Auch bei den Olympischen Winterspielen 2014 war Josi ein Hoffnungsträger. In der Vorrunde bezwang die Schweiz Tschechien und Lettland, unterlag dafür allerdings gegen Schweden. Kurios: Alle drei Partien endeten jeweils mit einem 1:0. In der Viertelfinal-Qualifikation kam es für die Schweiz zum erneuten Aufeinandertreffen mit Lettland. Diesmal allerdings mit dem glücklicheren Ende für die Akteure vom Baltikum. Die Letten gewannen mit 3:1. Bitter für Josi: Er blieb bei Olympia ohne Scorer-Punkt.
Wenn die Schweiz am 9. Februar 2022 das erste Vorrundenspiel gegen Russland bestreitet, wird er diese Durststrecke beenden wollen. Die weiteren Gegner sind Tschechien und Dänemark. Josi hat sein Ticket für Olympia bereits so gut wie sicher. Er wurde gemeinsam mit Nico Hischier von den New Jersey Devils und Timo Meier von den San Jose Sharks vorläufig für den Olympischen Kader nominiert. Das bedeutet: Sofern diese Spieler gesund und für die Teilnahme an den Olympischen Spielen spielberechtigt sind, werden sie in den endgültigen Mannschaftskader aufgenommen. Dieser wird im Januar 2022 bekanntgegeben.
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Josi hat bereits jetzt eine Vorstellung davon, wer im Finale um die Goldmedaille das entscheidende Tor erzielen könnte. "Nico Hischier", lautet sein Tipp. "Er ist ein wirklich guter Spieler. Und ich hoffe natürlich, dass die Schweiz gewinnt. Nico ist jetzt Kapitän in New Jersey und verfügt über eine Menge Talent und Erfahrung. Also hoffe ich, dass er es macht."
Gleichwohl könnte auch Josi selbst der Mann für die entscheidenden Tore sein. Der Verteidiger ist im Trikot der Nationalmannschaft ähnlich effektiv wie in der NHL. 64 Spiele absolvierte er bei den Großturnieren für die Schweiz, verbuchte dabei neun Tore und 24 Assists. Zwei Mal gewann er bei einer Weltmeisterschaft die Silbermedaille. Nach 2013 wiederholte sich der Triumph bei der Weltmeisterschaft 2018. Insgesamt vertrat er seine Nationalmannschaft bei acht Weltmeisterschaften.
Auch wenn er gemeinsam mit seiner Frau Ellie und seinem im Februar geborenen Sohn im fernen Nashville lebt, liegt ihm der Eishockey-Sport seines Heimatlandes am Herzen. Den Beweis erbringt er nicht nur durch seine Leistungen im Trikot der Nationalmannschaft, sondern auch durch sein Engagement beim SC Bern. Der 31-Jährige unterstützt seinen Jugendverein, bei dem er 2006/07 als Profi debütierte. Gemeinsam mit Ex-Profi Mark Streit ist Josi ein Minderheitsaktionär.
"Der SCB ist mein Herzensklub, bei dem ich mit vier schon angefangen habe, Eishockey zu spielen", erzählte er im Gespräch mit dem Blick. "Ich bin fünf Minuten vom Stadion aufgewachsen, war natürlich an jedem Heimspiel dabei. Habe alle Juniorenstufen durchlaufen, bis ich schließlich für die erste Mannschaft spielen und den Meistertitel gewinnen durfte. Bern ist meine Heimat. Dieses Engagement ist eine große Herzensangelegenheit." Nach seiner aktiven Laufbahn könne er sich sogar vorstellen, eine Funktion beim Klub einzunehmen.