Heute analysieren wir die Winnipeg Jets (Teil 2).
Es dauerte bis zur fünften Runde beim NHL Draft 2017, bis der erste und einzige Name eines deutschen Spielers an diesem Tag erklang. Die Winnipeg Jets hatten den Berliner Leon Gawanke an Gesamtposition 136 ausgewählt. Der Auserkorene verfolgte das Geschehen per Livestream im Internet. Weil die Übertragung im Netz zeitversetzt lief, überbrachte ihm sein Berater die frohe Kunde telefonisch, noch bevor sie auf dem Bildschirm zu sehen war, wie Gawanke in einem Interview bei Inforadio RBB erzählte. Nun setzt er alles daran, sich seinen Traum von der NHL-Karriere zu erfüllen.
Der 19-jährige Verteidiger durchlief die Juniorenabteilungen der Eisbären Berlin. 2016/17 wechselte er von der U19, die in der DNL spielt, in die kanadische Juniorenliga QMJHL zu den Cape Breton Screaming Eagles. Dort überzeugte er durch konstant gute Vorstellungen. Gawanke kam auf 54 Einsätze und verbuchte dabei 32 Scorer-Punkte (8 Tore, 24 Vorlagen). In der Plus-Minus-Statistik kam er auf einen Gesamtwert von +11. Der ansehnliche Leistungsnachweis blieb den Spähern der Jets nicht verborgen. Sie empfahlen dem Management, sich mit Gawankes Wahl beim Draft die Rechte am Defensivspieler für die nächsten Jahre zu sichern.
Selbstredend hatten ihn auch die Verantwortlichen der Eisbären für ihr DEL-Team auf dem Zettel stehen. Doch Coach Uwe Krupp machte Geschäftsführer Peter John Lee klar, dass Verhandlungen mit dem hochveranlagten Nachwuchsmann reine Zeitverschwendung Axelseien. "Mit dem müssen wir uns erst gar nicht beschäftigen. Der geht gleich nach Amerika", sagte der Stanley-Cup-Champion laut Inforadio RBB. Krupp sollte recht behalten. Wenig später packte Gawanke die Koffer und bestieg den Flieger in Richtung Neufundland.