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Zu Tränen gerührt

NHL-Legende Martin St. Louis wird von den Tampa Bay Lightning geehrt

von Robin Patzwaldt / NHL.com/de Autor

Immer wieder besonders schön sind diese feierlichen Momente, wenn die Trikotnummer eines verdienten Spielers'unter das Hallendach' gezogen wird, die Rückennummer des ehemaligen Aktiven 'retired', in Zukunft also ihm zu Ehren von der Franchise nicht mehr neu vergeben wird.

So geschehen auch gestern Abend in Tampa Bay, wo die Rücken-Nummer '26' von Martin St. Louis als erste Nummer der Organisation entsprechend geehrt wurde.

St. Louis gewann den Stanley Cup mit den Lightning im Frühsommer 2004, als er in einer denkwürdigen Finalserie dazu beitragen konnte, dass der Stanley Cup erstmals auch am Strand von Florida platziert werden durfte, die Calgary Flames am Ende sportlich knapp den Kürzeren zogen.

Er ist inzwischen nach dem Ende seiner aktiven Zeit zudem der Führende der Franchise in Sachen Punkte (953), Assists (588), Unterzahl-Tore (28), Game Winner (64) und Überzahl-Punkte (300).
Seine insgesamt 365 Treffer führen ihn auf Rang Zwei in dieser Kategorie, direkt hinter Vincent Lecavalier, der es auf 383 gebracht hatte.

St. Louis gewann die Hart Trophy 2004, die Art Ross Trophy in 2004 und 2013, sowie den Lady Byng Award in 2010, 2011 und 2013. Es dürfte also keine Zweifel daran geben, dass ihm die Ehre am gestrigen Abend unzweifelhaft gebührt hat.

Geboren im Jahre 1975 im kanadischen Laval, schloss sich St. Louis ungedrafted zunächst den Cleveland Lumberjacks aus der IHL an. Erst während der Saison 1997-98 wurde er von den Calgary Flames unter Vertrag genommen.

In der Saison 1998-99 kam er dann auch dort zu seinen ersten Einsätzen in der NHL. 1999-2000 gehörte er den Großteil der Saison zu deren NHL-Kade. Allerdings wurde sein Vertrag dort nicht verlängert.
Er erhielt zur nächsten Saison dann einen Vertrag bei den Tampa Bay Lightning, wo er auch sofort einen festen Platz im NHL-Kader hatte.

In der Spielzeit 2003-04 erreichte St. Louis den sportlichen Höhepunkt seiner Karriere. Als damals bestes Team der Eastern Conference qualifizierten sich die Lightning für die Playoffs. Angeführt von den Führungsspielern St. Louis, Brad Richards, Vincent Lecavalier und Fredrik Modin gewannen sie gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Calgary Flames in einer hart umkämpften und bis heute legendären Finalserie den Cup.

Der gestern so feierlich Geehrte war damals mit 94 Punkten der beste Scorer der NHL-Saison und erhielt im Anschluss die Art Ross Trophy. Außerdem wurde er seinerzeit als wertvollster Spieler mit der Hart Memorial Trophy und als bester Spieler mit dem Lester B. Pearson Award ausgezeichnet.

In der Spielzeit 2006-07 zeigte er dann wieder sein ganzes Können und bildete gemeinsam mit Lecavalier eines der gefährlichsten Angriffsduos in der gesamten NHL. St. Louis stellte damals mit 43 Toren und 59 Vorlagen neue persönliche Bestwerte im Offensivbereich auf, übertraf erstmals die 100-Punkte-Marke in einer Spielzeit. Im Jahre 2013 gewann er im Alter von 37 Jahren dann seine zweite Art Ross Trophy.
Kurz vor der 'Trade Deadline' wurde St. Louis im März 2014 aus Tampa Bay zu den New York Rangers transferiert, die dafür damals u.a. ihren Kapitän Ryan Callahan nach Florida abgaben.

In New York konnte er mit den Rangers noch einmal bis in das Finale um den heißbegehrten Stanley Cup vorstoßen, wo man dann jedoch den Los Angeles Kings recht eindeutig unterlag.
Am 2. Juli 2015 gab St. Louis schließlich das Ende seiner aktiven Karriere in der besten Eishockeyliga der Welt bekannt.

Nun kehrte er für diese Ehrung noch einmal vielbeachtet nach Tampa Bay auf die bestens vertraute Eisfläche zurück, dorthin wo er seine großen sportlichen Erfolge feiern konnte. Und es war ein würdiger Abend am Freitag.

NHL Comissioner Gary Bettman, Eigentümer Jeff Vinik und Teamkapitän Steven Stamkos ehrten den Veteranen ausgiebig. Dieser gab sich gerührt, brach in seine Dankesrede kurz in Tränen aus. Rund 20 Minuten sprach St. Louis zu den feierlich gestimmten Fans, erinnerte und bedankte in seiner Rede auch an seine im Jahre 2014 verstorbene Mutter. Augenblicke, welche den Anwesenden eine Gänsehaut verursachten.
Es sind diese ganz besonderen Momente im NHL-Alltag, die einem noch nach Jahren in guter Erinnerung bleiben. Wahrlich bemerkenswert!

 

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