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Maximilian Kammerer erlebt turbulente Zeiten

Center macht eine schwierige Saison bei den Hershey Bears durch und muss öfter auf der Tribüne sitzen als ihm lieb ist

von Marc Rösch @NHLde / NHL.com/de Autor

Willkommen bei Outside the NHL. Während der Saison 2018/19 wird euch NHL.com/de jeden Samstag mit Einblicken und Stories über die Eishockey-Welt außerhalb der NHL versorgen. In dieser Ausgabe geht es um Maximilian Kammerer und die Hershey Bears.

Maximilian Kammerer erlebt bei den Hershey Bears eine denkbar turbulente Spielzeit. Der deutsche Stürmer unterschrieb im Sommer einen Vertrag bei den Washington Capitals, schaffte es im Trainingscamp jedoch nicht, sich auf Anhieb in den Kader der Meistermannschaft zu spielen. Nur wenige Wochen vor Saisonbeginn wurde er von den Verantwortlichen der Capitals in das Farmteam geschickt.

Anders als Dominik Kahun, der bei den Chicago Blackhawks direkt den Sprung in das NHL-Team schaffte, muss sich Kammerer deshalb in der American Hockey League für einen NHL-Einsatz bei den amtierenden Stanley Cup Gewinnern empfehlen.

 

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Dort befindet sich der gebürtige Düsseldorfer mit den Bears sportlich gesehen in einem ziemlichen Tiefflug. Kammerer ist, nachdem der frühere Thomas Sabo Ice Tigers-Stürmer Yasin Ehliz im November bei Stockton Heat die Segel strich und in die DEL zum EHC Red Bull München wechselte, einer von drei verbliebenen deutschen Spielern in der American Hockey League.

Neben Kammerer sind noch Manuel Wiederer und Brooks Macek in der AHL aktiv. Wiederer befindet sich in seiner zweiten Spielzeit für die San Jose Barracuda, dem Farmteam der San Jose Sharks. Olympia-Silber-Medaillen-Gewinner Brooks Macek geht für die Chicago Wolves aus der Vegas Golden Knights Organisation auf Torjagd.

Doch Kammerers erste AHL-Saison verläuft nicht annähernd so erfolgreich wie die seiner Landsleute. Macek zählt bei den Wolves zu den absoluten Leistungsträgern und hat schon 34 Punkte (17 Tore, 17 Assists) in 36 Spielen gesammelt. Wiederer führt mit den Barracuda die Pacific Division an und liegt voll auf Playoff-Kurs. Mit zwölf Punkten (acht Tore, vier Assists) ist der Fünftrunden-Draftpick der San Jose Sharks vom NHL Draft 2016 (Nummer 150) drauf und dran, seinen Vorjahreswert (16 Punkte) zu toppen.

Kammerer ist hingegen mit Hershey meilenweit davon entfernt, in der AHL ähnlich weit oben mitzuspielen. Die Bears rangieren zum Jahreswechsel abgeschlagen auf dem letzten Rang in ihrer Atlantic Division. Mit ihrer Bilanz von 14 Siegen aus 34 Spielen haben sie kaum noch eine reelle Chance auf einen Playoff-Platz. Nur die Manitoba Moose (28) und die Ontario Reign (25) haben noch weniger Punkte als Hershey (30) gesammelt, jedoch auch weniger Spiele absolviert. Hersheys 84 eigene Tore sind im ligaweiten Vergleich ein äußerst dürftiger Wert.

"Es ist nicht so, dass wir ständig haushoch verlieren, aber am Ende der Spiele treffen wir als Mannschaft nicht immer clevere Entscheidungen", verriet der 22-jährige Kammerer jüngst im Interview mit der Westdeutschen Zeitung. "Der Abstand zu den Playoff-Plätzen wird so immer größer. Wir haben noch 40 Spiele Zeit, um uns zu verbessern."

Tweet from @TheHersheyBears: Heading into 2019 with a win 😎🍾 pic.twitter.com/mZbmngBA45

Den Anfang hierzu haben die Bears am 30. Dezember gemacht. Mit 2:1 setzten sie sich im letzten Spiel des Jahres 2018 gegen die Providence Bruins durch und revanchierten sich damit für die 1:4-Heimniederlage am Tag zuvor. In dem die Bears ihrem direkten Tabellennachbarn aus Providence die Punkte abknöpften, machten sie deutlich, dass sie die Spielzeit noch nicht ganz abgehakt haben.

Umso bitterer ist für Kammerer persönlich, dass er öfter als es ihm lieb ist, als Healthy Scratch von der Tribüne aus zusehen muss. Rückschläge, die der DEL-Rookie der Saison 2016/17 aus seiner Zeit bei der Düsseldorfer EG kaum kennt. Nur 19 Mal berücksichtigten ihn das Trainer-Gespann der Bears in der Hinrunde und das, obwohl er sehr wohl respektable Leistungen abliefern konnte. Sieben Punkte (ein Tor, drei Assists) markierte er bereits für seinen Klub. Dass er seinen Stammplatz noch nicht gefunden hat, ist offensichtlich kein Hindernis zu punkten.

Zwar läuft es für Kammerer in Nordamerika noch nicht ganz rund, aber er ist nicht der Typ, der den Kopf in den Sand steckt: "Am Anfang ist es nicht so einfach. Neues Land, neue Sprache, neues System im neuen Team", führte er weiter aus, betont aber auch, wie sehr es ihm in Hershey gefällt. "Aber ich habe meine Entscheidung nicht bereut und gebe mir die Zeit."

 

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Insgesamt kann er sich drei Jahre lang Zeit nehmen. So lange läuft nämlich sein Arbeitspapier mit der Capitals-Organisation. Am 8. Dezember schoss Center Kammerer sein erstes Tor im Bears-Dress. Beim 6:3-Sieg seiner Mannschaft gegen die Hartford Wolf Pack erzielte er nach vier Minuten im zweiten Spielabschnitt den Treffer zur zwischenzeitlichen 2:1-Führung. In der teaminternen Scorerwertung kletterte er damit auf den 13. Platz.

Will er sich seinen Traum erfüllen und einem Platz im NHL-Kader der Capitals näherkommen, so muss der Linksschütze zwingend noch den einen oder anderen Torerfolg folgen lassen. Bis sein Vertrag mit dem Ende der Saison 2020/21 ausläuft, bleibt jedoch noch genügend Zeit, nachzulegen.

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