CHI@MTL: Fleury sichert seinen 500. Karrieresieg

Torhüter Marc-Andre Fleury von den Chicago Blackhawks hat am Donnerstag den Meilenstein von 500 Siegen in der NHL erreicht und damit Ligageschichte geschrieben. Diese besondere Marke hatten vor ihm nur Martin Brodeur (691) und Patrick Roy (551) geschafft. Fleury sicherte sich den Jubiläumserfolg mit dem 2:0 seiner Mannschaft bei den Montreal Canadiens. Er parierte 30 Schüsse bei seinem zweiten Shutout in der laufenden Saison.

Als noch 20 Sekunden zu spielen waren, riefen die Zuschauer im Bell Centre lautstark "Fleury! Fleury!" Selbst die gegnerischen Fans erwiesen dem Schlussmann der Blackhawks auf diese Weise ihre Reverenz. "Ich bekomme noch immer eine Gänsehaut, wenn ich an diesem Moment denke", sagte der Gepriesene über die Sympathiebekundungen.
Mit Montreal und den Canadiens verbindet Fleury eine besondere Beziehung. Der Goalie kam in Sorel, Quebec, nur eine knappe Autostunde nördlich der kanadischen Metropole zur Welt. "Es bedeutet mir viel, dass so viele Leute aus Quebec stolz auf mich sind, weil ich selbst von hier stamme und jetzt an dieser Wegmarke angekommen bin. Dass ich dadurch so viele Herzen berührt habe, ist cool", meinte er.

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Fleury hat jedoch auch schon eine andere Seite des Montrealer Publikums kennengelernt. "Man hat mich nicht immer so gerngehabt wie heute. Ganz im Gegenteil: Ich wurde hier häufig ausgebuht und niedergeschrien im Laufe meiner Karriere", erinnerte sich der 37 Jahre alte Schlussmann. "Ich weiß nicht warum, aber in diesem Gebäude ist es mir immer enorm schwergefallen zu gewinnen."
Fleury begann seine NHL-Laufbahn bei den Pittsburgh Penguins, die ihn beim NHL Draft 2003 als First-Overall-Pick ausgewählt hatten. Dort spielte er bis 2017. Anschließend stand er vier Jahre bei den Vegas Golden Knights zwischen den Pfosten, bevor er im Sommer in einem Trade zu den Blackhawks wechselte.
Dass er überhaupt einmal in der Beletage des nordamerikanischen Eishockeys auflaufen würde, war für ihn anfangs keineswegs sicher. "Die NHL schien immer zu weit weg für mich zu sein. Ich dachte eigentlich nie, dass ich es dorthin schaffen würde. Aber ich habe einfach weitergemacht und mein Bestes gegeben und viel Spaß dabei gehabt", resümierte der Jubilar.
Seine Teamkollegen hatten sich in den 60 Minuten gegen die Canadiens mächtig ins Zeug gelegt, um ihrem Torwart den ersehnten 500. Sieg zu bescheren. Nach den Toren von Jonathan Toews im zweiten Drittel und Henrik Borgstrom im letzten Abschnitt gaben sie sich keine Blöße in der Defensive und sorgten so am Ende für kollektive Feierstimmung.
"Ich denke, jeder hat gesehen, dass wir heute für ihn gewinnen wollten", betonte Chicagos Interimstrainer Derek King. "Das hat das Ganze speziell gemacht, vor allem hier in seiner Heimat." Begeistert zeigte sich der Coach von der Jubelarie seitens der Canadiens-Fans. "Das war eine edle Geste. Wir hatten gedacht, dass nur die Mannschaft und wir Coaches ihm nach Spielende ein paar anerkennende Klapse verpassen würden. Aber so etwas wie die Fans heute habe ich zuvor noch nie gesehen", sagte er.
King glaubt nicht, dass noch viele NHL-Torhüter die Marke von 500 Siegen toppen werden. "Man sieht ja die Namen, wer das bisher geschafft hat. Mir fällt im Moment kein Torhüter ein, der auch nur annähernd so viele Spiele gemacht hat und so viele Erfolge gefeiert hat. Das wird es daher nicht mehr oft geben", so der Blackhawks-Coach.
Fleury gelang der Meilenstein sogar schneller als Brodeur und Roy. Er benötigte dafür lediglich 901 Einsätze.
Chicagos Kapitän Toews, der am Donnerstag erstmals in dieser Saison ein Tor geschossen hatte, freute sich riesig für seinen Mitspieler. "Es ist großartig und passend, dass ihm diesen Sieg ausgerechnet hier in Montreal gelungen ist. Wir fühlen uns alle geehrt, dass wir ein Teil davon sein konnten", gab er zu Protokoll.

CHI@MTL: Toews nutzt ein Überzahlspiel im 2. Drittel

Die Blackhawks setzen jetzt ihren Kurztrip in den Osten Kanadas fort. Am Samstag treffen sie in der Scotiabank Arena auf die Toronto Maple Leafs (7 p.m. ET; NHL.tv; So. 1 Uhr MEZ). Im Anschluss folgen drei Heimspiele gegen die Calgary Flames, die Washington Capitals und die Nashville Predators. Mit einer Matchbilanz von 10-14-2 und 22 Punkten aus 26 Spielen belegt Chicago derzeit den siebten Platz in der Central Division.