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Die Torhüterposition galt gemeinhin als Achillesferse der Minnesota Wild auf dem Weg in die Stanley Cup Playoffs. Bei der NHL Trade Deadline haben die Verantwortlichen des Klubs auf dieses Problem reagiert und mit Marc-Andre Fleury von den Chicago Blackhawks einen absoluten Topmann an Land gezogen. Er gewann mit den Pittsburgh Penguins dreimal den Stanley Cup und sicherte sich im Vorjahr in Diensten der Vegas Golden Knights die Vezina Trophy als bester Goalie der NHL.

Als weitere Verstärkungen für die Defensivabteilung holten die Wild die Verteidiger Nicolas Deslauriers von den Anaheim Ducks und Jake Middleton von den San Jose Sharks. Für zusätzliche Tiefe in der Offensive soll Center Tyson Jost sorgen, der bei einem Trade mit den Colorado Avalanche verpflichtet wurde.
Durchschnittlich 3,15 Gegentore pro Partie mussten die Wild bis dato in dieser Saison hinnehmen, was in der NHL-Gesamtwertung lediglich den 22. Platz bedeutet. General Manager Bill Guerin hofft, dass es mit Fleury zwischen den Pfosten künftig nicht mehr so häufig hinten einschlägt. "Flower ist einer von den Burschen, die nicht altern. Er ist ein unglaublicher Athlet, der sehr auf seine körperliche Verfassung achtet. Und er ist herausragender Torwart, der in der Zukunft definitiv einen Platz in der Hall of Fame einnehmen wird", sagte er über den Neuzugang. "Die Teamkollegen und unser gesamtes Umfeld werden Flower schätzen, so wie das auf allen seinen bisherigen Stationen der Fall gewesen ist. Wir freuen uns, dass wir ihn bei uns haben."

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Fleury und Guerin kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit bei den Penguins. Dass dies jetzt die Einfädelung des Trades einfacher machte, liegt nahe. "Wir standen im Laufe der Jahre immer wieder in Kontakt. Ab und an haben wir uns am Rande eines Spiels getroffen und ausgetauscht. Ich weiß daher, wie er tickt", berichtete Fleury. "Er macht in Minnesota einen großartigen Job. Das hat man während der Deadline gesehen, bei der er der Mannschaft etliche Teile hinzugefügt hat."
Sein neues Team gefällt Fleury nach eigenem Bekunden gut. "Es ist ausgezeichnet. Ich freue mich darauf, dazuzustoßen und so bald wie möglich zu spielen." Gespannt sei er außerdem auf die Fans der Wild.
Den Weg nach Minnesota tritt der 37 Jahre alte Routinier alleine an. Seine Familie bleibt erst einmal in Chicago. "Das war eine harte Entscheidung", räumte er ein. "Wir lassen die Kinder die Schule dort fertig machen und werden versuchen, einen Weg zu finden, um uns in den kommenden Wochen so oft wie möglich sehen zu können."

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Was die sportliche Seite anbelangt, hält Fleury einen Angriff der Wild auf den Stanley Cup durchaus für möglich. "Ich denke, wir haben das Zeug dazu, in den Playoffs gut abzuschneiden. Das System und die Struktur passen. In der Mannschaft steckt jede Menge Potenzial. Die Voraussetzungen für einen Playoff-Run sind deshalb gegeben", betonte er.
In 928 NHL-Einsätzen während der regulären Saison hat Fleury mittlerweile 511 Siege eingefahren. Damit liegt er in der ewigen Bestenliste der Torhüter an dritter Stelle hinter Spitzenreiter Martin Brodeur (691) und dem Zweiten Patrick Roy (551). Zumindest Roy auf der Gewinnerliste noch zu überholen, scheint durchaus drin zu sein.
"Mein Hauptziel waren 500 Siege. Das hatte ich mir vor ein paar Jahren in den Kopf gesetzt. Natürlich will man danach immer den Nächsten auf der Liste packen. Patrick und Marty sind zwei von meinen Vorbildern. Ich werde alles daransetzen, so lange zu spielen, wie es irgend geht. Dann wird man sehen, was noch machbar ist", ließ Fleury zu diesem Thema verlauten.
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Gespannt auf die bevorstehende Zeit bei den Wild ist auch Angreifer Jost. "Ich weiß viel über Minnesota und habe dort eine Menge Freunde", gab er nach Bekanntgabe des Trades zu Protokoll. "Es ist ein starkes Team in einer eishockeyverrückten und schönen Stadt. Als ich davon erfahren habe, dass es Minnesota werden würde, habe ich mich riesig gefreut, dorthin zu kommen und mitzuhelfen, dass die Mannschaft so oft es geht gewinnt und die Playoffs erreicht", fügte er hinzu.
Blueliner Deslauriers beschrieb seine Qualitäten, die er den Wild zur Verfügung stellen kann, wie folgt: "Ich sorge für die nötige Energie und ein sicheres Defensivspiel." In der Offensive sollte man dagegen keine Wunderdinge von ihm erwarten. "Ich wünschte, ich könnte 19 Tore machen wie Moose (Marcus Foligno - d. Red.). Aber dafür reichen meine Fähigkeiten leider nicht aus", sagte er mit einem schelmischen Lächeln.