Tommy Novak #18 of the Pittsburgh Penguins celebrates with Evgeni Malkin #71 after scoring the game winning goal in overtime past Jakub Dobes #75 of the Montreal Canadiens to give the Penguins a 6-5 win during the game at PPG PAINTS Arena on October 3, 2026 in Pittsburgh, Pennsylvania. (Photo by Justin Berl/Getty Images)

Am Ende mussten sich die Montreal Canadiens über eine bittersüße Niederlage freuen. Am Samstagabend starteten die Gäste aus Quebec auswärts in der PPG Paints Arena ein starkes Comeback, kamen von einem zwischenzeitlichen 1:5-Rückstand zurück, um schlussendlich mit 5:6 n.V. zu verlieren. Entsprechend war die Gefühlslage in Montreals Kabine eher gemischt: Die Canadiens konnten weder traurig noch zufrieden sein.

Alle wichtigen Szenen aus dem Spiel zwischen den Pittsburgh Penguins und den Montreal Canadiens

Vielversprechender Start mit einem Aber

Eigentlich erlebte Montreal in der „Steel City“ einen Start nach Maß: Die Canadiens dominierten über weite Strecken im ersten Drittel und gingen durch Cole Caufield verdientermaßen mit 1:0 in Führung (4.). 

„Wir haben die ersten 15 Minuten dominiert, doch dann treffen sie ins Tor“, analysierte Montreals Kapitän Nick Suzuki. „Das wird uns eine Lehre sein und darf am Dienstag nicht wieder passieren.“

Pittsburghs Routinier Evgeny Malkin sorgte für den Ausgleich (15., im Powerplay) und wurde damit zum erst zweiten 40-Jährigen, der in den ersten zwei Spielen einer Saison treffen konnte (nach Gordie Howe in 1968/69).

Totaler Einbruch und „Weiher-Hockey“ im zweiten Drittel

Im zweiten Drittel erlebte Montreal dann allerdings einen totalen Einbruch: Declan Carlile nur 32 Sekunden nach Wiederbeginn (21.), Samuel Girard (28.), Tommy Novak (35.) und Rückkehrer Ben Kindel (36.) ließen die Penguins auf 5:1 enteilen.

„Wenn der Kopf nicht mehr mitmacht, ist es schwer, Fehler zu vermeiden“, kritisierte Canadiens-Trainer Martin St. Louis. „Deshalb sollte man ein viel einfacheres Spiel spielen. Wir waren in dieser Hinsicht etwas stur, weil wir wissen, wozu wir im Puckbesitz fähig sind.“

„Wir haben zeitweise Weiher-Hockey gespielt und die Pucks hergeschenkt“, so Stürmer Chris Kreider. „Jeder Gegner würde diese Puckverluste ausnutzen, insbesondere aber diese Mannschaft. Es waren also viele selbst verursachte Probleme.“

„Wir haben die Pucks in der neutralen Zone verloren, was niemals gut ist“, stimmte Suzuki mit ein. „Wir hatten zu lange Wechsel. Unser Penalty Killing war nicht gut, sie haben einige Tore im Powerplay geschossen. Wir haben uns selbst in den Fuß geschossen und wissen, dass wir das besser können.“

MTL@PIT: Novak sichert den Sieg

Eine beachtliche Aufholjagd

Noch vor dem Ende des zweiten Durchgangs stoppte Kapitän Suzuki die Blutung mit dem 2:5 (39.). Die Pausen-Ansprache von St. Louis dürfte dann gesessen haben, denn die Canadiens kamen wie ausgewechselt zurück aufs Eis.

„Wir wussten, was wir falsch gemacht hatten. Er (Trainer Martin St. Louis) hat aber auch nochmal einige Punkte hervorgehoben“, verriet Offensivverteidiger Lane Hutson.

Also startete Montreal ein beachtliches Comeback: Caufield (44.), Kreider (59.) und Ivan Demidov (60.) besorgten in einem Herzschlag-Finale den Ausgleich. Kreiders Anschlusstreffer fiel 68 Sekunden, Demidovs Ausgleichtreffer 44 Sekunden vor der Schlusssirene.

„Wir haben wieder ein bisschen cleverer und einfacher gespielt. Wir haben genug Fähigkeiten, um Tore zu schießen“, betonte Power Forward Juraj Slafkovsky. „Das haben wir auch, aber wir hätten schon nach dem ersten Drittel klar führen müssen.“

Neben Doppelpacker Caufield (2-0-2; +3) hatten die Canadiens mit Suzuki (1-3-4; +4), Demidov (1-1-2; +1), Kreider (1-1-2; +1) und Hutson (0-3-3; +1) gleich fünf Multi-Punkte-Spieler.

„Wir konnten anfangs unsere Chancen nicht nutzen. Dann 1:5 in Rückstand zu geraten, ist eine fürchterliche Ausgangslage. Wir haben es geschafft, uns zurückzukämpfen und einen Punkt zu erobern. Wenn wir unseren Stil durchziehen, dann können wir dominieren“, führte Suzuki durch eine Achterbahnfahrt der Gefühle. „Das zweite Drittel war nicht gut. Im dritten Drittel haben wir einfach weitergearbeitet. Wir sind gut genug, um in Situationen wie im 6-gegen-4 oder 6-gegen-5 Tore zu erzielen. Immerhin hat uns das noch einen Punkt eingebracht. Wir ziehen uns gegenseitig zur Rechenschaft. Die Jungs in der Kabine wissen, dass sie besser spielen können.“

Frust abschütteln vor dem Heim-Auftakt

„Ich denke, wir freuen uns alle über den Punkt. Aber wenn es selbst verschuldet ist, dann ist es auch sehr frustrierend“, sagte Hutson. „Wir wissen es besser.“

Mit dem 3:2-Sieg bei den Toronto Maple Leafs und dem bittersüßen 5:6 n.V. bei den Pittsburgh Penguins hat Montreal (1-0-1) in den ersten beiden Saisonspielen punkten können und steht auf Rang zwei in der Atlantic Division, die qualitativ wohl Beste aller vier Staffeln in der NHL.

„Wir wollen eines dieser Teams sein, die einen guten Start haben. So ein zweites Drittel kann passieren, immerhin haben wir noch einen Punkt bekommen, was gut ist“, so Slafkovsky. „Am Dienstag wird es aber noch schwieriger werden. Wir müssen uns darauf vorbereiten.“

An jenem Dienstag (7 p.m. ET; Mittwoch, 1 Uhr MESZ) bestreiten die Canadiens ihren Heim-Auftakt im Bell Centre gegen den amtierenden Stanley Cup Champion Carolina Hurricanes (1-1-1).

Ob Verteidiger Alexandre Carrier mitwirken kann, ist noch offen. Der Verteidiger verletzte sich im zweiten Abschnitt und kehrte nicht wieder zurück. Nach dem Spiel gab es keine Neuigkeiten über seinen Gesundheitszustand.