BUF Peterka 10-23

Egal, wie überlegen eine Mannschaft spielerisch ist, manchmal soll es einfach nicht sein. Das zeigte sich am Montag, als die Buffalo Sabres zu Hause im KeyBank Center trotz eines dominanten Auftritts mit 1:3 gegen die Montreal Canadiens verloren. Buffalo hatte ein deutliches Übergewicht an Puckbesitz und Torchancen, Schussversuchen und Überzahlsituationen, doch der Puck wollte einfach nicht ins Tor. So mussten die Sabres, die diese Saison nach langer Abwesenheit in die Stanley Cup Playoffs zurückkehren wollen, die vierte Niederlage in sechs Spielen einstecken.

Montreal zeigt unter Druck vollen Einsatz

Die Canadiens schienen über weite Strecken einen Schritt zu langsam, um mit dem talentierten jungen Team der Sabres Schritt zu halten, doch ein Mangel an Kampfgeist und Einsatzwillen kann man ihnen nicht nachsagen. 27 Checks und 17 geblockte Schüsse standen am Ende in der Statistik. Alleine fünf geblockte Schüsse gingen auf das Konto des Abwehr-Veteranen David Savard, der seinem Torhüter Jake Allen damit das Leben deutlich leichter machte.

MTL@BUF: Allen liefert schöne Parade

„Das war unglaublich“, schwärmte Stürmer Brendan Gallagher über den Einsatz seines Kollegen. „Das erfordert viel Mut. Er macht das schon lange so. Ich kann gar nicht beschreiben, was für ein Gefühl es den Mitspielern auf der Bank gibt, wenn man so einen Teamkollegen hat.“ 

Die Canadiens liegen mit 23,15 Checks pro 60 Minuten Spielzeit auf Rang zwei der NHL. 17,46 geblockte Schüsse pro 60 Minuten bringen sie auf Rang neun. 

Buffalos Powerplay macht guten Eindruck 

Die Sabres verbrachten alleine zehn Minuten, ein Sechstel der gesamten Spielzeit, in Überzahl. Die Powerplay-Spezialisten des Teams erspielten sich dabei eine ganze Reihe an guten Chancen und brachten die Canadiens gehörig ins Schwitzen. Nach einem schnellen Start der Gäste, die bereits in der dritten Minute durch Justin Barron in Führung gingen, war es dann auch das Powerplay, das für den Ausgleich sorgte. Jeff Skinner jagte den Puck in der achten Minute aus spitzem Winkel zum 1:1 unter die Latte. Verteidiger Rasmus Dahlin bereitete das Tor vor und verlängerte seine Punkteserie damit auf fünf Spiele in Folge mit mindestens einem Assist. Insgesamt ließ die Chancenverwertung aber zu wünschen übrig.

MTL@BUF: Skinner aus spitzem Winkel erfolgreich

„Ihr Torwart war heute wirklich gut“, gab Buffalos Trainer Don Granato zu. „Ich würde sagen, dass wir nicht mit genug Überzeugung und Entschlossenheit zum Tor gegangen sind. Das war für mich offensichtlich. Wir haben uns Chancen erarbeitet. Ich glaube, wir hatten elf Schüsse im Powerplay. Das Powerplay sah gut aus, hat aber nicht getroffen und bei fünf gegen fünf haben wir nicht genug Druck aufs Tor gemacht.“

Allen entschärft Buffalos Offensive

Das Lob durch den Trainer der Sabres verdiente sich Allen zwischen den Pfosten der Canadiens redlich. Insgesamt war er mit 37 Torschüssen konfrontiert, von denen er 36 stoppte. Auch wenn Granato den Mangel an Druck bei gleicher Spielerzahl kritisierte, waren die 26 Torschüsse der Sabres bei fünf gegen fünf auch nur einer weniger, als Montreal insgesamt hatte. Allens Rückhalt gab seinen Teamkollegen die Chance, das Spiel im dritten Drittel zu entscheiden. Gallagher traf in der 44. Minute, Tanner Pearson legte in der 57. Minute ein Powerplaytor nach.

„Im Moment versuche ich einfach von Spiel zu Spiel besser zu werden“, blieb Allen bescheiden. „Das ist mein Mantra, das ist mein Ziel... Das war heute ein wichtiger Sieg nach einem emotionalen Sieg vorgestern (3:2 gegen Washington Capitals). Da wieder ins Spiel zu kommen ist nicht immer einfach, aber unser Team hat mich beeindruckt. Es war kein schöner Sieg, aber es war ein Sieg.“

MTL@BUF: Pearson trifft gegen Sabres

Sabres richten Blick nach vorne 

„Es ist frustrierend, aber wenn man sich das zu sehr zu Herzen nimmt, wird man diese Negativität nie los“, erklärte Buffalos Starstürmer Tage Thompson. „Ich glaube, dass Tore in Wellen kommen. Oft hat man einfach eine Strähne. Man muss einfach in jedem Wechsel die richtigen Dinge tun. Das haben wir heute gemacht. Deshalb tut die Niederlage natürlich noch mehr weh. Aber daran können wir nichts ändern. Wir müssen einfach weiter so spielen.“ 

Dass diese aktive und offensive Spielweise erfolgreich sein kann, wissen die Sabres bereits aus der vorherigen Partie. Am Samstag deckten sie die New York Islanders mit 42 Torschüssen ein und gewannen das Spiel mit 3:1. Thompson, der vergangene Saison 94 Punkte (47 Tore, 47 Assists) gesammelt hatte, feuerte zehn dieser Schüsse ab. Er wartet noch auf seine erste Torsträhne der Saison und steht bei einem Treffer. 

Am Montag teilte er sich die Führung in der Kategorie Torschüsse mit Dylan Cozens und dem Münchner JJ Peterka. Peterka befindet sich in seiner zweiten NHL-Saison und erzielte bereits zwei Treffer in sechs Spielen. 

„Das waren jetzt zwei solche Spiele hintereinander, in denen wir dem anderen Team seinen Willen genommen und es mental schon besiegt hatten“, sah Thompson eine positive Entwicklung. „Sie haben dann natürlich das Tor im dritten Drittel gekriegt und das hat ihnen wieder Leben eingehaucht. Wenn wir aber so weiterspielen, ist das ein Erfolgsrezept. So werden wir viele Spiele gewinnen.“

Duell Peterka-Stützle steht an 

Die nächste Begegnung wird ein harter Test für die Sabres, aber auch ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten für Peterka. Buffalo trifft bereits am Dienstag auf die Ottawa Senators, die genau wie die Sabres und die Detroit Red Wings mit Moritz Seider eine Chance auf die Rückkehr in die Playoffs sehen. Bisher haben sie eine Bilanz von 3-2-0, Buffalo steht bei einer Ausbeute von 2-4-0. 

Beide Teams sind offensiv ausgerichtet und bauen auf schnelle und talentierte junge Stürmer. Bei den Sabres ist Peterka ein wichtiger Teil dieser Gruppe, bei den Senators übernimmt der ehemalige Mannheimer Tim Stützle eine Führungsrolle. Beide wurden im NHL Draft 2020 gewählt, als sie mit Lukas Reichel ein deutsches Spitzentrio bildeten, das auch im Nachwuchs der Nationalmannschaft in einer Paradereihe auflief. Stützle war damals der dritte Pick des Drafts, Reichel wurde von den Chicago Blackhawks an 17. Stelle gewählt und Peterka war der dritte Pick der zweiten Runde, insgesamt die Nummer 34. 

Stützle teilt sich mit sechs Punkten (2 Tore, 4 Assists) die Führung in der teaminternen Scorerliste der Senators mit drei weiteren Spielern und blieb nur am Samstag gegen die Red Wings ohne Punkt. Das Duell zwischen ihm und Peterka verspricht Spannung und das Potenzial zu einer torreichen Angelegenheit. Der Sabres-Stürmer dürfte gegen die Senators mit einem guten Gefühl in die Partie gehen, denn in seiner Rookie-Saison erzielte er am 13. Oktober 2022 im ersten Saisonspiel sein erstes NHL-Tor gegen Ottawa.

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