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NHL.com/de blickt auf bedeutende deutschsprachige Spieler zurück, die ihre Schlittschuhe für einzelne Franchises geschnürt haben. In dieser Folge die St. Louis Blues.

Aller guten Dinge sind in diesem Fall vier. Je zwei Deutsche und zwei Österreicher haben in der NHL-Geschichte bisher das Trikot der St. Louis Blues getragen. Wobei die beiden Deutschen den etwas nachhaltigeren Eindruck hinterlassen haben.
Im Jahr 1995 zogen die Blues in der zweiten Runde des NHL Drafts an insgesamt 49. Stelle Jochen Hecht. Der gebürtige Mannheimer absolvierte 138 seiner 833 NHL-Spiele im Trikot der Mannschaft aus St.Louis. Dabei musste er sich etwas gedulden. Erst in den letzten drei Partien der Saison 1998/99 holten ihn die Blues aus dem Farmteam in den NHL-Kader. Dabei wollte ihm zwar kein Scorerpunkt gelingen, doch das holte er dafür in den Stanley Cup Playoffs nach. Hechts große Stunde schlug im Halbfinale der Western Conference gegen die Dallas Stars. Seine beiden Treffer halfen die Serie zum 2:2 auszugleichen. Die Blues schieden allerdings trotzdem aus.
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In der Saison darauf gab es für Hecht und die Blues am Ende eine bittere Enttäuschung. Zunächst hatte sich der gebürtige Mannheimer in das Team gespielt und kam auf 63 Einsätze (13 Tore, 21 Assists), und auch für die Blues lief es in der Hauptrunde super. St. Louis war das beste Team der Western Conference und traf in der ersten Playoff-Runde auf die an Position acht gesetzten San Jose Sharks. Dort kam das enttäuschende Aus nach sieben Spielen, in denen Hecht vier Tore und sechs Vorlagen verbuchte.
Im nächsten Jahr trafen Hecht und die Blues wieder in der ersten KO-Runde auf die Sharks. Diesmal drehten sie den Spieß um und gewannen die Serie 4:2. In der folgenden Runde gelang sogar ein Sweep gegen die Dallas Stars. Im Finale der Western Conference war allerdings Endstation gegen den späteren Stanley Cup Sieger Colorado Avalanche. Punktemäßig war diese Spielzeit Hechts beste in St. Louis. In 72 Spielen traf er 19 Mal und bereitete 25 Tore vor. In 15 Playoff-Partien gelangen ihm zwei Tore und vier Vorlagen.
Nach dieser Saison war das Kapitel St. Louis für Hecht beendet. Über den Umweg Edmonton Oilers fand der bei den Buffalo Sabres sein Glück in der Liga, bevor er in der DEL bei seinem Heimatverein Adler Mannheim die Karriere beendete.
Der zweite Deutsche, der für die Blues auflief, war Marcel Goc. Allerdings waren die Blues die letzte Station seiner Karriere in Nordamerika. Die San Jose Sharks sicherten sich die Dienste von Goc im Draft 2001 schon in der ersten Runde an 20. Stelle. 636 Partien absolvierte er insgesamt, schoss dabei 75 Tore und bereitete 113 Treffer vor.

GocBlues

In der Saison 2014/15 wurde er im Tausch für Maxim Lapierre von den Pittsburgh Penguins zu den Blues geschickt. Dort gelangen ihm in 31 Spielen noch ein Tor und zwei Vorlagen. In vier Playoff-Partien blieb er ohne Scorerpunkt. Danach war für Goc das Kapitel NHL abgeschlossen. Auch er beendete bei den Adlern Mannheim in Deutschland seine Laufbahn.
Ein guter Bekannter in der DEL ist auch Dominic Lavoie. Der gebürtige Kanadier, der aber auch einen österreichischen Pass hat, stand drei Spielzeiten bei den Hannover Scorpions unter Vertrag. Seine NHL-Karriere war da schon vorbei. Zur Stammkraft reichte es bei Lavoie nicht. Zwischen 1988/89 und 1993/94 brachte er es auf 38 Spielen in der besten Liga der Welt. Er erzielte fünf Tore und leistete achtmal die Vorarbeit.
Gedraftet wurde Lavoie nie. Über die Minor Leagues machte er auf sich aufmerksam. Sein NHL-Debüt feierte er in der Saison 1988/89. Die Blues setzten ihn einmal ein. Sein erstes Tor gelang ihm erst in der Spielzeit darauf. In dieser hatte er mit 13 auch die meisten Einsätze in einer NHL-Saison. Insgesamt brachte es Lavoie in 26 Spielen für die Blues auf zwei Tore und vier Vorlagen.
1992/93 war Lavoie zuerst ein Bestandteil der Organisation Ottawa Senators und anschließend bei den Boston Bruins aktiv. Doch auch dort kam er nicht über die Rolle eines Ergänzungsspielers hinaus. Das galt auch für seine letzte NHL-Station, die Los Angeles Kings. Nach der Saison 1993/94 ging es für ihn nach Europa, zuerst zu VEU Feldkirch nach Österreich. Über Hannover ging es dann zurück nach Feldkirch, zum EC Supergau.
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Auch für den zweiten Österreicher reichte es lediglich zu wenigen Einsätzen bei den Blues. Der Wiener Reinhard Divis bemühte sich vergeblich um den Posten als Nummer eins im Tor der Blues. Im Jahr 2000 wurde Divis in der achten Runde an 261. Stelle von den Blues gedraftet. Unterm Strich stehen für ihn 28 NHL-Einsätze (16 Starts), alle für die Blues, zu Buche. Der Linksfänger bekam in der Saison 2001/02 seine ersten NHL-Minuten. 2002/03 kam er in zwei Starts auf zwei Siege. 2003/04 hatte er mit 13 Einsätzen (neun Starts, vier Siege, vier Niederlagen) die meisten in einer Saison. 2005/06 stand er noch einmal in zwölf Spielen auf dem Eis, hatte bei fünf Starts aber auch fünf Niederlagen in der Statistik.
Divis' Pech: Die Blues hatten zu seiner Zeit immer gestandene NHL-Torhüter in ihren Reihen, die nur schwer zu verdrängen waren: Brent Johnson, Chris Osgood, Fred Brathwaite, Patrick Lalime oder Curtis Sanford. Zur Saison 2006/07 ging er wieder zurück nach Europa und heuerte in Salzburg an. Nach der Spielzeit 2011/12 beendete er in Wien seine Karriere.