Lian Bichsel 5-28

Lian Bichsel ist einer der großen Hoffnungsträger der Dallas Stars und des gesamten Schweizerischen Eishockeys. Der 20-Jährige wurde beim NHL Draft 2022 in der 1. Runde an Position 18 von den Texanern gepickt. Das NHL-Debüt des Verteidigers fand zwar noch nicht statt. Dafür aber hat er in der AHL bei den Texas Stars und auch in der schwedischen SHL wertvolle Erfahrungen gesammelt, um für die NHL bereit zu sein. Die zurückliegende Spielzeit verbrachte er beim schwedischen Team Rögle BK, mit denen er in das Finale vorrückte und erst dort mit 1:4 gegen Skelleftea AIK verlor.

„Es war unglaublich“, sagt Bichsel im Gespräch mit NHL.com/de. „Ich meine, niemand hat erwartet, dass wir so weit kommen würden. Das war wirklich cool für uns. Wir hatten das ganze Jahr über Probleme. Als ich dort ankam, wechselten wir den Trainer, die ganze Organisation änderte sich ein wenig. Und dann haben wir ein paar Sachen geändert, so einige Kleinigkeiten – und plötzlich sind wir durchgestartet. Wir fingen an, Spiele zu gewinnen, auch die wichtigen Spiele. Das gab uns Auftrieb. Und dann ging es in die Playoffs.“

Erfolgslauf in den Playoffs

Bichsel denkt gerne an die K.o.-Runde zurück: „Wir haben drei Teams gesweept. So etwas gab es noch nie zuvor in Schweden, dass eine Mannschaft von Platz 9 so weit kommt.“ Tatsächlich schien es so, als wäre die Mannschaft überhaupt nicht mehr zu stoppen. Erst wurde Timra IK in zwei Spielen mit 2:0 besiegt, dann Färjestad BK mit 4:0, ebenso im Halbfinale Växjö Lakers innerhalb von vier siegreichen Spielen. „Und dann standen wir im Finale, da war alles möglich“, erzählt Bichsel. „Wir wussten, dass wir auf einen starken Gegner treffen, die in den Playoffs immer stark sind. Am Ende haben sie gewonnen. Aber es waren immer enge Spiele.“

Bichsel kennt die schwedische Liga. Er verbrachte bereits zuvor zwei Spielzeiten bei Leksands IF. Im zurückliegenden Winter wurde er leihweise nach Rögle gegeben, wo 2020/21 bereits der deutsche Verteidiger Moritz Seider von den Detroit Red Wings eine starke Entwicklung nahm. Auch Bichsel ist fest davon überzeugt, sich weiterentwickelt zu haben: „Mein Schlittschuhlaufen, die Bewegungen auf dem Eis wurden viel flüssiger. Ich habe viel im Fitnessstudio trainiert. Ich glaube, meine gesamte Körperstruktur wurde mehr wie die eines Eishockeyspielers. Darüber bin ich sehr glücklich. Ich konnte einen weiteren Schritt machen, der mir hier in Übersee hilft.“

Erst AHL, dann SHL – und bald NHL?

Bichsel hatte die Saisonvorbereitung bei den Texanern begonnen und war mit sich selbst durchaus zufrieden. „Ich denke, ich habe eine wirklich gute Leistung gezeigt. Ich habe dem Trainerstab hier gezeigt, dass sie mich brauchen können, dass ich ein guter Spieler bin. Letztendlich hat es im ersten Jahr nicht geklappt. Das ist auch ein unglaubliches Team hier. Sie haben so viele gute Spieler. Daher habe ich die Saison in der AHL begonnen, um einfach zu sehen, wie das Eishockey und das Leben hier so ist. Es hat wirklich Spaß gemacht, ich habe gute Freunde gefunden. Eishockey ist hier auf jeden Fall anders. Aber im Dezember habe ich die Chance ergriffen und bin nach Schweden zurückgekehrt.“

Insbesondere in den Playoff-Spielen erwies sich Bichsel als sehr effektiv und verbuchte in 15 Spielen ein Tor und fünf Assists. „Ich mochte das Land von Anfang an sehr“, sagt er in Anspielung an seine vorherigen beiden Spielzeiten. „Ich mag das Eishockey dort, ich mag auch die Kultur. Und es war meine letzte Chance, vielleicht noch einmal eine Meisterschaft in Schweden zu gewinnen.“ Während dieses Ziel knapp verfehlt wurde, haben die Dallas Stars in der NHL noch immer die Gelegenheit dazu. Die Texaner führen die Serie gegen die Edmonton Oilers mit 2:1 an. Bichsel versucht, dem Team bestmöglich zu helfen. „Ich bin hier und unterstütze die Jungs, wo ich kann, beim Training oder in der Kabine“, sagt er.

Bichsel lernt von den Dallas Stars: „Einfach immer weiterarbeiten“

Auch er selber kann dabei viel von seinen zukünftigen Mitspielern lernen. In Spiel 3 durfte er miterleben, wie die Stars mit 0:2 zurücklagen und am Ende dennoch 5:3 gewannen. „Man muss einfach immer weiterarbeiten und darf sich nicht zu viele Gedanken machen, auch wenn ein Tor gegen einen fällt. Das habe ich hier gelernt. Ich lerne überhaupt sehr viel von diesem Team und den ganzen Jungs“, sagt Bichsel. „Es ist einfach eine großartige Gelegenheit für mich als junger Spieler, zu lernen und einfach alles aufzusaugen.“

Sein großes Ziel ist es, ab der kommenden Saison selber ein wichtiger Spieler in der NHL zu sein. „Wir als Team haben natürlich erst einmal das Ziel, den Stanley Cup zu gewinnen. Aber für mich persönlich geht es mit der nächsten Saison so richtig los. Ich will mich darauf gut vorbereiten und habe das Ziel, nächstes Jahr in den Kader zu kommen.“

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