ARI@CBJ: Kukan überwindet Kuemper im Powerplay

Die Columbus Blue Jackets etablierten sich über die vergangenen vier Jahre als Stammgäste in den Stanley Cup Playoffs. Das gelang ihnen vor allem dank einer starken Defensive, wie die 2,61 Gegentore pro Spiel, der drittbeste Wert der NHL, vergangene Saison erneut bewiesen. Im Mittelpunkt standen dabei oft die Torhüter Elvis Merzlikins und Joonas Korpisalo, sowie die Abwehrstars Seth Jones und Zach Werenski. Doch auch ein Schweizer hatte in den letzten Jahren steigenden Anteil an der Stabilität der Blue Jackets.

Dean Kukan setzte eine langsame, aber stetige Entwicklung zu einem immer größeren Baustein in der beeindruckenden Abwehr der Blue Jackets fort. Er steht selten durch so spektakuläre Spielzüge wie etwa ein Werenski im Mittelpunkt, doch die Verantwortlichen in Columbus werden nicht müde, den 27-jährigen Volketswiler für seine Arbeit zu loben. Seine Leistungen brachten ihm im Sommer eine Vertragsverlängerung über die nächsten beiden Jahre ein.
"Dean ist ein intelligenter und schneller Verteidiger, der mit dem Puck umgehen kann und sich konstant verbessert hat, seit er 2015 Teil unserer Organisation wurde", lobte General Manager Jarmo Kekalainen. "Wir sind sehr glücklich, dass er weiterhin ein Teil der tiefen und talentierten Abwehr unseres Klubs sein wird."

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Kekalainen holte Kukan 2015 ungedraftet von dem schwedischen Spitzenteam Lulea HF, mit dem Kukan die Champions Hockey League gewonnen hatte. In den folgenden Jahren verbrachte er die meiste Zeit bei den Cleveland Monsters in der American Hockey League, kam aber von Jahr zu Jahr zu mehr NHL-Einsätzen. In seiner ersten Saison stand er acht Mal für die Blue Jackets auf dem Eis, im nächsten Jahr elf Mal, dann 25 Mal.
Die Saison 2019/20 war schließlich Kukans Durchbruch. Er bekam im Oktober seine Chance und blieb bis Januar im Kader. Nach 33 Spielen endete seine Saison jedoch enttäuschend früh. Am 2. Januar zog er sich im Spiel gegen die Boston Bruins eine Knieverletzung zu, die ihn bis zum Ende der regulären Saison außer Gefecht setzte. In seinen 33 Spielen steuerte Kukan vier Assists bei und erzielte sein erstes Tor in einem Spiel der regulären Saison.
Dank ihrer zuverlässigen Abwehr erreichten die Blue Jackets die Postseason und Kukan erkämpfte sich trotz der schweren Verletzung, die ihn über Monate vom gezielten Training abhielt, einen Platz in der Mannschaft. Er wurde in neun von zehn Spielen eingesetzt, verhalf Columbus zum Sieg über die Toronto Maple Leafs in der Qualifikation und steuerte einen Assist bei.

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Wäre die Knieverletzung nicht gekommen, hätte Kukan vermutlich die gesamte Saison über einen Stammplatz in der Abwehr der Blue Jackets gehabt. Das dürfte kommende Saison endlich der Fall sein. Die Abgänge der Verteidiger Markus Nutivaara und und Ryan Murray hinterlassen eine Lücke in der Defensive für deren Neubesetzung Kukan der klare Spitzenkandidat ist.
Der Schweizer Allrounder wird voraussichtlich in der dritten Abwehr mit dem 22-jährigen Andrew Peeke auflaufen und vor allem die Aufgabe haben, den gegnerischen Angreifern die Lust am Spiel zu nehmen. Kukans hochgelobte Arbeitshaltung und Einstellung passen dabei perfekt zu dem Arbeiterhockey, mit dem Trainer John Tortorella die Blue Jackets in den letzten Jahren zum Erfolg geführt hat.
Diese Aufgabe wird nicht leicht sein, denn aufgrund der Umstrukturierung der Divisionen für die kommende Saison finden sich die Blue Jackets in der neuen Central Division in beeindruckender Gesellschaft. Sie werden ihre Spiele der regulären Saison gegen die Tampa Bay Lightning, Dallas Stars, Carolina Hurricanes, Chicago Blackhawks, Florida Panthers, Nashville Predators und Detroit Red Wings austragen. Bis auf die Red Wings erreichten alle Teams dieser Gruppe die Postseason.
Umso wichtiger wird die Defensivstärke der Blue Jackets und damit auch Kukans Rolle. Sollte er sich nicht wieder verletzen, wird er eine Chance haben einen gewaltigen Schritt in seiner Karriere zu machen und sich endgültig als Stammspieler in der NHL zu etablieren.