, der sich über den Neuzugang besonders freute: "Devin ist schnell und hat einen ansatzlosen Schuss, nach meinen Beobachtungen hat er nichts von seiner Klasse eingebüßt, obwohl fast zehn Jahre seit unserer gemeinsamen Zeit vergangen sind."

Auch hinter der Bande steht ein alter Bekannter, der jedoch stets als Setoguchis Gegner auf das Eis ging. Jochen Hecht, Co-Trainer der Adler, bestritt selbst 833 Spiele für die Buffalo Sabres, St. Louis Blues und die Edmonton Oilers. Er ist ebenfalls von dem Zugang überaus begeistert: "Er ist ein harter Arbeiter mit einem guten Schuss. Er hat Zug zum Tor, steht seinen Mann, verteilt in den Ecken auch mal einen Check."

Wenn Setoguchi aus den USA zurückkehrt, wird er sicherlich wieder voll angreifen und alles tun, um Mannheim zum siebten Titel zu verhelfen und wer weiß, vielleicht kann er sich mit ein oder zwei guten Jahren in der DEL doch nochmal für die Elite in Nordamerika empfehlen.

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