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Perfekter Einstand für Jim Hiller: Der neue Trainer der Los Angeles Kings feierte in seinem ersten Spiel als NHL-Headcoach am Samstagabend in der Crypto.com Arena einen 4:0-Heimsieg gegen die Edmonton Oilers. Torwart David Rittich stoppte Superstars wie Connor McDavid (zwei Torschüsse) und Leon Draisaitl (drei Torschüsse) und landete mit 26 Saves seinen ersten Saison- und fünften Karriere-Shutout in der NHL.

Hiller: „Nicht alles neu erfinden“

Hiller war als aktiver Spieler auch fünf Jahre in Deutschland für die Star Bulls Rosenheim (1996-1999) und Berlin Capitals (1999-2001) aktiv (251 DEL-Spiele, 85-133-218). Nun trat der 54-jährige Kanadier seinen ersten Headcoach-Posten in der NHL an. Zuvor hatte er fast ein Jahrzehnt als Assistenz-Trainer bei den Detroit Red Wings (ein Jahr), Toronto Maple Leafs (vier Jahre), New York Islanders (drei Jahre) und Los Angeles Kings (eineinhalb Jahre) gearbeitet.

Am 2. Februar 2024 übernahm Hiller den Posten von Vorgänger Todd McLellan, nachdem Los Angeles im Monat Januar nur drei von 15 Spielen hatte gewinnen können (3-7-5). Bis zum Jahreswechsel hatte L.A. noch zu den besten neun Teams der gesamten Liga gezählt.

„Wir hatten eine schwere Phase, also wollten wir zu dem zurückkommen, wie wir davor gespielt hatten. Es geht nicht darum, alles neu zu erfinden, sondern darum, zu den alten Stärker zurückzukehren. Heute haben wir einen Schritt in diese Richtung gemacht“, sagte Hiller nach seinem erfolgreichen Einstand.

Lange Pause, neue Einstellung

Für die Kings war es das erste Spiel seit dem 31. Januar. Grund dafür war eine in die All-Star-Pause eingewobene „Bye Week“ vom 2. bis 9. Februar. Für die Mannschaft gab es also eine Menge Zeit zum Nachdenken. Hiller gelang es außerdem, seine Mannschaft perfekt auf die offensivstarken Oilers einzustellen.

„Jimmy hatte gerade einmal zwei Trainingseinheiten mit uns, aber er hat schon seine Führungsqualitäten als Trainer gezeigt“, sagte Stürmer Quinton Byfield. „Man konnte auf dem Eis sehen, dass jeder für den anderen gespielt hat.“

Auch Pierre-Luc Dubois ist vom neuen Coach angetan. Hinter dem Power Forward lag ein schwarzer Januar mit gerade einmal sechs Scorerpunkten (3-3-6). Nun sorgte Dubois für das erste Tor unter Hiller und traf zum 1:0 im Powerplay (23.).

EDM@LAK: Dubois bringt die Kings mit einem Überzahl-Treffer auf die Anzeigetafel

„Das Trainerteam hat mich seit dem ersten Tag herausgefordert, ein besserer Spieler zu sein, der den Unterschied ausmacht“, so Dubois. „Das können Tore und Assists sein, aber auch Checks, Strafen ziehen und alle diese Dinge, die nicht jedem auffallen.“

Formstarker Byfield dreht auf

Bei den folgenden drei Toren hatte Byfield seine Hände im Spiel: Beim 2:0 gab er den Pass für Trevor Lewis (24.), das 3:0 erzielte er selbst (48.) und machte mit einem Empty-Net-Treffer zum 4:0-Endstand sein Drei-Punkte-Spiel (2-1-3) perfekt. Der 21-jährige Kanadier verlängerte damit seine persönliche Punkteserie auf fünf Spiele (4-4-8).

„Es geht um Selbstvertrauen. Das konnte ich schon die ganze Saison über aufbauen. Wenn es läuft, dann will man weitermachen, denn es fühlt sich gut an. Man hat dann Geduld, erkennt Spielzüge mit dem Puck und weiß, dass manche Dinge klappen. Das ist wichtig für mich“, erklärte Byfield. „In jedem Spiel möchte ich rausgehen und so hart arbeiten und so effektiv sein wie ich nur irgendwie kann. Die Punkte kommen dann von alleine, am wichtigsten sind aber die Siege.“

Durch den Erfolg gegen einen direkten Konkurrenten im Rennen um die Plätze für die Stanley Cup Playoffs rückten die Kings (24-15-10, 4. Pacific Division) wieder auf drei Punkte an die Oilers (30-17-1, 3. Pacific Division) heran, haben gleichzeitig aber auch nur zwei Zähler Vorsprung auf einen Nicht-Playoff-Platz.

Spannend dürfte zu beobachten sein, wie sich L.A. auf dem nun anstehenden Vier-Spiele-Roadtrip Richtung Ostküste schlägt, wo es der Reihe nach gegen die Buffalo Sabres, New Jersey Devils, Boston Bruins und Pittsburgh Penguins geht.

Oilers mit Roadtrip unzufrieden

Unzufrieden war dagegen Edmonton, das zum zweiten Mal in dieser Saison ohne eigenen Torerfolg blieb (davor beim 0:3 gegen NYR am 26. Oktober 2023). Die All-Star-Pause scheint den Oilers nicht gut getan zu haben, denn nach 16 Siegen in Serie folgte nun ein eher schwacher Kurz-Roadtrip mit zwei Niederlagen (1-2-0).

„Das war heute eines dieser Spiele, in denen wir während unserer Siegesserie wohl einen Weg gefunden hätten, zu gewinnen. Heute war es aber nicht genug“, haderte Edmontons Trainer Kris Knoblauch. „Ich muss aber auch L.A. loben, dessen Torhüter richtig gut gespielt hat.“

„Es gibt keine Entschuldigungen“, fand auch Stürmer Ryan Nugent-Hopkins klare Worte. „Wir müssen wieder zu unserem Spiel finden und in der zweiten Saisonhälfte ins Rollen kommen.“

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