Im Schweizer Eishockey gärt es. Auslöser ist die Änderung der Ausländerregel in der National League. Der zufolge ist es den Teams der obersten Spielklasse des Landes gestattet, ab der Saison 2022/23 sieben statt vier Spieler pro Match mit ausländischer Staatsangehörigkeit einzusetzen. Die Leitung der Liga verspricht sich durch diese Maßnahme eine Kostensenkung für die Klubs. Der Schweizer Eishockeyverband Swiss Ice Hockey und die Spielergewerkschaft Swiss Ice Hockey Players' Union (SIHPU) üben jedoch heftige Kritik an diesem Beschluss. Sie sehen gravierende Nachteile auf den Schweizer Nachwuchs und die Auswahlmannschaften zukommen.
Bei Swiss Ice Hockey ist man darüber hinaus verärgert, dass die Ligaleitung den Verband vor vollendete Tatsachen gestellt hat. Eine öffentliche Stellungnahme in Bezug auf die Neuregelung zum Ausländerkontingent folgte prompt. Darin heißt es: "Als Dachverband des Schweizer Eishockeys sprechen wir uns weiterhin klar gegen eine Erhöhung des Ausländerkontingents aus, weil wir durch diese Maßnahme negative Konsequenzen für das gesamte Schweizer Eishockey, den Nachwuchs und unsere Schweizer Spieler befürchten. Mit Unverständnis nehmen wir außerdem zu Kenntnis, dass weder die Verbandsführung noch die Nationalmannschaften im Vorfeld in die entsprechenden Diskussionen der Liga rund um die Zukunft unseres Eishockeys involviert wurden und keine Detailkenntnisse über die gefällten Beschlüsse haben."
Das Grummeln unter den Schweizer Spielern ist ebenfalls deutlich vernehmbar. Nach Angaben der SIHPU haben sich über 90 Prozent von ihnen gegen die Erhöhung des Ausländerkontingents in der National League ausgesprochen. Sie glauben, dass dies die nachhaltige Entwicklung des Schweizer Eishockeys verschlechtert.
Jonas Hiller, der Präsident der Spielergewerkschaft, zeigte sich genauso irritiert wie der Verband. "Ich glaube, dass die Integration der jungen Spieler in eine erste Mannschaft leiden wird und dass es langfristig ein riesiges Problem sein wird für das Schweizer Eishockey - national und international", ließ er in den Medienkanälen der Spielergewerkschaft verlauten. Sein Argument verdeutlichte er an einem persönlichen Beispiel: "Wenn Davos zu Beginn meiner Karriere nicht auf zwei junge Goalies gesetzt hätte, hätte ich nie diese Leistungen erbringen können, die mich in die Nationalmannschaft und später in die NHL führten."