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In dieser Ausgabe: Adler Mannheim machen Goc und Hecht zu Co-Trainern

Neue Besen kehren gut: Bei den Adler Mannheim aus der PENNY DEL hat sich dieses Sprichwort bewahrheitet. Nach wenig erbaulichen Liga-Auftritten in jüngster Vergangenheit erhielten Trainer Pavel Gross und sein Assistent Mike Pellegrims vorigen Montag die Kündigung. Zum neuen Coach wurde Bill Stewart und zu seinen Co-Trainern die beiden ehemaligen NHL-Profis Marcel Goc und Jochen Hecht berufen. Mit dem neuen Trio gewannen die Adler ihre ersten beiden Spiele souverän mit 6:1 gegen die Krefeld Pinguine und mit 4:1 gegen die Grizzlys Wolfsburg.
"Ich habe am Montagvormittag einen Anruf bekommen. Man sagte mir, dass es eine Situation in der Mannschaft gebe, für die dringend eine Lösung gefunden werden müsse. Ich bin hingefahren, wir haben geredet und jetzt stehe ich da", schilderte Goc in einem Interview mit dem Online-Portal Mannheim24 seine Beförderung vom Development Coach zum Assistenztrainer der Adler. Wie die Arbeitsaufteilung der drei aussieht, erläuterte er ebenso. "Jochen und ich werden uns die Arbeit mit den Special Teams teilen und vorne auf der Bank wird Bill das Zepter in der Hand halten", sagte er.

Goc und Hecht werden im Trainingsalltag auch ihre langjährige NHL-Erfahrung in die Waagschale werfen. Der in Calw im Schwarzwald geborene Goc absolvierte 636 Partien in der regulären Saison für die San Jose Sharks, Nashville Predators, Florida Panthers, Pittsburgh Penguins und St. Louis Blues. Dabei brachte er es auf 188 Scorerpunkte (75 Tore, 113 Assists). In den Stanley Cup Playoffs kamen 15 Punkte (fünf Tore, 15 Assists) in 63 Partien hinzu.
Der gebürtige Mannheimer Hecht trug in der NHL das Trikot der Blues, Edmonton Oilers und Buffalo Sabres. Für ihn stehen 833 Einsätze in der regulären Saison und 463 Punkte (186 Tore, 277 Assists) zu Buche. In den Playoffs sammelte er 32 Zähler (14 Tore, 18 Assists) in 59 Begegnungen.
Goc ist sich sicher, dass die Zusammenarbeit mit Hecht, der zuletzt im Scouting der Adler tätig war, und Stewart problemlos funktioniert. "Jochen und Bill haben ja schon einmal in dieser Konstellation zusammengearbeitet. Beide verstehen sich prima. Ich selbst durfte unter Bill spielen, deshalb kenne ich ihn mittlerweile auch ganz gut. Ich komme mit beiden gut aus", so der ehemalige Angreifer, der 2018 als aktiver Spieler mit Deutschland bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang die Silbermedaille holte.
Nach Ansicht von Hecht bedarf es nicht viel, damit die Adler wieder erfolgreichere Zeiten als in den vergangenen Wochen erleben. "Wir müssen ein paar Kleinigkeiten aus den Jungs herauskitzeln, zum Beispiel den Spaß und dass sie wieder ihren Instinkten vertrauen. Wenn wir das schaffen, wird es sehr weit gehen", prophezeite er im Gespräch mit Mannheim24. Es sei nötig, viel mit den Spielern zu reden und offene Türen zu haben, wenn sie Fragen hätten oder anderweitig Hilfe benötigten.
Stewart, der als Spieler und Trainer über eine NHL-Biografie verfügt und die Adler 2001 als Coach zum Deutschen Meister machte, entfachte sofort neues Feuer innerhalb der Belegschaft. "Die Stimmung war elektrisierend. Jeder saß gespannt auf den vorderen Zentimetern seines Platzes", beschrieb er auf der Klubseite die Szenerie bei der ersten Teamsitzung. "Sicher muss man in dieser Situation, in der sich die Mannschaft befindet, aufpassen, was man sagt und wie man es sagt. Aber die Jungs brennen alle, sind in guter Form. Ich bin mir sicher, dass wir mit ein paar kleinen Anpassungen viel bewegen können. Es geht mehr um die Psyche."

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Für den inzwischen 64 Jahre alten Stewart ist es der zweite Einsatz als Feuerwehrmann in Mannheim. Im Dezember 2017 beerbte er den entlassenen Sean Simpson und führte die Adler anschließend bis ins Halbfinale der Playoffs. Dort unterlagen sie dem späteren Champion EHC Red Bull München.
Einen ähnlichen, wenn nicht sogar besseren Erfolgslauf erhoffen sich die Verantwortlichen des achtmaligen Titelträgers auch diesmal. Der Einstand des Trainertrios hat dahingehend für eine Menge Zuversicht gesorgt. Der Lackmustest für Stewart, Goc und Hecht erfolgt jedoch erst im Playoff-Viertelfinale, in dem die Adler ab dem 10. April auf die unbequem zu bespielenden Straubing Tigers treffen. Sollten sie den erfolgreich bestehen und im Verlauf der Endrunde einen Höhenflug ihrer Schützlinge auslösen, könnte sich aus dem zunächst bis Saisonende befristeten Engagement durchaus ein länger andauerndes Arbeitsverhältnis ergeben.