Was San Jose auf die Füße fallen könnte, ist die mangelnde Durchschlagskraft: In der Vorsaison hatten die Sharks mit durchschnittlich 2,57 Toren pro Spiel die drittschlechteste Offensive der gesamten NHL. Nur drei Stürmer übersprangen die Marke von 40 Scorerpunkten: Der Schweizer Timo Meier (35-41-76), sowie die beiden Mittelstürmer Tomas Hertl (30-34-64) und Couture (23-33-56). Der Angriff weist zwar eine große Tiefe auf, doch fehlt es hinter diesem Trio an Qualität in der Spitze. Die große Hoffnung: Eines der Talente schlägt unerwartet ein. Zuzutrauen wäre dies etwa William Eklund (19), Thomas Bordeleau (20) oder Scott Reedy (23).
"Ich denke, wir können ein produktiveres Team sein und das kann man durch viele unterschiedliche Wege erreichen", glaubt Quinn. "Es muss einfach jeder fünf oder zehn Prozent besser werden. Wenn uns das gelingt, dann kann es die mangelnde Offensivkraft beheben und den Unterschied ausmachen, ob wir in die Playoffs kommen oder nicht."
Doch auch in der Defensive gibt es nach dem Abgang des langjährigen Publikumsliebling Brent Burns, der zu den Carolina Hurricanes getradet wurde, viele Fragezeichen. Das gilt insbesondere für die Offensivkraft an der blauen Linie: Burns (10-44-54) war der punktbeste Verteidiger in der Vorsaison. Erik Karlsson (10-25-35), ein potenzieller Elite-Offensivverteidiger, läuft seit seiner Ankunft in San Jose im Jahr 2018 seiner Form hinterher und wurde immer wieder von Verletzungen ausgebremst. Eine größere Rolle ist dem talentierten Mario Ferraro (23) zuzutrauen. Ansonsten stehen eher Shutdown-Abwehrspieler im Kader, darunter auch die Neuzugänge Matt Benning, Scott Harrington und Markus Nutivaara.
Gut möglich, dass Grier bei der Kaderzusammenstellung bewusst auf Stabilität statt auf Produktivität gesetzt hat, immerhin blieb in den letzten Jahren auch ein Torhüter-Problem ungelöst. Für die kommende Saison bilden James Reimer (34) und Kaapo Kahkohnen (26) das Goalie-Tandem. "Mir gefällt unsere Tiefe auf der Torhüterposition", sagt Quinn zwar. Doch wie auch in der Verteidigung und im Sturm fehlt es auch hier an Qualität in der Spitze. Trotz drei Saisons ohne Playoffs hat der Umbruch bei den Sharks erst jetzt begonnen und könnte noch weitere schwere Jahre andauern.