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Seider nutzt seine Chance bei den Adlern

Youngster lernt von den erfahrenen Profis in der DEL und spielt sich in den Draft-Fokus

von Marc Rösch @nhlde / NHL.com/de Autor

Willkommen bei Outside the NHL. Während der Saison 2018/19 wird Euch NHL.com/de mit Einblicken und Stories über die Eishockey-Welt außerhalb der NHL versorgen. In dieser Ausgabe geht es um Deutschlands Draft-Hoffnung Moritz Seider.

Das erste Viertel der Saison 2018/19 ist absolviert und die Adler Mannheim aus der Deutschen-Eishockey-Liga liegen voll im Soll. Nach 14 Spielen stehen sie an der Tabellenspitze. Auch dank einer erstklassigen Defensive, die die zweitwenigsten Gegentore (31) zuließ, überflügelten sie ihre Konkurrenz. Seinen Beitrag zum Fabelstart in die neue Spielzeit leistete auch Verteidiger Moritz Seider, der mit 17 Jahren jüngste Akteur der Liga.

 

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Er bekam von Coach Pavel Gross die Chance, sich bei den Herren zu beweisen und ergriff sie auf Anhieb. "Ich wollte unbedingt bei den Profis und nicht noch ein Jahr bei den Junioren spielen", sagte er am Freitag zu NHL.com/de. "Ich denke, das wird mir unheimlich weiterhelfen."

Seider arbeitet hart daran, ein besserer Eishockeyspieler zu werden. Sein Trainer Gross dankt ihm dafür mit wichtigen Minuten Eiszeit in den Special Teams. Mit 3:40 Minuten durfte der Youngster am Freitag beim 4:1-Sieg gegen die Thomas Sabo IceTigers in Unterzahl so oft ran wie kein anderer Adler.

Vertrauen, dass sich Seider womöglich schon am zweiten Spieltag verdient hatte. Gegen die Augsburger Panther markierte er seinen Premierentreffer im deutschen Eishockey-Oberhaus, als er einen Konter über Garrett Festerling trocken abschloss.

"Wenn es möglich ist, schalte ich mich gerne in die Offensive ein", verriet Seider. 

Der 32-jährige Vorlagengeber Festerling ist einer dieser erfahrenen Spielern, von denen Seider noch etwas lernen kann. "Jeder hat irgendwo etwas, was ich mir abgucken kann", erzählte er. "Sei es der Schuss von irgendjemandem oder die Laufwege eines anderen. Die Jungs hier sind super erfahren. Die können mir schon etwas beibringen, denke ich. Für meine Entwicklung ist das super."

Für alle deutschen Eishockeyfans ist auch super, dass sich Seider schon in den Fokus von den NHL-Klubs gespielt hat und ihm von vielen Rankings beste Chancen auf eine Top-Platzierung beim NHL Draft 2019 in Vancouver attestiert werden. Spätestens seit er sich im Profikader der Adler Mannheim festgespielt hat, haben ihn die finanzstarken Organisationen aus Nordamerika auf dem Zettel. Dass er unter Beobachtung steht, nimmt der gebürtige Rheinland-Pfälzer jedoch gelassen.

"Natürlich setzt man sich ein bisschen damit auseinander, aber am Ende geht es nur darum, mit den Jungs hier auf dem Eis zu stehen und das macht mir unheimlich Spaß", sagte er. "Sie helfen mir in jeder Situation. Das nimmt schon ein bisschen von dem Druck, dass da oben ein paar Leute stehen und dein Spiel beobachten."

"Auf die Leute sollte man eigentlich gar nicht sein Augenmerk legen", erklärte Seider. "Man sollte einfach sein Spiel spielen."

Und obwohl Seider mit seinem Spiel derart erfolgreich ist, bleibt er bescheiden und verrät auch die Bereiche, in denen er noch Nachholbedarf hat: "Mein Körperspiel kann noch besser werden und ich muss unbedingt noch an meinem Körper arbeiten. Ich bin zwar schon bei 90 Kilo, aber da muss noch etwas drauf, um bei den Jungs mithalten zu können."

 

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Doch verstecken braucht sich Seider keineswegs. Mit einer Größe von 192 cm besitzt Seider Gardemaß. Er hat allemal die körperlichen Voraussetzungen, sich durchzusetzen und seinen Vorbildern aus der NHL nachzueifern.

"Roman Josi von Nashville ist schon ein überragender Spieler", verriet er. "Aber mir macht es auch unheimlich Spaß, so jungen Spielern wie Zach Werenski oder Charlie McAvoy zu verfolgen. Mir gefällt es, wie sie die alten Jungs ärgern."

Die Chancen stehen nicht schlecht, dass auch er einmal die älteren Jungs aus der Liga, die er gerne vor dem Fernseher verfolgt, ärgern darf. Dominik Bokk, der beim NHL Draft 2018 in der ersten Runde (Nummer 25) von den St. Louis Blues ausgewählt wurde, hatte in der Saison 2017/18 15 Spiele für die Profimannschaft der Vaxjö Lakers absolviert. Eine Marke, die Seider bei den Adlern schon jetzt fast geknackt hat.

Doch bis es soweit ist, wird er weiter alle Kniffs und Tricks, die ihm seine Teamkollegen bei den Adler Mannheim zeigen, aufsaugen.

"Wir haben hier eine tolle Gruppe. Es sind Leute dabei mit über 700 NHL-Spielen. Wenn so ein erfahrener Spieler wie Marcel Goc zu mir kommt und mir sagt, wie ich den Bogen machen soll, dann mach ich ihn auch so. Ich denke, er weiß schon wovon er spricht."

Goc wurde in Seiders Geburtsjahr 2001 von den San Jose Sharks in der ersten Runde (Nummer 20) gedrafted.

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