DET@TBL: Mantha bringt Red Wings im 2. auf Anzeige

Am Donnerstag treten zum zweiten Mal in drei Tagen die Detroit Red Wings gegen die Tampa Bay Lightning an und es ist ein Duell, das auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnte. Das Traditionsteam und Mitglied der Original Six aus Detroit befindet sich im Neuaufbau und liegt mit sechs Punkten aus elf Spielen (2-7-2) auf dem letzten Platz der Discover Central Division. Das relativ junge Team der 1992 gegründeten Lightning gehört hingegen seit mehreren Jahren zur Elite der Liga, gewann vergangene Saison den Stanley Cup und führt die Discover Central mit 13 Punkten aus acht Spielen (6-1-1) an. Auf dem Papier ist es also ein einseitiges Duell der Gegensätze, doch vor nicht allzu langer Zeit waren die Rollen umgekehrt.

Der Platz am Ende der Tabelle ist für die Red Wings relativ neu. Bis 2016 erreichten sie 25 Mal in Folge die Stanley Cup Playoffs und gewannen den Cup dabei vier Mal. Nach und nach verabschiedeten sich aber langjährige Leistungsträger des Teams, wie Henrik Zetterberg und Pavel Datsyuk. Seitdem bemüht sich die Organisation der Red Wings um einen Neuaufbau.
Ähnliches:[Titelverteidiger Lightning in Titelform]
In genau dieser Lage waren die Lightning, als Detroit 2008 zum bisher letzten Mal den Stanley Cup holte. Zuvor hatten sie vier Mal in Folge an den Playoffs teilgenommen und sich 2004 selbst den Cup erkämpft. Von 2008 bis 2013 verpassten sie vier von fünf Mal den Einzug in die Playoffs, doch genau in dieser Zeit sicherten sie sich im Draft zwei ihrer heute wichtigsten Spieler. Kapitän Steven Stamkos war der erste Pick im NHL Draft 2008, 2009 folgte an zweiter Stelle Abwehrchef Victor Hedman.
2010 stieß eine Legende der Red Wings, Steve Yzerman, als General Manager zu den Lightning. Er hielt den Posten bis 2018 und führte die Organisation vom zwölften Platz in der Eastern Conference in der Saison 2009/10 an die Spitze der Liga. Im April 2019 kehrte er als GM an seine alte Wirkungsstätte in Detroit zurück, wo er zwei Jahrzehnte lang Kapitän war.
Die Red Wings machen ähnlich wie die Lightning vor über zehn Jahren bereits seit einigen Drafts erste wichtige Schritte. Die Erstrundenpicks Anthony Mantha, Dylan Larkin, Michael Rasmussen und Filip Zadina gehören schon zu den Leistungsträgern der Mannschaft. Joe Veleno, Moritz Seider und Lucas Raymond, die Picks der vergangenen drei Drafts, sind aktuell auf Leihbasis in der schwedischen SHL aktiv und bereiten sich dort auf den Wechsel in die NHL vor. Im Duell gegen die Lightning am Donnerstag werden diese Talente noch keinen Einfluss haben, doch für die kommenden Jahre haben die Red Wings ein Reservoir an nachrückenden Spielern mit großem Potenzial.

FLA@DET: Larkin mit der Rückhand gegen Driedger

"Ich war selbst als Spieler Teil von einigen solchen Teams, die jung sind und versuchen herauszufinden, wie die Puzzlestücke zusammenpassen", erinnerte sich Rob Zettler, einer der Assistenztrainer der Lightning. "Was ich weiß ist, dass ich Jeff Blashill kenne und er einen guten Job als Trainer dieser Mannschaft macht. Sie haben einige sehr gute Puzzlestücke, in der Offensive genauso wie in der Defensive. Sie haben Talent. Sie sind nicht weit weg."
Vom Gegner gibt es also jetzt schon Lob und Respekt. Dieser Respekt von Zettler gilt aber nicht nur für die zukünftigen Jahre, er warnte auch davor, die Red Wings im nächsten Spiel und im Lauf der Saison zu unterschätzen. Der Blick auf die Tabelle sieht vielleicht nicht beängstigend aus, wenn man gegen die Red Wings spielt, aber wenn man die Ergebnisse der einzelnen Spiele betrachtet, macht seine Warnung durchaus Sinn. Fünf ihrer neun Niederlagen wurden durch nur ein Tor Differenz entschieden, zwei davon erst nach Verlängerung. Außerdem sind sie das einzige Team, das die Carolina Hurricanes in deren ersten sieben Spielen schlagen konnte. Auch eine Spitzenmannschaft sollte die Red Wings also nicht auf die leichte Schulter nehmen.
"Ich persönlich erwarte morgen ein wirklich hartes Spiel", gab Zettler zu. "Ich denke, wir werden morgen eine ganz andere Mannschaft sehen. Unsere Einstellung als Trainer und unsere Botschaft ist immer, die Spieler daran zu erinnern, den Fuß nicht vom Gas zu nehmen. Egal gegen wen man spielt, wenn man denkt, man kann entspannt an die Sache herangehen, wird man dafür bezahlen. Ich war in einigen solchen Teams, wo es am Anfang nicht gut läuft, aber ich kann euch sagen, wenn man sich gegen sie zurücklehnt, lassen sie einen dafür bezahlen. Die Red Wings haben das Talent dafür."
Über die nächsten Jahre wollen die Red Wings wieder in die Position kommen, in der die Lightning jetzt sind: Titelverteidiger, Titelanwärter und Favorit, der von der Konkurrenz gejagt wird. Diese Saison wird daraus sicherlich noch nichts, aber die jungen und hungrigen Spieler aus Detroit haben bereits früh in der Saison bewiesen, dass sie für Überraschungen gut sind und die nötige Motivation haben, um auch den großen Teams ein Bein zu stellen.