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NHL-Spieler werden im Februar an den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 teilnehmen. Damit stehen seit 2014 erstmals wieder die besten Spieler der Welt auf der Olympischen Bühne. Bis zum Turnier wirft NHL.com/de jeden Mittwoch einen Blick auf die Ereignisse rund um die NHL, die sich auf die Olympischen Winterspiele Milano Cortina 2026 auswirken könnten.

Matthews schürt den US-Traum vom Gold
Für Auston Matthews gibt es vor den Winterspielen in Mailand kein Wenn und Aber. Team-USA-General-Manager Bill Guerin hatte bereits im August beim Olympic Orientation Camp unmissverständlich klargemacht, dass für die amerikanischen Eishockeyspieler nur eine Medaille zählt: Gold. Matthews, Kapitän der Toronto Maple Leafs und einer der prägenden Stars der US-Auswahl, trägt diese Maxime voll mit - und das mehr denn je.

„Es geht um den Glauben und das Vertrauen, das Bill Guerin in uns und in diese Gruppe von Amerikanern hat“, sagte Matthews gegenüber NHL.com. „Und ich glaube, wir alle fühlen das Gleiche.“ Kurz vor dem Turnierstart ist die Überzeugung im Team spürbar, und das nicht nur wegen der individuellen Klasse, sondern auch wegen der Entwicklung, die die US-Auswahl in den vergangenen Jahren genommen hat.

OTT@TOR: Matthews stellt auf 4:2 im zweiten Spielabschnitt

Zurück auf der größten Bühne
Die Spiele in Italien markieren eine Zäsur: Erstmals seit Sotschi 2014 dürfen wieder NHL-Profis an Olympischen Spielen teilnehmen. Für die USA ist es zudem eine Gelegenheit, ein historisches Kapitel neu zu schreiben. Die letzte und bisher einzige Goldmedaille im Männer-Eishockey datiert aus dem Jahr 1980, dem legendären „Miracle on Ice“. Seither war man mehrfach nah dran, scheiterte jedoch 2002 und 2010 jeweils im Finale an Kanada.

Matthews ist überzeugt, dass sich das Kräfteverhältnis verändert hat. „Wir fühlen, dass wir auf diesem Niveau sind und um Gold mitspielen sollten“, erklärte der US-Star. Olympia sei die Chance, sich dauerhaft als beste Eishockeynation der Welt zu etablieren. Das ist ein Anspruch, den das Team offen formuliert.

Der Hunger nach dem verlorenen Finale
Auch jüngst war es wieder Kanada, das den Amerikanern den größten Traum verwehrte. Beim 4 Nations Face-Off im vergangenen Februar unterlag Team USA im Endspiel mit 2:3 nach Verlängerung. Matthews selbst hatte zwei große Chancen, scheiterte jedoch an Torwart Jordan Binnington, ehe Connor McDavid die Entscheidung herbeiführte.

Trotz der Niederlage sieht Matthews dieses Turnier als wichtigen Meilenstein. Dass man nur ein Tor vom Titel entfernt war, habe den Ehrgeiz weiter entfacht, und das sowohl bei den Spielern als auch bei den Fans. Das hochklassige Best-on-Best-Format mit NHL-Profis habe gezeigt, welches Potenzial in diesem Team steckt, betonte Matthews selbstbewusst.

Eingespielte Mannschaft und klare Rollen
Ein entscheidender Vorteil für Olympia ist dabei laut Matthews die personelle Kontinuität. Der Großteil des 4-Nations-Kaders steht auch in Italien auf dem Eis. Lediglich Chris Kreider und Adam Fox fehlen, während mit Tage Thompson, Clayton Keller und Jackson LaCombe nur drei neue Spieler dazustoßen. Matthews ist fest davon überzeugt, dass die damalige Chemie schnell wieder greifen wird.

BUF@NYI: Thompson versenkt Bensons Pass ins Kurze

Besonders hob er das Rollenverständnis innerhalb des Teams hervor. NHL-Stars ordnen sich unter, akzeptieren kleinere Aufgaben und stellen den Teamerfolg über persönliche Statistiken. „Das ist ein Zeichen eines großartigen Teams“, so Matthews.

Neben dem sportlichen Ehrgeiz freut sich der US-Kapitän auch auf das Olympische Erlebnis abseits des Eises. Das Leben im Dorf und der Austausch mit Athleten anderer Sportarten sind für ihn wichtig. Für Matthews und Team USA soll Olympia 2026 jedoch vor allem eines werden: die Erfüllung eines lange gehegten Traums. Gold.

Weitere aktuelle Notizen mit möglichen Auswirkungen auf das Turnier im Februar:

Raymond will bei Schweden glänzen
Lucas Raymond steht vor Wochen, die seine Karriere prägen könnten, und im Zentrum steht dabei sein Olympisches Debüt. Der 23-jährige Stürmer der Detroit Red Wings hat sich in der NHL längst als Führungsspieler etabliert, nun wartet mit dem Turnier vom 11. bis 22. Februar auf ihn die größte Bühne des internationalen Eishockeys.

DET@OTT: Raymond stellt auf 4:2 im dritten Spielabschnitt

„Man ist so im Alltag drin, dass man es fast vergisst. Und dann merkt man plötzlich: Das sind Olympische Spiele“, schwärmte Raymond kürzlich im Hinblick auf die kommenden Wochen in Italien. Für Schweden zählt er bereits jetzt zu den Schlüsselspielern. Schon beim 4 Nations Face-Off zeigte er, dass er auch im Best-on-Best-Format gegen die Weltelite bestehen kann. Drei Assists in drei Spielen und sein kompromissloser Einsatz machten Eindruck - nicht zuletzt bei Nationaltrainer Sam Hallam, der Raymonds extreme Wettbewerbsmentalität und Reife hervorhebt.

In Mailand soll Raymond eine tragende Rolle übernehmen, ähnlich wie in Detroit, wo er das Gesicht des sportlichen Aufschwungs ist. Doch der Schwede denkt in erster Linie mannschaftsdienlich: Rollen akzeptieren, Verantwortung übernehmen, alles dem Team unterordnen. Genau das macht ihn so wertvoll.

Für Raymond ist Olympia mehr als ein Karriere-Meilenstein. Es ist die Chance, sich endgültig auf Weltniveau zu etablieren und mit seinem Team um das höchste Ziel zu spielen.

Ottawas Tkachuk erfüllt sich Kindheitstraum

Brady Tkachuk steht kurz davor, sich einen Kindheitstraum zu erfüllen. Bei den Olympischen Winterspielen wird der Stürmer der Ottawa Senators für Team USA auf dem Eis stehen. „Alle zwölf Nationen fahren mit dem Anspruch dorthin, die Goldmedaille zu gewinnen“, sagte Tkachuk gegenüber NHL.com. Die Erfahrungen aus dem 4 Nations Face-Off im Februar 2025 haben seinen Ehrgeiz weiter verstärkt. Damals spielte er gemeinsam mit seinem Bruder Matthew für die USA, doch nach einer starken Vorrunde endete das Turnier mit einer Finalniederlage gegen Kanada in der Verlängerung. „Das hat noch mehr Feuer entfacht“, so Tkachuk.

Nach längerer Verletzungspause zeigte Tkachuk bei den Senators zuletzt wieder eine starke Form und will Ottawa im Saisonendspurt natürlich auch in Richtung Stanley Cup Playoffs führen. Doch in den kommenden Tagen und Wochen erfüllt er sich bei Olympia, so wie viele andere NHL-Spieler, erst einmal einen lang gehegten Kindheitstraum.

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