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Die Tampa Bay Lightning schlugen die Dallas Stars am Montag in Spiel 2 des Stanley Cup Finales im Rogers Place in Edmonton mit 3:2. Damit fanden sie eine passende Antwort auf die 1:4-Niederlage in Spiel 1 und schafften den wichtigen Ausgleich in der Serie.

Die Partie begann mit der Intensität, die man in einem Finale erwartet, wie vor allem Nikita Kucherov zu spüren bekam. Der Superstar der Lightning musste im ersten Wechsel einen harten Check von Stars-Kapitän Jamie Benn einstecken und bekam in den folgenden Minuten einen hohen Stock gegen den Kopf, schlug heftig in die Bande hinter dem Tor ein.
"Das war ein harter Start", gab Kucherov zu. "Aber das sind die Playoffs, da muss man spielen, egal was kommt. Ich habe mich gut gefühlt und wir haben einen guten Job gemacht und haben zur richtigen Spielweise gefunden.
Die Lightning wurden von dem Einsatz des Stürmers aber offenbar mitgerissen, denn anders als in der ersten Begegnung verschliefen sie den Start dieses Mal nicht und heizten den Stars gehörig ein.
Das zwang die Stars zu mehreren Strafzeiten, die die Lightning am Ende nutzten. Während Joe Pavelski wegen Beinstellens auf der Strafbank saß, spielte Kucherov den Puck in den Slot zu Brayden Point, der in der 12. Minute direkt zum 1:0 abschloss.

DAL@TBL, Sp2: Lightning liefern drei schnelle Tore

Wenig später musste Jamie Oleksiak zwei Minuten wegen Haltens verbüßen und wieder klingelte es. In der 15. Minute bediente Kucherov Ondrej Palat mit einem Querpass durch die Box zum 2:0 in Überzahl.
"Wir sind einfach bei dem geblieben, was wir können", fand Kucherov eine schlichte Erklärung für den Erfolg im Powerplay. "Wir hatten im ersten Spiel schon gute Szenen, haben aber nicht getroffen. Wir haben das Spiel einfach simpel gehalten und haben heute zwei Tore geschossen."
Keine Minute später schlug der Puck zum dritten Mal hinter Torwart Anton Khudobin ein, der in den vorherigen Spielen fast unbezwingbar schien. Verteidiger Kevin Shattenkirk traf mit einem Schuss von der blauen Linie, während sieben Spieler zwischen ihm und dem Tor standen und Khudobin damit keine Chance hatte den Puck zu sehen. Zwischen dem ersten Tor und dem 3:0 lagen nur 3:53 Minuten.
"Wir denken nicht über Khudobin nach", erklärte Kucherov den plötzlichen Erfolg gegen den starken Torhüter. "Wir wollen einfach unser Spiel durchziehen, den Puck zum Tor bringen, vor ihm für Verkehr sorgen und ihm die Sicht nehmen. So trifft man in den Playoffs. Er ist ein guter Spieler, ein guter Torwart, aber wir machen uns über ihn keine Gedanken."
Im zweiten Drittel wurde das Spiel deutlich ruppiger, was den Stars in die Karten spielte. Während sie drei Mal auf der Strafbank landeten, kassierte Tampa Bay sechs Strafen. So konnte Dallas die Kontrolle über das Spielgeschehen übernehmen und kam im Mittelabschnitt auf 18:5 Torschüsse, von denen allerdings nur einer sein Ziel fand.
In der 35. Minute feuerte Verteidiger John Klingberg den Puck in Überzahl von der blauen Linie Richtung Tor und Joe Pavelski fälschte unmittelbar vor Torhüter Andrei Vasilevskiy unhaltbar zum ersten Tor der Stars ab.

DAL@TBL, Sp2: Pavelski trifft in Überzahl

Die Stars nahmen das Momentum mit in den Schlussabschnitt und kamen bald zum Anschluss. Als Klingberg den Puck in der 46. Minute in das Drittel der Lightning brachte und von außen zum Tor zog spekulierte Vasilevskiy auf den Schuss, der Schwede spielte aber seinen Landsmann Mattias Janmark in der Mitte an, der nur noch den Schläger hinhalten musste.
"Wir waren 3:0 vorne und haben dann im zweiten Drittel zu viele Strafen kassiert", gab Abwehrchef Victor Hedman zu. "Da gerieten wir unter Druck und Vasilevskiy hat einige wichtige Saves gezeigt. Im dritten Drittel haben wir dann das 3:2 kassiert, aber danach haben wir wieder zu den Dingen gefunden, die uns erfolgreich machen. Wir haben den Puck tief gespielt, waren gut im Forecheck und haben gute Chancen gehabt."
Weniger zufrieden mit dem Spielverlauf war man naturgemäß auf der Gegenseite Rick Bowness, der Coach der Stars, haderte nach der Schlusssirene mit dem Auftritt seiner Mannschaft im ersten Drittel: "Wir waren am Anfang nicht gut im Spiel. Das erste Drittel ging heute klar an den Gegner. Der zweite Abschnitt ging dann aber an uns. In den finalen 20 Minuten war es eine ausgeglichene Begegnung. Das wird eine harte Auseinandersetzung", prognostizierte der Coach unmittelbar nach der Niederlage.
Die Lightning wirkten im dritten Abschnitt der Begegnung wieder konzentrierter und machten mehr Druck. In der 50. Minute bejubelten sie dann das 4:2, doch die Freude währte nur kurz. Stars-Trainer Rick Bowness zog die Coaches Challenge, die Schiedsrichter überprüften die Szene und nahmen das Tor wegen Abseits zurück.
Damit blieb es beim 3:2 und die Teams gehen beim Stand von 1:1 in der Serie in Spiel 3, das am Mittwoch stattfindet (8 p.m. ET, Do. 2 Uhr MESZ; NHL.tv, Sport1+, DAZN).