080623 Sebastian Aho CAR

Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga mit Blick auf die Saison 2023/24 unter die Lupe. Die zweiteilige Bestandsaufnahme besteht aus einer Analyse der wichtigsten personellen Veränderungen, der Schlüsselspieler, den Stärken und Schwächen, der Playoff-Chancen und einem gesonderten Spielerporträt.

In dieser Ausgabe: Sebastian Aho von den Carolina Hurricanes

In Raleigh entwickelt sich was. Seit Jahren schon gehören die Carolina Hurricanes zum erweiterten Kreis der Favoriten in der NHL. Mit dem Gewinn eines zweiten Stanley Cups nach 2006 hat es bisher aber noch nicht geklappt. In der Saison 2022/23 scheiterten die Hurricanes im Eastern Conference Finale deutlich mit 0:4 am Überraschungsteam der Florida Panthers. In Carolina sorgte das für reichlich Frust. Doch mit ein paar Wochen Abstand, richtete sich der Blick aller Beteiligten wieder nach vorne, so dass neue Motivation wuchs, der Optimismus ins Team zurückkehrte.

Dies äußerte sich durch die Tatsache, dass Sebastian Aho im Juli seinen Vertrag mit der Organisation vorzeitig um acht weitere Jahre verlängerte. Der Finne steht vor seiner achten Spielzeit mit dem Team und wird durch diese Ausweitung seines Engagements in den kommenden Jahren eine prägende Figur der Hurricanes bleiben. Sein neues Arbeitspapier wird zur Spielzeit 2024/25 Gültigkeit erlangen und ihm insgesamt 78 Millionen US-Dollar einbringen. "Das war eine tolle Sache", freute sich Aho. "Es ist etwas Besonderes seinen Geburtstag und einen neuen Vertrag mit den Hurricanes an einem Tag feiern zu können", gab der Finne an seinem 26. Geburtstag zu Protokoll.

Aho, der im kommenden Sommer zum unrestricted Free Agent hätte werden können, entschied sich ganz bewusst für einen Verbleib in Raleigh, um den erfolgreichen Weg der vergangenen Jahre, dem die ganz große Krönung bisher noch verwehrt blieb, in Zukunft zu einem glücklichen Ende zu bringen. Und da die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit einen durchschnittlichen Jahressalär von 9,75 Millionen US-Dollar bis 2031/32 für beide Seiten stimmten, einigten sich Organisation und Angreifer vorzeitig darauf. diesen Weg weiterhin gemeinsam zu verfolgen.

Ahos Top-5-Tore der Saison 2022/23

Nach sieben gemeinsamen Spielzeiten in Carolina sahen weder die Hurricanes noch Aho einen Grund, um an der gemeinsamen Zusammenarbeit in absehbarer Zeit etwas zu ändern. Das gemeinsame Ansinnen einer langfristigen Vertragsverlängerung bereits in diesem Sommer wurde bei Aho zudem durch die Tatsache unterstützt, dass die Mannschaft in der Offseason mit den Verteidigern Dmitry Orlov (zwei Jahre, 15,5 Mio. Dollar) und Tony DeAngelo (ein Jahr, 1,675 Mio. Dollar) sowie den Stürmern Michael Bunting (drei Jahre, 13,5 Mio. Dollar) und Brendan Lemieux (ein Jahr, 800.000 Dollar) namhafte Verstärkungen vom Free Agent Markt erhielt.

"Für mich ist dies auf dem Papier das beste Team, das wir je hatten", erklärte Aho. "Ich denke, wir haben in vielerlei Hinsicht ein wirklich fähiges Team, und das ist natürlich einer der Gründe, warum mir die Entscheidung leicht gefallen ist, denn General Manager Don Waddell und Eigentümer Tom Dundon bauen hier ein wirklich gutes Team auf. Als Spieler kann man vom Team eigentlich nur verlangen, dass man die Chance hat zu gewinnen, und wir haben hier definitiv sogar die Möglichkeit, das beste Team der Liga zu sein."

Es stand laut allen Beteiligten nie ernsthaft in Frage, dass Aho und die Hurricanes ihre gemeinsame Beziehung über den kommenden Sommer hinaus fortsetzen würden, die einst begann, als das Franchise den talentierten Stürmer in der zweiten Runde (Position 35) des NHL Draft 2015 auswählte.

Längst vergessen sind inzwischen auch die Zeiten, als es zwischen beiden Parteien mächtig knirschte, nachdem Aho im Jahre 2019 als restricted Free Agent ein Angebot der Montreal Canadiens per 'Offer Sheet' über fünf Jahre und 42,27 Millionen US-Dollar erhielt, die Hurricanes dieses Angebot aber konterten und Aho so zum Verbleib zwangen. Seitdem ist Aho sportlich noch deutlich wichtiger für die Hurricanes geworden. In der vergangenen Saison war er mit 36 Toren zum sechsten Mal in Folge der erfolgreichste Torjäger des Teams und mit 67 Punkten der zweitbeste Scorer in Carolina hinter Martin Necas (71).

Necas' Top-5-Tore der Saison 2022/23

Insgesamt war es ein arbeitsreicher Sommer für General Manager Waddell. Die Vertragsverlängerung mit Aho war längst nicht die einzige richtungsweise Entscheidung im Klub. In Raleigh wurden zudem die Arbeitspapiere von Kapitän Jordan Staal (vier Jahre, 11,6 Millionen Dollar), Stürmer Jesper Fast (zwei Jahre, 4,8 Millionen Dollar) und den Torhütern Frederik Andersen (zwei Jahre, 6,8 Millionen Dollar) und Antti Raanta (ein Jahr, 1,5 Millionen Dollar) verlängert.

"Wenn man sich anschaut, was wir alles auf die Beine gestellt haben, ist die Verlängerung mit Sebastian absolut die wichtigste Entscheidung gewesen", ordnete Waddell seine Prioritäten in der Öffentlichkeit unverblümt ein. "Wir haben einige großartige Spieler, aber Sebastian war in der regulären Saison und in den Playoffs jeden Abend da. Wenn man sein Team aufbaut, wissen wir alle, dass Sebastian ein großartiger Spieler ist, aber er ist eben auch ein großartiger Mensch. Spieler wie er sind die Leute, mit denen man sich umgeben will, denn wenn es schwierig wird, sind das die Spieler, die sich reinhängen und es für einen möglich machen. Deshalb war es für uns eine leichte Entscheidung, Sebastian für acht weitere Jahre zu verpflichten."

Mit den jungen Stürmern Andrei Svechnikov und Jesperi Kotkaniemi, die ebenfalls langfristig (sechs bzw. sieben Jahre) unter Vertrag stehen, scheint Carolina bestens gerüstet, um in den kommenden Jahren um den Stanley Cup mitzuspielen. Ein Ansinnen, das auch der GM ganz offen als Zielsetzung ausgibt: "Wir sind eine Franchise, das in den kommenden Jahren nicht nur einen Cup gewinnen will. Wir wollen versuchen, zehn Cups zu gewinnen, und dann man muss sich in die Lage versetzen, jedes Jahr um den Titel zu spielen. Wir glauben, dass wir das in den kommenden Jahren schaffen können", verdeutlichte Waddell.

Ambitionierte Zielsetzungen, die auch Aho wohlwollend zur Kenntnis genommen hat. "Ich denke, dass ich hier in guten Händen bin, und jetzt möchte ich natürlich als Mensch und als Eishockeyspieler einen weiteren Schritt machen und eine noch bessere Führungspersönlichkeit sein und dem Team helfen, den Cup zu gewinnen", gab er zielstrebig und ehrgeizig die Richtung für die kommenden Jahre vor.