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Ab dem 1. November nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.
In dieser Ausgabe geht es um die Montreal Canadiens.

Etwas mehr dürften sich die Verantwortlichen der Canadiens von der Saison 2019/20 vor der Unterbrechung aufgrund der Corona-Pandemie schon erwartet haben. Lediglich der 12. Rang in der Eastern Conference und kaum Chancen auf die Teilnahme an den Stanley Cup Playoffs standen Mitte März für Montreal zu Buche. Die Schwachstellen des Teams waren offensichtlich. Es fehlte an Durchschlagskraft in Überzahl, Torjägerqualitäten und der nötigen körperlichen Spielweise.
Erst nach dem Re-Start zeigte die Mannschaft von Trainer Claude Julien, dass mehr in ihr steckt. Nach einem Erfolg in der Stanley Cup Qualifikation gegen die Pittsburgh Penguins zogen die Canadiens in die Playoffs ein. Trotz starker Leistungen scheiterten sie in der ersten Runde an den Philadelphia Flyers. Erneut sollten die Schwachstellen der Hauptrunde ein Stolperstein sein. Für die Zukunft wurde genau hier angesetzt.
Bilanz 2019/20: 31-31-9, 12. Platz in Eastern Conference
Postseason 2020: 1. Playoff-Runde, 2:4 gegen die Philadelphia Flyers
Trainer:Claude Julien, 4. Saison
Zugänge: G Jake Allen, D Joel Edmundson, RW Josh Anderson, RW Tyler Toffoli, LW Brandon Baddock
Abgänge: D Karl Alzner, LW Max Domi, G Keith Kinkaid, D Chris Frolin, RW Dale Weise,
Sicherlich wurden nicht die großen Namen verpflichtet, doch die Neuzugänge und Tauschgeschäfte lassen erkennen, dass ein klares Konzept verfolgt wird, um die Problemzonen der Spielzeit 2019/20 zu korrigieren und stärker in die neue Saison zu starten.

Top 10 Spielzüge der Canadiens... bisher

Eine Maßnahme war die Verpflichtung von Backup-Torwart Jake Allen. Nach neun Jahren in der Organisation der St. Louis Blues kommt der Kanadier als Entlastung für Carey Price, der in der vergangenen Saison der Vielspieler der Liga war. 3439:49 Minuten waren der höchste Wert in der NHL und boten dem Ausnahme-Schlussmann kaum Zeit zur Erholung. Allen soll Price nun die nötigen Ruhepausen verschaffen, damit der in den entscheidenden Momenten in Top-Form ist. Den Einfluss eines erholten Price konnten die Canadiens in den Playoffs sehen, als er mit herausragenden Werten glänzte.
Ein weiteres Problemfeld des Franchise war die fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor. Zwar schossen die Canadiens häufig, doch mit nur 208 Treffern hielt sich die Gefahr für die Kontrahenten in Grenzen. Kaum einer der Akteure, der über 50 Partien absolvierte, netzte mit einer Quote von über zehn Prozent ein. Lediglich Tomas Tatar (13,6%) und Joel Armia (10,3%) übertrafen diesen Wert. Besonders in Überzahl klickte es nicht. 17,7 Prozent Erfolgsquote sind der zehntschlechteste Wert der NHL und legen den Finger deutlich in die Wunde.
Mit Tyler Toffoli sicherten sich die Canadiens einen rechten Flügelstürmer, der weiß, wo das Tor steht. Im Dress der Vancouver Canucks und der Los Angeles Kings erzielte er in der abgelaufenen Saison in 68 Partien 24 Treffer und kam auf eine Schusseffizienz von 11,8 Prozent. Zusätzlich ist der Angreifer auch in der Rückwärtsbewegung verantwortungsbewusst und gibt Montreal daher eine starke Option auf der Außenbahn.

Montreal Canadiens: Bereit für mehr!

Neben Toffoli wird auch mit Josh Anderson die Schwachstelle auf dem rechten Flügel angegangen. In einem vieldiskutierten Trade mit Max Domi und einem Drittrunden-Draftpick wechselte der Power Forward von den Columbus Blue Jackets in die frankokanadische Metropole. Während mit Domi ein kleiner und schneller Spieler die Canadiens verlässt, bringt Anderson die fehlende Zweikampfhärte nach Montreal. Noch dazu hat Anderson bereits bewiesen, dass er auch als Torschütze in Erscheinung treten kann. In der Saison 2018/19 traf er für Columbus 27 Mal in 82 Begegnungen. "Alles in allem war es wichtig für uns, einen großen Power Forward zu bekommen", freute sich General Manager Marc Bergevin über die Verpflichtung von Anderson. "Auch die Ergänzung von Torjägern war wichtig".
Durch die Entwicklung von Nick Suzuki und Jesperi Kotkaniemi sollte der Angriff der Canadiens in der nächsten Saison insgesamt stärker einzuschätzen sein als in der zurückliegenden Runde.
Bleibt noch eine Baustelle, die Defensive. Hier war Montreal mit Shea Weber und Jeff Petry zwar ganz gut aufgestellt, doch fehlte es noch an einem starken und harten Verteidiger. "Es war deshalb wichtig, noch einen Defensivspieler mit diesen Eigenschaften zu holen, der zudem viele Minuten Eiszeit nehmen kann", zeigte Bergevin das Profil für den gewünschten Mann auf. Mit Joel Edmundson fand der GM der Canadiens einen passenden Spieler. In einem Tauschgeschäft mit den Carolina Hurricanes wechselte Edmundson in den Bundesstaat Quebec und soll mit seiner stattlichen Größe von 1,93 Metern für Stabilität in der Verteidigung sorgen.
"Wir haben ein Team zusammengestellt, von dem wir glauben, dass es sich besser schlagen wird als in der Vorsaison", meinte Bergevin.