"Als Mark Messier in die Liga kam, da war er ein knochiges Kind", sagte Craig Button, der TSN Resident Director of Scouting, NHL-Analyst und frühere General Manager in der NHL. "Als er 21 Jahre alt wurde, da fing er an sich zu behaupten. Er wusste, dass er Talent hatte, doch er musst erst noch lernen sich durchzusetzen. In einer ähnlichen Position dürfte sich auch Quinton befinden. Er muss sich noch selber finden. Ich denke, es gibt keinen Spieler, der mehr Talent hat in diesem Draft. Aber es gibt einen Unterschied zwischen Potenzial und der Möglichkeit es auch abzurufen."
Stützle ist die Nummer eins im NHL Central Scouting-System im Bereich der internationalen Spieler. Bei den Adlern Mannheim verbuchte er 34 Punkte (sieben Tore, 27 Assists) in 41 Spielen in der DEL. Hinzu kamen fünf Tore und eine durchschnittliche Eiszeit von 18:43 Minuten in fünf Spielen für die deutsche Nationalmannschaft bei der IIHF World Juniors Championship 2020.
"Ich sehe Stützle vor Byfield, doch wir reden hier über einen minimalen Vorsprung", sagte Button. Stützle erinnert mich an Patrick Kane von den Chicago Blackhawks, was seine Kreativität und seinen Mut betrifft. Wenn ich an Kane denke, dann denke ich an seine Entschlossenheit und seine Zielstrebigkeit, wohin er den Puck spielen will. Er beeindruckt die Leute."
In einer von NHL.com durchgeführten Umfrage unter elf NHL-Scouts, die sich Byfield und Stützle in dieser Saison angeschaut haben, lag Byfield mit 8:3 vorne.
NHL.com fragte nach der Meinung der Experten, die Byfield und Stützle sahen. Sie versprachen Aufrichtigkeit im Gegenzug für Anonymität.
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Für Quinton Byfield
"Gegen Ende seiner ersten Saison in Sudbury (2018/19) war er bereits ein dominanter Spieler, wirkte nicht mehr wie ein Debütant. Man erkannte, dass er einer der besseren Spieler in der OHL war. Seine Größe und Mobilität sprachen für ihn. Er ist schwer zu stoppen. Es ist schwer Spieler zu vergleichen, aber es gibt da durchaus Parallelen zu Evgeni Malkin (von den Pittsburgh Penguins). Ich denke, Byfield wird etwas kräftiger werden, doch er ist bereits recht muskulös. Wenn er die Wahl hat, schlägt er dich im Zweikampf mit seiner Kraft. Beim nächsten Mal umspielt er dich dann technisch gekonnt. Diese Vielzahl von Möglichkeiten sind für einen Spieler seines Alters und seiner Größe ungewöhnlich. Er hat zudem ein gutes Spielverständnis. Für seine Qualitäten als Spielmacher bekommt er meiner Meinung nach noch nicht genug Anerkennung. Das wird ihm ebenfalls helfen auf die nächste Entwicklungsstufe zu kommen."
"Ich denke, ich entscheide mich für Byfield. Ein Teil des Jobs als Scout ist es ja die Zukunft zu prognostizieren. Aktuell könnte Stützle noch etwas im Vorteil sein. Wenn ich aber einmal fünf Jahre in die voraus Blicke, dann würde ich Byfield vorziehen."
"Beide haben ihre Qualitäten, haben eine tolle Technik und viel Spielverständnis. Sie können die Verteidiger zurückdrängen und in Aufregung versetzen. Byfield macht das in der Regel mit seiner Kraft, Stützle mit Tempo. Stützle ist schnell im Zweikampf. Byfield macht es mit Power und Größe. Byfield wird sicherlich kein großer Kämpfer, auch wenn ich ihn schon dabei beobachtet habe. Trotzdem mag ich seine Körperlichkeit. Stützle ist raffinierter in seinem Spiel. Wenn ich wählen müsste, würde ich Byfield nehmen. Er ist insgesamt der kraftvollere Akteur. Er ist ein muskulöser Mann, der Talent und Technik hat. Er scheint mir schon eher für die NHL geeignet."
"Wenn du dein Team durch den Draft aufbauen willst, dann machst du das am besten über das Zentrum oder die Defensive. Ich denke, Byfield hat die Größe und das Talent, sich mit den Top-Spielern des Gegners messen zu können. Solche Leute bekommst du in der Regel nicht über die Free Agency oder durch Trades. Die kräftigen Spieler brauchen zwar manchmal etwas länger, anfangs sind sie häufig noch wie große Teddybären, doch wenn du ihnen die Zeit zur Entwicklung gibst, mit ihnen arbeitest, dann entwickeln sie sich. Wenn sie sich bewusstwerden, was sie können, dann können sie das Spiel dominieren."