Jede Woche blickt NHL.com/de auf die Leistungen der Deutschen, Österreicher und Schweizer in den sogenannten „Minor Leagues“ wie der AHL und ECHL sowie auf bereits gedraftete DACH-Spieler in den kanadischen Juniorenligen WHL, OHL und QMJHL.
In dieser Woche im Minors Report: Rückblick auf das Calder Cup Finale
Fünf Tage, nachdem mit den Carolina Hurricanes ein neuer Stanley Cup Sieger gefunden war, ist auch die Meisterschaft in der AHL entschieden. Zu deinem „Hurricanes-Doppelsieg“ kam es aber nicht, denn im Finale setzten sich die Toronto Marlies (Farmteam der Toronto Maple Leafs) mit 4:1-Siegen gegen die Chicago Wolves (Farmteam von Carolina) durch und kürten sich zum Calder Cup Champion.
Das Calder Cup Finale
In den Schlusssekunden hielt es wohl keinen der 8682 Fans im Coca-Cola Coliseum noch auf den Sitzen. Die Marlies igelten sich vor dem eigenen Tor ein und standen mit allen fünf Skatern innerhalb der eigenen Hashmarks. Die Wolves hatten längst ihren Torwart für einen zusätzlichen Angreifer gezogen und gaben nochmal einen Verzweiflungsschuss vom rechten Flügel ab, den Torontos Goalie Artur Akhtyamov parierte. Danach brachen alle Dämme. Akhtyamov feuerte seine Ausrüstung springend gen Hallendach und wurde dann von einer blauen Jubeltraube umzingelt und in die linke Ecke gedrückt. Das Ziel war erreicht: Zum zweiten Mal in ihrer Geschichte sind die Marlies der Gewinner des Calder Cup (zuvor: 2018).
Akhtyamov wurde zudem mit der Jack A. Butterfield Trophy als Playoff-MVP (wertvollster Spieler der Endrunde) ausgezeichnet. Der 24-jährige Russe, ein Viertrunden-Draftpick der Maple Leafs aus dem Jahr 2020 (106. Stelle) kam in 22 Playoff-Spielen auf 14 Siege (14-7), einen Gegentorschnitt von 2,22, eine Fangquote von 92,3 Prozent sowie zwei Shutouts.
Im entscheidenden Spiel 5 der Final-Serie hatte Toronto einen 0:2-Rückstand mit vier unbeantworteten Toren von Landon Sim (20.), Benoit-Olivier Groulx (24., im Powerplay), Jacob Quillan (36.) und Vinni Lettieri (37., im Powerplay) in einen 4:2-Vorsprung gedreht. Sechs Sekunden vor dem Ende des zweiten Durchgangs machte es Chicagos Felix Unger Sörum noch einmal spannend (40., im Powerplay), doch Akhtyamov hielt dem Druck im Schlussdrittel stand und wehrte alle neun Wolves-Torschüsse ab. Es blieb bis zum Ende beim 4:3.
Cup-Clinching-Goal-Torschütze Lettieri wurde mit seinem elften Playoff-Treffer und 26. -Punkt (11-15-26) zum Top-Torjäger und Top-Scorer der Calder Cup Playoffs 2026.
Stürmer Easton Cowen (0-3-3) legte alle drei Marlies-Tore im zweiten Abschnitt auf. Top-Verteidiger William Villeneuve (0-2-2) steuerte ebenfalls zwei Vorlagen bei, stockte sein Assist-Konto auf 21 auf und zog mit dem zweitbesten Wert in der Geschichte der AHL-Playoffs gleich.
Auf dem Weg zur Meisterschaft räumte Toronto in der ersten Runde die Rochester Americans (Farmteam der Buffalo Sabres) mit 2:1, im Division Halbfinale die Laval Rocket (Farmteam der Montreal Canadiens) mit 3:2, im Division Finale die Cleveland Monsters (Farmteam der Columbus Blue Jackets) mit 3:2 sowie im Eastern Conference Finale die Wilkes-Barre/Scranton Penguins (Farmteam der Pittsburgh Penguins) mit 4:2 aus dem Weg.
Im Calder Cup Finale hatten die Marlies die ersten drei Spiele gewonnen. Mit einem 4:2 in Spiel 1 und einem 5:4 n.V. in Spiel 2 nahm Toronto direkt zwei Auswärtssiege aus Chicago mit und legte auf heimischen Eis ein klinisches 1:0 in Spiel 3 hinterher. Spiel 4 wurde zu einem Krimi, der erst in der Overtime entschieden wurde - mit dem besseren Ende für die Wolves, die sich mit 4:3 n.V. behaupteten und die Best-of-7-Serie in ein Spiel 5 zwangen. Im dritten Heimspiel in Folge zeigten die Marlies die stärkeren Nerven und gewannen durch den 4:3-Erfolg den Calder Cup.
Memorial Cup: Kirsch ragt heraus
In den kanadischen Juniorenligen hatte der deutsche Stürmer Maxim Schäfer, vor allem aber der Schweizer Torwart Christian Kirsch viel Grund zum Jubeln.























