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Ab Mitte September beginnen in der NHL die Trainingscamps zur Vorbereitung auf die Saison 2021/22. Vom 16. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 jedes Team der Liga genauer unter die Lupe. Die Bestandsaufnahme umfasst die wichtigsten personellen Veränderungen, die Schlüsselspieler, die Stärken und Schwächen sowie die Playoff-Chancen der Klubs.
In dieser Ausgabe: Columbus Blue Jackets

Vor zehn Jahren trafen die Blue Jackets eine Entscheidung, die sich im Nachhinein als gewaltiger Fehlschlag entpuppte. Sie gaben seinerzeit mit Jakub Voracek ihren Erstrundenpick beim NHL-Draft 2007 (Gesamtposition 7) an die Philadelphia Flyers ab und holten dafür im Gegenzug Jeff Carter. Während Voracek sich an seiner neuen Wirkungsstätte zu einem der beständigsten NHL-Stürmer entwickelte, floppte Carter bei der Vertretung aus Ohio. Nach nicht einmal einer kompletten Saison reichten sie ihn an die Los Angeles Kings weiter.

voracek

Vor einem Monat entschlossen sich die Blue Jackets zu einem Neuanfang mit Voracek. Für ihn tradeten sie Angreifer Cam Atkinson zu den Flyers. Die Verantwortlichen von Columbus hoffen, dass der Heimkehrer der Offensive der Mannschaft neue Impulse verleiht.
Bilanz 2020/21: 18-26-12; 8. Platz in der Discover Central Division
Postseason 2021: Nicht qualifiziert
Trainer: Brad Larsen, erste Saison
Zugänge: F Jakub Voracek, D Adam Boqvist, F Sean Kuraly, D Jake Bean
Abgänge: D Seth Jones, F Cam Atkinson, D Michael Del Zotto, F Mikhail Grigorenko, D Adam Clendening
In der vergangenen Saison stellte Voracek seine Scorerqualitäten erneut eindrucksvoll unter Beweis. In 53 Einsätzen für Philadelphia gelangen ihm 43 Punkte (neun Tore, 34 Vorlagen). In den zurückliegenden vier Spielzeiten brachte er es auf einen Schnitt von 73 Zählern pro 82 Partien. Insgesamt sind für den Rechtsaußen 738 Punkte (216 Tore, 522 Assists) in 968 Spielen für die Flyers und die Blue Jackets verzeichnet.

Larsen JD Jarmo

Jarmo Kekalainen, General Manager der Blue Jackets, macht keinen Hehl daraus, dass er schon lange ein Fan von Voracek ist. Bereits beim Draft 2007, als er als Assistenz-GM für die St. Louis Blues tätig gewesen sei, habe er ein Auge auf ihn geworfen. "Wenn ich mich recht erinnere, hatten wir das neunte Zugriffsrecht. Wir versuchten eher zum Zug zu kommen, um uns Voracek zu sichern. Aber das klappte nicht, da Columbus schneller war", erinnerte sich Kekalainen. 14 Jahre später ist ihm schließlich die Verpflichtung des Angreifers geglückt. Dessen Achtjahresvertrag läuft noch bis Ende 2023/24 und schlägt pro Saison mit 8,25 Millionen US-Dollar zu Buche.
Voracek ist nach eigenen Angaben glücklich über die Rückkehr an den Platz, an dem seine NHL-Laufbahn begann. "Es gibt viele Leute in der Organisation und sogar in der Stadt Columbus, mit denen ich über all die Jahre in Kontakt geblieben bin. Ich freue mich jetzt darauf, mich mit ihnen zum Abendessen zu treffen und bei einem Bier über alles zu reden. Wir hatten immer ein tolles Verhältnis untereinander in Columbus", sagte er.
Möglich wurde der Transfer nicht zuletzt deshalb, weil Voracek durch sein hohes Gehalt viel Cap-Space bei den Flyers in Anspruch nahm und der Klub nach dem enttäuschenden Saisonverlauf die Karten im Team neu mischen wollte.
Was die künftige Rolle von Voracek in der Mannschaft der Blue Jackets angeht, hat Kekalainen klare Vorstellungen. "Er ist ein hervorragender Passspieler und kann die Pucks in die Nahtstellen zu unseren Schützen (Oliver) Bjorkstrand, (Patrik) Laine und (Emil) Bemstrom bringen. Er ist darüber hinaus ein exzellenter Akteur im Powerplay und ein Kämpfer, der über den nötigen Biss verfügt und einfach gerne Eishockey spielt", erläuterte er.

CHI@CBJ: Laine schönes Tor vom Ende zum anderen

Die Statistik belegt die Aussage des General Managers. Allein in den vergangenen sieben Saisons hatte Voracek 333 Assists zu verzeichnen. Damit liegt er im NHL-Gesamtklassement für diesen Zeitraum auf dem sechsten Platz. In Überzahl kam der Flügelstürmer in der gleichen Spanne auf 127 Assists. NHL-weit rangiert er mit dieser Ausbeute an neunter Stelle. Es fällt einem daher nicht schwer, sich Voracek als idealen Sturmpartner für Laine vorzustellen, sowohl im Spiel 5 gegen 5 als auch im Powerplay.
Dass Voracek mit 32 Jahren mittlerweile zur reiferen Generation der NHL-Profis gehört, ist nach Ansicht von Kekalainen kein Nachteil. "Jake ist nach wie vor hungrig und will zeigen, dass er noch viel Sprit im Tank hat und viele Kilometer abreißen kann. Wir sind froh, ihn in unserem Team zu haben", meinte der General Manager.