Eine beachtliche Aufholjagd
Noch vor dem Ende des zweiten Durchgangs stoppte Kapitän Suzuki die Blutung mit dem 2:5 (39.). Die Pausen-Ansprache von St. Louis dürfte dann gesessen haben, denn die Canadiens kamen wie ausgewechselt zurück aufs Eis.
„Wir wussten, was wir falsch gemacht hatten. Er (Trainer Martin St. Louis) hat aber auch nochmal einige Punkte hervorgehoben“, verriet Offensivverteidiger Lane Hutson.
Also startete Montreal ein beachtliches Comeback: Caufield (44.), Kreider (59.) und Ivan Demidov (60.) besorgten in einem Herzschlag-Finale den Ausgleich. Kreiders Anschlusstreffer fiel 68 Sekunden, Demidovs Ausgleichtreffer 44 Sekunden vor der Schlusssirene.
„Wir haben wieder ein bisschen cleverer und einfacher gespielt. Wir haben genug Fähigkeiten, um Tore zu schießen“, betonte Power Forward Juraj Slafkovsky. „Das haben wir auch, aber wir hätten schon nach dem ersten Drittel klar führen müssen.“
Neben Doppelpacker Caufield (2-0-2; +3) hatten die Canadiens mit Suzuki (1-3-4; +4), Demidov (1-1-2; +1), Kreider (1-1-2; +1) und Hutson (0-3-3; +1) gleich fünf Multi-Punkte-Spieler.
„Wir konnten anfangs unsere Chancen nicht nutzen. Dann 1:5 in Rückstand zu geraten, ist eine fürchterliche Ausgangslage. Wir haben es geschafft, uns zurückzukämpfen und einen Punkt zu erobern. Wenn wir unseren Stil durchziehen, dann können wir dominieren“, führte Suzuki durch eine Achterbahnfahrt der Gefühle. „Das zweite Drittel war nicht gut. Im dritten Drittel haben wir einfach weitergearbeitet. Wir sind gut genug, um in Situationen wie im 6-gegen-4 oder 6-gegen-5 Tore zu erzielen. Immerhin hat uns das noch einen Punkt eingebracht. Wir ziehen uns gegenseitig zur Rechenschaft. Die Jungs in der Kabine wissen, dass sie besser spielen können.“
Frust abschütteln vor dem Heim-Auftakt
„Ich denke, wir freuen uns alle über den Punkt. Aber wenn es selbst verschuldet ist, dann ist es auch sehr frustrierend“, sagte Hutson. „Wir wissen es besser.“
Mit dem 3:2-Sieg bei den Toronto Maple Leafs und dem bittersüßen 5:6 n.V. bei den Pittsburgh Penguins hat Montreal (1-0-1) in den ersten beiden Saisonspielen punkten können und steht auf Rang zwei in der Atlantic Division, die qualitativ wohl Beste aller vier Staffeln in der NHL.
„Wir wollen eines dieser Teams sein, die einen guten Start haben. So ein zweites Drittel kann passieren, immerhin haben wir noch einen Punkt bekommen, was gut ist“, so Slafkovsky. „Am Dienstag wird es aber noch schwieriger werden. Wir müssen uns darauf vorbereiten.“
An jenem Dienstag (7 p.m. ET; Mittwoch, 1 Uhr MESZ) bestreiten die Canadiens ihren Heim-Auftakt im Bell Centre gegen den amtierenden Stanley Cup Champion Carolina Hurricanes (1-1-1).
Ob Verteidiger Alexandre Carrier mitwirken kann, ist noch offen. Der Verteidiger verletzte sich im zweiten Abschnitt und kehrte nicht wieder zurück. Nach dem Spiel gab es keine Neuigkeiten über seinen Gesundheitszustand.