Der Schweizer Kevin Fiala hat gesagt, Ihr wärt wie eine große Familie. Würdest du ihm zustimmen?
"Ja, das würde ich auch sagen. Die Stimmung ist sehr gut und sogar mit das Beste, was ich in den letzten Jahren erlebt habe. Jeder kommt gerne in das Eisstadion zum Training. Auch die ganz jungen Spieler, die bei uns sind oder einen Call-up aus der NHL bekommen, fühlen sich, so glaube ich jedenfalls, gleich wohl. Ich kann die Stimmung in den Kabinen anderer Mannschaften nicht bewerten. Aber ich denke, dass das nicht überall so ist."
Stichwort Call-up: Der Österreicher Marco Rossi wurde im Januar kurzzeitig für zwei Spiele von der AHL in die NHL berufen. Wie war dein Eindruck von ihm?
"Man hat bereits im Trainingscamp gemerkt, dass er ein sehr talentierter Spieler ist, gerade von der Stocktechnik und vom Abschluss her. Es ist für mich überhaupt keine Frage, dass er eine gute Karriere in der NHL haben wird. Ich denke, er durchläuft den typischen Prozess eines jungen Spielers. Er ist nicht allzu groß und könnte noch ein paar Kilo Gewicht draufpacken. In der NHL ist ein Center gerade physisch sehr gefordert. Man spielt gegen Leute, die viel Erfahrung haben und genau wissen, wann und wie sie ihren Körper einzusetzen haben. Das lernt man mit der Zeit. Aber er wird in seine Aufgabe hineinwachsen, ganz sicher."
Du hast selber in der Saison 2019/20 in der AHL 55 Spiele für Iowa Wild absolviert, ehe du dich in der NHL durchsetzen konntest. Wie groß ist der Unterschied zwischen den beiden Ligen?
"Grundsätzlich gibt es in der AHL viele Spieler, die auch in der NHL spielen könnten. Aber die Kaderplätze sind eben begrenzt. Und die Aufgaben können sich unterscheiden. Wenn jemand in der AHL in der ersten Reihe spielt, bedeutet es nicht, dass derjenige auch in der NHL in der ersten Reihe spielt. Möglicherweise spielt man in der NHL in der dritten oder vierten Reihe. Das Anforderungsprofil ist dann ein ganz anderes. Man muss Unterzahl spielen, muss Forechecking spielen, alle Checks zu Ende fahren, Schüsse blocken und das Spiel einfach halten. Ich glaube, das ist für einige Spieler sehr schwierig."