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Mit Hiller hört ein Großer des Schweizers Eishockeys auf

Der Torhüter gewann drei Meistertitel in seiner Heimat und spielte neun Jahre in der NHL für die Ducks und die Flames

von Axel Jeroma - NHL.com/de Freier Autor / NHL.com/de

Die Karriere des früheren NHL-Torhüters Jonas Hiller war von einigen speziellen Ereignissen geprägt. Zu diesen zählte zweifellos der letzte Auftritt des 38 Jahre alten Schweizers als aktiver Spieler vor drei Wochen.

Mit seinem Team vom EHC Biel-Bienne musste Hiller am 29. Februar die letzte Hauptrunden-Partie in der National League bei den SCL Tigers in Langnau bestreiten. Er selbst erlebte die 60 Minuten allerdings nur von der Bank aus mit. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus fand das Match in der Ilfishalle noch dazu ohne Zuschauer statt. Zu den Playoffs, für die sich Biel qualifiziert hatte, kam es nicht mehr. Am 12. März entschloss sich die Leitung der Liga dazu, die Saison 2019/20 abzubrechen.

Damit endete die Laufbahn des Torwarts abrupt und ohne die verdienten Ovationen durch die Fans. Seinen Rücktritt vom Eishockey nach dieser Spielzeit hatte der tadellose Sportsmann bereits im August angekündigt.

 

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In der NHL spielte Hiller zwischen 2007 und 2016. Nach drei Schweizer Meisterschaften und zwei Erfolgen im Spengler Cup mit dem HC Davos wechselte er als ungedrafteter Spieler zu den Anaheim Ducks. Sein NHL-Debüt feierte er am 30. September beim 4:1-Erfolg der Ducks gegen die Los Angeles Kings. Die Begegnung fand in London statt. Am Tag zuvor hatten sich die Kings dort mit dem gleichen Ergebnis gegen die Ducks durchgesetzt. Es war das erste Mal in der Geschichte der NHL, dass der Saisonauftakt mit zwei Spielen in Europa über die Bühne ging.

Im weiteren Verlauf der Spielzeit 2007/08 etablierte sich Hiller als Backup für Stammtorhüter Jean-Sebastien Giguere. Zwischendurch lief er im AHL-Farmteam bei den Portlands Pirates auf. Ein Jahr später stieg er zur Nummer eins auf. Die Ducks setzten fortan voll auf ihn und einigten sich mit ihm im Januar 2010 auf eine Vertragsverlängerung bis Ende 2013/14.

Einen Höhepunkt erlebte Hiller in der Saison 2010/11. Als Belohnung für seine starken Leistungen wurde er fürs NHL All-Star Game 2011 in Raleigh berufen - bemerkenswerterweise als einziger Torwart aus der Western Conference.

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Kurz darauf erkrankte der Keeper jedoch. Er litt an einer Virusinfektion, die Gleichgewichtsstörungen und Schwindelgefühle hervorrief. Bis zum Saisonende versuchte er mehrere Male ein Comeback, musste aber erkennen, dass die Beschwerden noch nicht vollständig überwunden waren.

Doch Hiller wusste auch mit solchen Rückschlägen umzugehen. Nach der Sommerpause kehrte er im Vollbesitz seiner Kräfte und in guter Form nach Anaheim zurück. In der Hauptrunde 2011/12 stand er 73 Mal im Tor der Ducks und stellte damit einen Franchise-Rekord auf.

Am 13. Januar 2012, beim 5:0 über die Edmonton Oilers, feierte Hiller seinen 100. NHL-Sieg. Seine Freude über diesen Meilenstein war anschließend in der Kabine groß. "Diese Marke zu erreichen, ist eine wunderbare Sache, noch schöner als der Shutout", sagte er.

In den letzten beiden Jahren in Anaheim geriet sein Nimbus als unumstrittener Stammtorwart zunehmend ins Wanken. Bei den Ducks rückten junge Torhüter-Talente nach, die zu überzeugen wussten. Aus diesem Grund entschieden sich die Verantwortlichen der Kalifornier, den auslaufenden Kontrakt mit Hiller nicht zu erneuern.

Als Free Agent unterzeichnete er im Juli 2014 einen Zweijahresvertrag bei den Calgary Flames. Im ersten Jahr qualifizierte er sich mit den Kanadiern für die Stanley Cup Playoffs. Der Traum vom Titelgewinn platzte allerdings in der zweiten Runde. Nach einer schwachen zweiten Saison in Calgary ohne Endrundenteilnahme kehrte Hiller der NHL den Rücken und heuerte beim EHC Biel-Bienne an, wo er nun die Schlittschuhe nach vier Saisons an den berühmten Nagel hängte.

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In der NHL lief der Goalie in 404 regulären Saisonspielen für die Ducks und die Flames auf. Er kam auf 375 Starts, eine Matchbilanz von 197-140-37 und 23 Shutouts. In den Playoffs absolvierte er für beide Teams zusammengerechnet 33 Einsätze, in denen er dreimal ohne Gegentor blieb. Die Ducks schrieben ihrem ehemaligen Schlussmann am 16. März auf Twitter zum Ende seiner Laufbahn: "Danke dir für die gute Zeit bei uns, Hillsy!"

Ebenfalls auf dem Kurznachrichtendienst würdigte der EHC Biel-Bienne die Verdienste des scheidenden Mitspielers. "Jonas Hiller gilt zu Recht als einer der größten Torhüter in der Geschichte des Schweizer Eishockeys. Mit ihm haben wir vier Mal in Folge die Playoffs erreicht, in den letzten beiden Saisons fehlte jeweils wenig für die Finalqualifikation. Adieu und ein riesengroßes Merci!", hieß es in dem Tweet.

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