WorldsMay20

Am Nachmittag griffen die Nationalmannschaften aus Österreich und der Schweiz erneut in das Spielgeschehen bei der IIHF Eishockey-Weltmeisterschaft 2023 ein. Die DEB-Vertretung hatte am Samstag spielfrei. Während die Österreicher gegen Weltmeister Finnland nach einer ordentlichen Leistung mit 1:3 unterlagen, feierten die Eidgenossen gegen Kanada einen vielumjubelten 3:2-Erfolg.

Österreich - Finnland 1:3 (1:2/0:0/0:1)

Durch Tore von Kasperi Kapanen, Antti Suomela und Ahti Oksanen gewann Gastgeber Finnland mit 3:1 gegen Österreich und baute damit seine Siegesserie auf drei Spiele aus. Der Titelverteidiger erwischte erneut einen schwachen Start in das Spiel. Die Skandinavier haben im bisherigen Turnierverlauf noch in keinem Spiel mehr als ein Tor im ersten Drittel erzielt. Wie auch im Spiel gegen Ungarn führten die Gastgeber auch in der Nokia-Arena von Tampere nach 40 Minuten mit 2:1. Doch die Punkte einzufahren, wurde gegen aufopferungsvoll kämpfende Österreicher trotz der Führung kein Selbstläufer.

Die zweite Reihe von Trainer Jukka Jalonen mit Suomela in der Centerposition, Kapanen und Kaapo Kakko war an diesem Nachmittag unter dem Strich am effektivsten. Vizekapitän Olli Maatta steuerte zwei Assists bei. Im Tor der Finnen stand zum vierten Mal Emil Larmi.
Der österreichische Torhüter David Madlener kam erst zum dritten Mal in seiner Karriere bei einer Weltmeisterschaft zum Einsatz und glänzte bei der bisher besten Leistung seines Teams. In der österreichischen Aufstellung gab es weitere große Veränderungen. Kapitän Thomas Raffl, der mit drei Toren die österreichische Torschützenliste anführt, und Verteidiger Philipp Wimmer mussten pausieren. Für Raffl rückte Manuel Ganahl ins Team. Verteidiger David Reinbacher, mit 18 Jahren einer der aussichtsreichsten Kandidaten für den NHL Draft, kehrte in den Kader zurück, nachdem er die letzten drei Spiele wegen einer Verletzung verpasst hatte.

Nach nur 1:19 Minuten eröffnete Kapanen den finnischen Torreigen, als er Kakkos schöne Rückhandvorlage an der blauen Linie aufnahm und Madlener über den Handschuh schlug. Nach einem finnischen Turnover in der neutralen Zone überraschte Dominic Zwerger Larmi mit einem hohen Schuss in den Winkel (5.). Weniger als drei Minuten später ließ sich Suomela nicht beirren und lenkte einen Pass von Maatta durch die Beine von Madlener zur erneuten Führung Finnlands. Der österreichische Torhüter stoppte knapp zwei Minuten vor Ende des ersten Abschnitts eine hochkarätige Torchance von Mikko Lehtonen und hielt somit den Spielstand knapp.

Es folgte ein torloses Mitteldrittel. Erst in den finalen 20 Minuten erhöhten beide Mannschaften wieder die Schlagzahl. Doch trotz erhöhter Intensität konnten die Finnen Madlener zunächst aber nicht noch einmal überwinden, bis Oksanen 1:52 Minuten vor Schluss einen Handgelenkschuss über die Schulter des Österreichers zirkelte. Der österreichische Trainer Roger Bader reklamierte den Treffer, doch die Videokontrolle bestätigte, dass es sich nicht um ein Abseits handelte.

Kanada - Schweiz 2:3 (0:0/1:2/1:1)

Im Duell der beiden einzigen noch ungeschlagenen Teams der Gruppe B besiegte die Schweiz Kanada vor 8.234 Zuschauern in der Arena Riga mit 3:2. Damit bleibt die Schweiz mit 15 Punkten aus fünf Spielen ungeschlagen und führt die Gruppe an, während Kanada mit 11 Punkten auf den dritten Platz zurückfällt. Kanada hatte beim Torschussverhältnis mit 29:26 knapp die Oberhand.

Das erste Drittel verlief torlos. Kanada ging sofort in die Offensive und Adam Fantilli hatte die erste gute Torchance des Spiels, wurde aber von Andrea Glauser gestoppt, was zu einem Powerplay führte. Nachdem das Powerplay beendet war, waren die Schweizer über weite Strecken des ersten Drittels in der Offensive, vor allem in der Schlussphase.

Kanada eröffnete den Torreigen mit einem Powerplaytreffer nur wenige Sekunden vor der Spielmitte. Tyler Toffoli war der Torschütze in der 30. Minute. Nico Hischier ließ sich von dem Rückschlag jedoch nicht beirren und erzielte mit einer tollen Einzelleistung in der 34. Minute den Ausgleich. Michael Fora trug den Puck in die kanadische Zone. Hischier nahm den Puck in der Nähe der Bande auf, ging dann nach vorne, schirmte den Puck mit seinem Körper ab und traf in die Maschen. Drei Minuten vor Ende des Mitteldrittels ging die Schweiz dann in Führung. Christian Martis One-Timer vom Punkt traf einen Körper vor dem Tor, aber Dario Simion war zur Stelle und konnte den Puck ins Tor schieben (38.).

Nachdem Kanada Mitte des dritten Drittels eine Strafzeit erfolgreich überstanden hatte, versuchte es das Team vermehrt in der Offensive. Doch es waren die Schweizer, die den Treffer zum 3:1 erzielen konnten. Nach einer schnellen Abfolge von Pässen kurz vor der Linie trug Nino Niederreiter den Puck in die Tiefe, umkreiste das kanadische Netz und spielte mit der Rückhand nach vorne zu Andres Ambuhl, der den Puck versenkte (53.).

Als es gerade so aussah, als hätten die Schweizer das Spiel weitestgehend im Griff, kam Kanada 3:38 Minuten vor Schluss noch einmal heran, als Michael Carcone einen Schuss von Brad Hunt abfälschte. Etwas mehr als zwei Minuten vor Schluss waren die Kanadier dem Ausgleich sehr nahe, als Tyler Toffoli Samuel Blais fand, der zum Netz lief. Blais zog mit der Rückhand ab, doch er scheiterte. So blieb es beim knappen Erfolg für die Eidgenossen.

Die weiteren Spiele am Samstag:

Gruppe A

USA - Dänemark 3:0 (0:3/0:0/3:0)

Cutter Gauthier war der entscheidende Faktor beim fünften Sieg des Teams USA in diesem Turnier. Der 19-jährige Stürmer bezwang George Sorensen im dänischen Tor und sorgte 10 Minuten vor Schluss für den ersten Treffer der Partie. Damit waren die Amerikaner auf dem besten Weg, zum vierten Mal bei einer Weltmeisterschaft ihre ersten fünf Spiele zu gewinnen. Alex Tuch und Rocco Grimaldi sorgten in der Schlussphase mit weiteren Toren für den 3:0-Sieg, während Casey DeSmith mit 22 Paraden für den ersten Shutout der USA in Tampere sorgte.

Schweden - Frankreich 4:0 (4:0/0:0/0:0)

Mit vier Toren aus den ersten sieben Schüssen setzten sich die Schweden gegen Frankreich durch und bleiben in Tampere ungeschlagen. Fabian Zetterlund führte die Torschützenliste mit zwei Treffern an, Henrik Tommernes fügte seinem Vier-Punkte-Spiel gegen Ungarn drei weitere Assists hinzu, und auch Par Lindholm und Jonatan Berggren trugen zum 4:0-Erfolg der Tre Kronor bei. Die Franzosen taten sich schwer gegen die beste Abwehr des Turniers und konnten den zwei Gegentoren, die Schweden in den ersten vier Spielen zugelassen hatte, keine weiteren folgen lassen. Torhüter Lars Johansson erspielte sich seinen zweiten Shutout in diesem Turnier, indem er alle 15 auf ihn abgefeuerten Schüsse erfolgreich abwehrte.

Gruppe B

Norwegen - Tschechien 0:2 (0:2/0:0/0:0)

Den Tschechen reichten zwei Tore im ersten Drittel durch Dominik Kubalik (13.) und Jakub Flek (19.) um heute Nachmittag in Riga gegen Norwegen mit 2:0 zu gewinnen. Norwegens Bilanz fällt durch diese neuerliche Niederlage auf 1-0-1-3.
Kasachstan - Lettland 19:20 Uhr MESZ

Kasachstan - Lettland 0:7 (0:2/0:3/0:2)

Im Abendspiel hat Lettland alles getan, um seine Viertelfinalträume-Träume am Leben zu erhalten. Es besiegte Kasachstan mit 7:0 und liegt nun mit 11 Punkten punktgleich mit Kanada auf dem dritten Platz der Gruppe B. Arturs Silovs, der bisher in jedem Spiel für Lettland zum Einsatz kam, hielt 16 Schüsse ab und erzielte damit seinen ersten Shutout in seiner Karriere bei der A-Nationalmannschaft. Lettland feuerte seinerseits 34 Schüsse auf das Goalie-Tandem Andrey Shutov und Nikita Boyarkin ab.