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Ab dem 1. November nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.
In dieser Ausgabe geht es um die Montreal Canadiens.

Unverhofft schafften die Montreal Canadiens den Sprung in die Stanley Cup Playoffs 2020. Die Frankokanadier schienen vor der Unterbrechung aufgrund der Corona-Pandemie bereits aus dem Rennen im Kampf um die Endrunden-Plätze zu sein. Durch die Sonderregelung mit einer Qualifikationsrunde vor der ersten Runde der Playoffs erhielt das Team jedoch eine neue Chance und wusste sie gegen die Pittsburgh Penguins zu nutzen. Mit einem 3:1 nach vier Spielen zog Montreal in die Playoffs ein. In der ersten Runde unterlag man den Philadelphia Flyers nach großem Kampf mit 2:4.
In der Offseason behoben die Verantwortlichen die ein oder andere Schwachstelle im Kader. Ziel war es, die Mannschaft auf die nächste Entwicklungsstufe zu heben.
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Die Schlüsselspieler
Torhüter Carey Price dürfte auch in der kommenden Saison der entscheidende Faktor sein. Wenn er in Top-Form ist, gehört er zu den besten Keepern der NHL und gibt seiner Mannschaft immer die Gelegenheit das Spiel zu gewinnen. Besonders in den zurückliegenden Playoffs zeigte er, dass er mit 33 Jahren noch immer ganze Serien entscheiden kann. Eine Fangquote von 93,6 Prozent und nur 1,78 Gegentore im Durchschnitt waren herausragende Werte, die seine Klasse einmal mehr verdeutlichten.
Neben Price ist Shea Weber einer der Schlüsselspieler. Der Verteidiger punktete in der regulären Saison 2019/20 in 65 Matches 36 Mal (15 Tore, 21 Vorlagen). Sein Wert bemisst sich aber nicht nur in Punkten, sondern auch an seiner Stabilität in der Defensive und der Führungsstärke, die er als Kapitän aufs Eis bringt. Der schussgewaltige Weber ist zudem die Waffe schlechthin in Montreals Powerplay.

PIT@MTL, Sp4: Price bezwingt Penguins mit Shutout

Sie könnten nachrücken
Bei Nachrückern wandert der Blick meist auf Spieler, die noch wenig oder keine Erfahrung in der NHL gesammelt haben. In Montreal liegt der Fokus jedoch auf zwei Akteuren, die bereits 2019/20 die Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben und in der kommenden Saison die Lücke auf Montreals Mittelstürmer-Position schließen könnten. Jesperi Kotkaniemi brachte es 2019/20 auf 36 Einsätze in der NHL. Seine sechs Tore und zwei Vorlagen waren allerdings noch nicht das, was sich die Canadiens von ihrem Nummer-Drei-Pick beim NHL Draft 2018 erhofft hatten. In den Playoffs zeigte der 20-Jährige dann aber, dass er das Zeug hat, sich in der NHL festzusetzen. Vier Tore in zehn Partien waren eine deutliche Aufwärtsentwicklung. Wenn sich bei Kotkaniemi dieser Trend fortsetzt, wird er der zweite Hoffnungsträger nach Nick Suzuki.
Der mittlerweile 21 Jahre alte Suzuki wurde 2017 an 13. Position von den Vegas Golden Knights gedraftet und 2018 nach Montreal getradet. In der vergangenen Saison absolvierte er seine NHL-Premierensaison und wusste dabei mit 41 Punkten (13 Tore, 28 Vorlagen) in 71 Hauptrunden-Partien deutlich vernehmbare Akzente zu setzen. In der Postseason schlug dann endgültig seine Stunde. Sieben Punkte (vier Tore, drei Assists) in zehn Partien und eine auffällige, teilweise dominante Spielweise lassen hoffen, dass Montreals Sorgen auf der Center-Position der Vergangenheit angehören.
Neben Suzuki und Kotkaniemi stehen auch noch die Angreifer Jake Evans, Ryan Poehling und Cole Caufield in den Startlöchern. Besonders Poehling wird für die kommende Saison ein großer Schritt nach vorne zugetraut. Der 21-Jährige könnte die verbleibende Center-Position der vierten Reihe einnehmen, während Caufield und Evans eher mit sporadischen Einsätzen rechnen dürfen.

PHI@MTL, Sp6: Suzuki trifft aus spitzem Winkel

Stärken
In der regulären Saison konnten die Canadiens in keiner Kategorie wirklich glänzen. Auf der anderen Seite war das Team von Trainer Claude Julien auch in keiner Kategorie besonders schlecht. Die Ausgeglichenheit in Offensive und Defensive ist ebenso als Stärke zu sehen, wie die Leistungssteigerung im entscheidenden Moment, den Playoffs.
Hervorzuheben ist die Shoot-First-Mentalität der Canadiens. In der regulären Saison schossen sie durchschnittlich 34,1 Mal pro Partie auf den gegnerischen Kasten. Nur die Vegas Golden Knights (34,5) waren noch aktiver. Einzig die Ausbeute lies zu wünschen übrig, da nur 208 Pucks den Weg ins Netz fanden.
Entwicklungspotenzial
Ein Thema wurde bei den Canadiens in den Playoffs besonders deutlich. Den technisch versierten Akteuren fehlte es an körperlicher Präsenz. Besonders die Außenstürmer waren der härteren Spielweise in der Schlussrunde nicht gewachsen. Max Domi ist eines der Beispiele, die hier anzuführen sind. Mit nur 1,78 Metern Körpergröße wurde sein Nachteil gegen Pittsburgh und Philadelphia schnell aufgedeckt. General Manager Marc Bergevin und sein Team haben diese Schwachstelle erkannt und Domi gegen Josh Anderson von den Columbus Blue Jackets getauscht. Anderson verkörpert mit 1,91 Metern und 101 Kilogramm einen anderen, dringend benötigten Spielertyp.

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Noch dazu wurde mit Tyler Toffoli ein weiterer Zwei-Wege-Spieler für die rechte Angriffsseite verpflichtet, der den Canadiens mehr Stabilität im eigenen Drittel geben soll, ohne die offensive Komponente zu vernachlässigen. Im Schnitt machte Toffoli in den vergangenen fünf Jahren 21,6 Tore pro Spielzeit.
Playoff-Chancen
Montreal entwickelte sich in jeder der vergangenen Spielzeiten weiter und kam der Endrunde immer näher. Die Teilnahme an den Playoffs ist für die kommende Saison das erklärte Minimalziel. "Wir sollten erwarten, dass wir in die Playoffs kommen", sagte Coach Julien. "Wenn die Leute denken, dass uns das unter Druck setzt, dann kann ich nur sagen, dass Druck das ist, was du daraus machst." Mit den Verbesserungen in der Offensive und einer Verteidigung, die besonders nach der Verpflichtung von Joel Edmundson gehobenes NHL-Niveau besitzt, sollte die Qualifikation für die Postseason auf jeden Fall machbar sein