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Darüber dürfte es keinerlei Zweifel geben: Leon Draisaitl ist der stärkste deutsche Eishockeyspieler aller Zeiten, der Erfolge feiern konnte, wie sie nicht einmal annähernd einem anderen gelangen. Der 25-Jährige wurde mit der Art Ross Trophy, dem Ted Lindsay Award und der Hart Memorial Trophy im Anschluss der Saison 2019/20 geehrt. Die vergangenen fünf Spielzeiten schloss er viermal unter den besten zehn Scorern der Liga ab. In den letzten zwei Saisons führte er jeweils zusammen mit seinem Teamkollegen Connor McDavid die Scorerwertung an. Was ihm und seinen Edmonton Oilers jedoch noch fehlt ist der Gewinn des Stanley Cup. Am Freitag beim Trainingscamp stellte sich der Kölner den Fragen der Medienvertreter und blickte zuversichtlich auf die anstehende Saison.

"Das ist die in der Tiefe am stärksten besetzte Gruppe, die wir je hatten, vielleicht seit ich hier bin. Im Jahr 2017 hatten wir natürlich ein wirklich starkes Team. Ich denke, das gibt uns einfach zukünftig mehr Optionen. Wir sind vermutlich eine etwas unberechenbarere Mannschaft als in der Vergangenheit", so Draisaitl, der die Saison 2016/17 anspricht, als sich die Oilers erstmals seit elf Jahren für die Stanley Cup Playoffs qualifiziert hatten und in die zweite Runde einzogen.
2020/21 kam wie im Jahr zuvor für Edmonton das Aus bereits in der Stanley Cup Qualifikation und der ersten Runde. Bevor die Oilers einen nächsten Anlauf auf den Gewinn des Stanley Cups machen können, stehen erst einmal 82 Spiele in einer schwierigen Hauptrunde vor ihnen.

Top 10 Leon Draisaitl Spielzüge von 2021

"Unser Fokus liegt auf der regulären Saison. Daran gibt es keinen Zweifel. Wir müssen erst einmal die Playoffs erreichen, um einen Vorstoß zu machen und weit zu kommen. Und wir müssen es versuchen. Wir haben aus dem letzten Jahr gelernt. Ich denke, wir sind uns alle einig, dass wir nicht schlecht gespielt haben. Vielleicht waren die Chancen nicht so gut, aber auch die muss man sich verdienen. Manchmal ist es für eine Mannschaft gut, so sehr es auch weh tut. Wir werden dadurch besser sein. Wir haben hier eine wirklich starke Gruppe, jeder scheint motiviert zu sein. Wir ziehen alle am gleichen Strang."
Das jeder einzelne seine Hausaufgaben während der Sommerpause gemacht hat, ist die Grundvoraussetzung zum mannschaftlichen Erfolg. Und Draisaitl ist hochprofessionell dieser Verpflichtung nachgekommen, weiß sein Trainer Dave Tippett zu berichten.
"Er ist in großartiger Form, seine Testergebnisse waren phänomenal. Man hält ihn für einen großartigen Spieler, aber auf dem Eis ist er ein Bulle. Er ist körperlich stark und in toller Form. Man spricht von Führungsqualitäten, und wenn wir da draußen sind, ist er der Erste in der Reihe, der alles macht. Wenn man versucht, Clips zu finden, die man dem Team zeigen kann, gute Clips, dann tauchen Leon und Connor in diesen Clips sehr oft auf. Die jungen Spieler sehen, was er auf dem Eis macht, und sie sehen, wie hart sie arbeiten, und Leon will etwas Größeres und Besseres erreichen. Er hat den Willen, dass die Oilers ein richtig gutes Team werden, und da sind wir jetzt angelangt."
Tippett erwähnt die Freundschaft zwischen Connor McDavid und Draisaitl, und dass sich beide gegenseitig antreiben, was einhergehe mit der Arbeitsmoral und der Fähigkeit, dem Team zum Sieg zu verhelfen: "Großartige Spieler wie sie übernehmen die Verantwortung. Deshalb haben wir manchmal das Gefühl, dass wir sie zu häufig eingesetzt haben, denn sie wollen es umsetzen. Sie sehen einen an, als wollten sie da rausgehen und ihre Arbeit erledigen. Sie erwarten das auch von den anderen und sie verstehen ihre Rolle so, dass sie gut sein müssen, damit unser Team gut ist. Wir sind der Meinung, das Team um sie herum stärker gemacht zu haben, aber sie haben sicherlich auch die Verantwortung übernommen, selbst stärker zu werden."

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Während des Trainingscamps bildet Draisaitl mit Kailer Yamamoto und Ryan Nugent-Hopkins eine Sturmformation. "Ich bin sehr aufgeregt. Ich liebe es, mit den beiden zu spielen, und wir wollen diese Chemie wiederherstellen. Sie sind überragende Spieler, es ist einfach mit ihnen zu spielen", sagt Draisaitl.
Sein Coach hielt sich noch bedeckt darüber, wie die Sturmformationen der Oilers aussehen werden: Wir werden im Trainingscamp verschiedene Dinge ausprobieren, um zu sehen, wie es läuft. Aber man muss nicht viel Eishockey sehen, um zu verstehen, dass sie etwas Besonderes sind, wenn sie [McDavid und Draisaitl] zusammenspielen. Davon abgesehen müssen wir mehr Ausgewogenheit in unserer Aufstellung finden. Es wird Zeiten geben, in denen sie größtenteils nicht gemeinsam auf dem Eis stehen, und dann wird es Zeiten geben, in denen sie zusammen im Powerplay sind. Es wird Momente im Spiel geben, in denen ich sie zusammenspielen lasse. Ich glaube, das gefällt ihnen irgendwie. Sie wollen auch für ein ausgeglichenes Team Verantwortung übernehmen. Wir werden sehen, wie es von Spiel zu Spiel läuft. Es ist eine gute Karte, die man in der Tasche hat."

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Mit welchen Mitspielern Draisaitl kommende Saison auch auflaufen wird, die Oilers wollen ihr Defensivspiel weiter verbessern. "Es gibt immer Punkte, in denen man sich steigern kann. Wir wussten schon letztes Jahr, dass wir unsere Einstellung und unsere Spielweise ein wenig ändern müssen. Ich glaube, dass es noch viel Raum für Verbesserungen gibt. Wir werden weiter daran arbeiten und noch besser werden. Die Offensive wird sich von selbst regeln", gibt der deutsche Ausnahm-Eishockeyspieler die Marschroute vor.
Ihren Saisonauftakt bestreiten die Oilers am 13. Oktober im heimischen Rogers Place gegen die Vancouver Canucks.