Nelson und Islanders gewinnen Sp. 3 gg. Lightning 5-3

Na also, es geht doch! Nach zwei entmutigenden Spielen zum Auftakt in das Eastern Conference Finale der Stanley Cup Playoffs 2020 gegen die Tampa Bay Lightning, konnten sich die New York Islanders den Sieg in Spiel 3 sichern, gewannen diesen Vergleich mit 5:3 gegen den großen Favoriten.

Damit verkürzten die New Yorker die Serie aus ihrer Sicht auf 1:2, haben vor Spiel 4 am Sonntag (3 p.m.ET; 21 Uhr MESZ; NHL.tv, Sport1+, DAZN), nicht nur eine Menge frisches Selbstvertrauen getankt, sondern mit einem weiteren Erfolg die Möglichkeit endgültig zurück in das Rennen um den Stanley Cup 2020 zu kommen.
Statt einer möglichen Vorentscheidung zu Gunsten der Organisation aus Tampa Bay, gab es für die Islanders zuletzt viel neue Energie und zusätzlichen Glauben an die eigene Leistungsfähigkeit. So schnell kann das gehen!
Ein erleichterter Verteidiger Ryan Pulock stellte sich am Samstag den Fragen der Medienvertreter: "Es war uns klar, dass wir zurückschlagen mussten. Spiel 2 hat uns Mut gemacht. Das wollten wir gestern entsprechend umsetzen und es hat ja auch geklappt. Spiel 4 wird abermals sehr wichtig, das ist klar. Wir müssen uns wieder optimal vorbereiten."
Auch am Freitag war es im Rogers Place von Edmonton, ähnlich wie im Vergleich beider Mannschaften zuvor, lange Zeit unklar, welches der beiden Teams am Ende den Sieg würde ergattern können. Bis gut drei Minuten vor dem Ablauf der regulären Spielzeit stand es noch 3:3-unentschieden.

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Erst der Treffer zur Islanders-Führung in der 57. Spielminute durch Brock Nelson, dem sein achtes Tor der laufenden Postseason gelang, ließ die Waage zu Gunsten der Islanders kippen. Jean-Gabriel Pageau ließ in der Schlussminute mit einem Schuss in das zu diesem Zeitpunkt schon verwaiste Gehäuse des Gegners die endgültige Entscheidung zu Gunsten des Underdogs folgen.
Damit belohnten sich die Spieler von Trainer Trotz für eine weitere Leistungssteigerung. Waren es am Mittwoch noch sie, die spät auf die Verliererstraße gerieten, fügten sie dieses Schicksal diesmal dem Gegner zu. Das stärkt die Moral.
War der Auftritt der Islanders in Spiel 1, beim indiskutablen 2:8 am vergangenen Montag, aufgrund der Reisestrapazen und des erst kurz zuvor ausgefochtenen Spiel 7 gegen die Philadelphia Flyers zwar erklärlich, aber dennoch für alle Beteiligten bitter enttäuschend, steigerte sich New York zwei Tage später schon deutlich.
Bei 1:2 am Mittwoch an gleicher Stelle, bewies das Franchise schon, dass es gegen die Lightning bei vergleichbaren Vorbereitungsmöglichkeiten gut mithalten kann, verlor diesen Vergleich erst durch ein ganz spätes Tor, Sekunden vor dem Ende, unglücklich.
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Am Freitag gelang es jetzt erstmalig den Bock in der Endabrechnung erfolgreich zu den eigenen Gunsten umzustoßen. Ein paar weitere Prozentpunkte besser spielend, waren es im dritten Duell beider Teams innerhalb von fünf Tagen erstmalig die Islanders, die das glücklichere Ende für sich hatten.
""Der Grund für den Sieg gestern war das Selbstvertrauen, das wir in Spiel 2 gewonnen haben. Der erste Vergleich hat nicht unser wahres Leistungsvermögen abgebildet. Man hat uns das Spiel 7 gegen die Flyers und den Reisestress noch deutlich angemerkt. In Spiel 2 sah das schon wieder ganz anders aus. Wir haben gemerkt, dass wir mithalten konnten und das gab uns die Zuversicht für Spiel 3. Jetzt geht es darum das Duell auszugleichen, aus der Serie ein Best-of-3 zu machen. Dieser Sieg gibt uns weiteres Vertrauen, andererseits ist Tampa ein sehr erfahrenes Team. Beide Mannschaften werden ihre beste Leistung abrufen müssen in Spiel 4 am Sonntag. Unsere Ausgangslage ist günstiger als zuletzt, aber noch ist nicht erreicht", bilanzierte Trainer trotz am Tag zwischen den Spielen.
Mit dem Wissen, gegen das Team aus Florida nicht nur gut mithalten, sondern die Spiele in der Endkonsequenz auch gewinnen zu können, muss der Fokus der New Yorker nun darauf liegen, die kommenden Spiele mit der gleichen Konzentration und Entschlossenheit anzugehen, wie das Spiel 3.

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"Wir spielen hart. Ganz egal wer der Gegner ist, wir versuchen ihn zu zermürben. Das ist unser Stil und wir werden das nicht ändern. Es gibt immer geringfügige Änderungen in der Herangehensweise, doch am Ende geht es immer darum sich durchzusetzen", erklärte Pulock. Und er ergänzte lobende Worte im Hinblick auf den Zusammenhalt des Kaders: "So lange mit der Mannschaft zusammen zu sein, so weit weg von zuhause, das ist natürlich besonders.
Einerseits hat es uns als Team näher zusammengebracht, aber die Trennung von den Familien ist natürlich für viele schwierig. Unserer Leistung auf dem Eis hat das Ganze aber offensichtlich eher geholfen bisher. Wir verstehen uns alle sehr gut".
Ein Nachlassen ist für den Außenseiter nicht erlaubt, droht den Spielern von Coach Trotz ansonsten doch nicht nur eine weitere Niederlage, sondern am Sonntag ansonsten schon eine Art von Vorentscheidung zu Gunsten des Gegners aus Tampa Bay.
Der Coach warnte seine Schützlinge am Brückentag entsprechend: "Unser Start in das Spiel hat mir gestern gar nicht gefallen. Unsere Reaktion nach dem 3:3 war ok, aber es gibt viel, dass wir noch verbessern können."
Dass es nicht zu einem neuerlichen Rückschlag kommt, dazu will auch Michael Dal Colle einmal mehr beitragen, der es in der Postseason 2019/20 bisher auf drei Einsätze brachte. "Die Mannschaft ist toll. Egal, ob du im Kader bist oder nicht, alle arbeiten hart und ziehen an einem Strang. Ich bin sehr froh ein Teil dieser Mannschaft zu sein und halte mich bereit dafür, wenn ich gebraucht werde", gab er zu Protokoll.
Die Islanders dürfen den eingeschlagenen, erfolgreichen Weg, der sie von Spiel zu Spiel hat besser aussehen lassen, nicht verlassen, wenn sie die Serie zum 2:2 ausgleichen, und damit einen womöglich endgültigen Wechsel der psychologischen Ausgangslage zu den eigenen Gunsten herbeiführen wollen. Pulock warnte: "Sie sind hochtalentiert, also ist es wichtig, dass wir sie frühzeitig stören. Das ist uns gestern nur phasenweise gelungen."
Dass sie das können, haben sie spätestens in Spiel 3 bewiesen. Jetzt liegt es an der Mannschaft diesen Aufwärtstrend in den kommenden Begegnungen zu festigen. Gelingt dies, ist den Islanders durchaus mehr zuzutrauen als nur der Serienausgleich im Conference Finale 2020.