Head coach Marco Sturm of the Boston Bruins speaks at a post game press conference after the 2026 NHL Stadium Series game between the Boston Bruins and the Tampa Bay Lightning at Raymond James Stadium on February 01, 2026 in Tampa, Florida. (Photo by Josh Lavallee/NHLI via Getty Images)

Marco Sturm kommt in diesen Tagen in den Genuss eines „Heimspiels“, wenn seine Boston Bruins am Mittwochabend (7 p.m. ET; Donnerstag, 1 Uhr MEZ) auswärts bei den Florida Panthers antreten. Aus Sicht des deutschen Trainers hätten es die Spielplaner der NHL kaum besser machen können, denn die Familie des 47-jährigen Dingolfingers lebt im „Sunshine State“, weshalb er für die anstehende Olympia-Pause direkt vor Ort bleiben kann. Über ein Angebot, die deutsche Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen Milano Cortina 2026 zu unterstützen, kam auch deshalb nie in Frage.

Auszeit statt Olympia

„Ich werde hier in Florida bleiben“, sagte Sturm über seine Pläne für die Pause. „Das ist unser zweites Zuhause, wenn nicht sogar unser erstes. Ich weiß nicht, wie ich es nennen würde, aber ich bleibe hier mit meiner Frau und meinen Kindern und werde versuchen, ein Vater zu sein, bevor es zurück nach Boston geht. Ich sehe sie nicht so häufig und möchte wie gesagt wieder versuchen, ihr Papa zu sein.“

In die Versuchung, Team Deutschland bei Olympia als ein Teil des Trainerteams zu begleiten, kam Bostons Headcoach daher nicht.

„Es war eine leichte Entscheidung für mich, denn ich brauche Abstand. Ich fühle die ganzen Reisen, die Spiele und den Stress ebenfalls. Es war zuletzt echt viel. Also freue ich mich auf eine kleine Pause und den spannenden Abschnitt danach.“

Sturm drückt zwei Parteien die Daumen

Die Nationalmannschaft wird Sturm also vor dem TV verfolgen. Dabei werden aber zwei Herzen in seiner Brust schlagen.

„Ich feure beide an: Ich bin Deutscher, also sind das natürlich auch meine Jungs. Ich möchte, dass sie sich gut schlagen und bin gespannt darauf, sie spielen zu sehen. Natürlich werde ich auch meine Spieler genau verfolgen. Hoffentlich kommen welche von ihnen sehr sehr glücklich zurück.“

Insgesamt neun Bruins-Spieler werden ihre Länder bei den Winterspielen in Italien vertreten. Darunter David Pastrnak, der sogar als Fahnenträger für Tschechien antreten wird, Landsmann Pavel Zacha, die US-Amerikaner Jeremy Swayman und Charlie McAvoy, die Finnen Joonas Korpisalo und Henri Jokiharju, die Schweden Elias und Hampus Lindholm sowie Lette Dans Locmelis.

„Sie sollen diese Spiele genießen, es ist eine große Ehre und eine großartige Erfahrung. Ich wünsche ihnen nur das Beste“, sagt Sturm. „Sie sollen es genießen, denn man weiß nie, was in Zukunft passieren wird. Es sind Erfahrungen fürs Leben. Hoffentlich kann einer von den Bruins mit einer Medaille zurückkommen.“

Unvergessliche Erinnerungen an 2018

Sturm selbst kam 2018 in Pyeongchang mit einer Silbermedaille und als großer Held zurück. Als DEB-Cheftrainer führte er Deutschland zu diesem nie für möglich gehaltenen Erfolg. Daraufhin begann er seinen Aufstieg zum NHL-Headcoach.

„Ich habe es mir noch ein paarmal angeschaut“, sagt Sturm über das Eishockey-Wunder, das acht Jahre zurückliegt. „Ich sage es gerne noch einmal: Es war eine der besten Erfahrungen, die ich in meiner Hockey-Karriere gemacht habe. Du stehst auf der größtmöglichen Bühne. Wenn du da bist, dann fühlst du das. Es gibt nichts Besseres als das.“

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