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Penguins wollen den Sack zu Hause zubinden

Pittsburgh geht voller Zuversicht ins Spiel 6 der Playoff-Serie gegen die Washington Capitals

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

PITTSBURGH - Noch am Abend der 2:4-Niederlage gegen die Washington Capitals erteilte Pittsburghs Coach Mike Sullivan seinen Spielern für den folgenden spielfreien Sonntag einen klaren Auftrag. Sie sollten nach Hause fahren, die Reset-Taste drücken und ab sofort nicht mehr an das zurückliegende Match denken. Nicht etwa, weil es sich um eine unansehnliche Darbietung seiner Mannschaft handelte, sondern um den Kopf frei zu bekommen für Spiel 6 der Playoff-Serie am Montag. "Da müssen wir erneut versuchen, unsere allerbeste Leistung abzurufen", sagte er im Hinblick auf die Partie in der PPG Paints Arena.

Die Penguins halten das Heft des Handelns nach wie vor in ihren Händen, auch wenn die Capitals durch den Sieg im Verizon Center den ersten von zwei Matchbällen in der Best-of-Seven-Serie abwehrten. Ein Umstand, den die meisten Akteure des amtierenden Champions einkalkuliert hatten und daher mit Fassung tragen.

"Immerhin sind die Capitals das beste Team der Hauptrunde. Da darf man nicht erwarten, sie schon nach vier oder fünf Begegnungen aus dem Wettbewerb zu kegeln. Wir haben von vornherein mit einer harten und langen Serie gerechnet", sagte Stürmer Nick Bonino. Allerdings ließ er erkennen, dass ihm nicht der Sinn nach einer weiteren Dienstreise nach Washington steht. "Wir haben jetzt die Gelegenheit, den Sack auf eigenem Eis zuzubinden und wollen das natürlich auch tun."

Video: PIT@WSH: Sp5: Caps schießen zwei Tore in 27 Sekunden

Carl Hagelin sieht das ganz genauso. "Jetzt gehen wir nach Hause und gewinnen das Spiel in Pittsburgh", meinte der Schwede in den Katakomben der Washingtoner Arena. Er erinnerte dabei an das vergangene Jahr, als die Penguins die Capitals ebenfalls in Spiel 6 eliminierten. Entscheidend war seinerzeit ein Husarenstreich von Bonino im Powerplay zum 4:3 in der Verlängerung.

Hinzu kommt eine weitere Statistik, nach der ein Sieg der Penguins am Montag sehr wahrscheinlich ist. Seitdem dort Coach Sullivan die Verantwortung trägt, zeigten sie nach Niederlagen in den Playoffs meist eine positive Reaktion. In neun von zehn Fällen gewannen sie die darauffolgende Begegnung. Aber auch jenseits aller Zahlenspielerei gibt es mehrere Gründe für Optimismus bei den Penguins, was den weiteren Verlauf der Serie anbelangt.

Kapitän Sidney Crosby und Conor Sheary sind in dieser wichtigen Phase wieder mit an Bord. Beide spielten in Washington jeweils nach überstandener Gehirnerschütterung und verkrafteten die Belastung unter Wettbewerbsbedingungen ohne Probleme. Crosby agierte wie gewohnt als Center in der Top-Reihe mit Jake Guentzel und Patric Hornqvist an seiner Seite. Sheary lief als Linksaußen neben Center Bonino und Rechtsaußen Bryan Rust auf.

Crosby sagte nach dem Match, dass er sich gut gefühlt habe. "Wir besaßen Chancen, unsere Führung auszubauen. Das haben wir leider versäumt. Mit dem Ausgleich kamen die Capitals zurück ins Spiel und hatten das Momentum für eine gewisse Zeitspanne auf ihrer Seite. In der haben wir leider zwei weitere Gegentreffer zugelassen", fügte er hinzu.

Aus diesen Situationen müssen die Penguins nach Ansicht ihres Kapitäns die richtigen Schlüsse für das Duell am Montag ziehen. Es sei wichtig, den Puck länger in der Zone der Capitals zu halten. Dadurch generiere man automatisch mehr Chancen. "Im Angriff müssen wir sicher etwas zulegen", lautete Crosbys Einschätzung.

Nichts zu mäkeln gibt es derzeit am Penalty-Killing der Penguins. Am Samstag überstanden sie alle drei Powerplays der Capitals schadlos. Bemerkenswert war vor allem, wie souverän die Unterzahl-Formationen von Pittsburgh agierten. Sie beförderten viele Pucks nicht einfach planlos aus der eigenen Zone, sondern nutzten geschickt die gesamte Länge des Spielfeldes. Auf diese Weise mussten die Capitals oft die Scheibe von weit hinten holen und neu anlaufen. Wenn sie doch einmal gefährlich vor dem Tor auftauchten, konnten sich die Penguins auf ihren Schlussmann Marc-Andre Fleury verlassen.

Generell gelangen den Penguins am Samstag in den ersten 40 Minuten viele gute Aktionen - offensiv wie defensiv. Ein besonderes Beispiel war der Treffer zur zwischenzeitlichen 2:1-Führung durch Phil Kessel. Dem Tor voraus ging eine sehenswerte Kombination zwischen Crosby, Evgeni Malkin und dem Schützen.

Womöglich sollte Coach Sullivan seine Dienstanweisung ob solcher Szenen doch noch einmal überdenken und nur die Streichung des letzten Drittels aus dem Gedächtnis verlangen.

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