BOS@PHI: Pastrnak erzwingt OT mit Hattrick

Was für ein Abend für David Pastrnak! Der Stürmer der Boston Bruins war beim 4:3-Auswärtssieg n.V. bei den Philadelphia Flyers an allen Toren beteiligt und ragte mit einem Hattrick heraus. Seitdem der 24-jährige Tscheche von einer Hüft-Operation zurück ist, hebt er seine Mannschaft auf ein neues Niveau.

Hattrick! Pastrnak lässt es krachen
Schon der Beginn war verheißungsvoll: Gerade einmal zwölf Sekunden waren gespielt, da war das Lachen von Pastrnak im verwaisten Wells Fargo Center zu hören: Patrice Bergeron gewann das Auftakt-Bully, Charlie McAvoy verteilte die Scheibe auf den linken Flügel, wo Pastrnak durchstartete, Gegenspieler Shayne Gostisbehere mit einer Körpertäuschung narrte, mit Tempo zum Tor zog und auf 1:0 stellte.
Auch im Powerplay war voll auf den Torjäger Verlass: Nach einem frechen Querpass vor dem Tor von Bergeron musste Pastrnak nur noch den Abzug zum 2:3 drücken (53.). 15 Sekunden vor der Schlusssirene riskierte Boston alles, nahm Torwart Tuukka Rask für einen zusätzlichen Stürmer vom Eis und erzielte beim 6-gegen-4 den späten Ausgleich, als Pastrnak die Scheibe direkt aus der Luft abfasste und den Spielstand auf 3:3 egalisierte (60.). Sein Hattrick war perfekt!
Und natürlich wäre Pastrnak nicht Pastrnak, wenn er nicht auch beim OT-Siegtreffer seine Hände mit im Spiel gehabt hätte: Nach einer Direktabnahme des Tschechen reagierte Bergeron am schnellsten und staubte gedanken- und reaktionsschnell zum Sieg der Bruins ab (61.).

BOS@PHI: Pastrnak trifft nach zwölf Sekunden

"Es war eine Entscheidung, die ich im Bruchteil einer Sekunde getroffen habe: Ich habe gesehen, dass die Verteidiger nah an mir dran waren, deshalb habe ich geschossen", beschrieb Pastrnak die Momente vor dem Siegtreffer. "Wir haben gut gespielt und die zwei Punkte heute verdient."
Vor allem dank Pastrnak, dem sein neunter Karriere-Hattrick in der regulären Saison gelang. "Das hat Spaß gemacht", grinste Pastrnak hinterher. "Es waren wichtige Spielzüge im Powerplay von Bergy (Patrice Bergeron) und March (Brad Marchannd). Das fühlt sich gut an. Vor allem nach meiner Verletzung."
Monster-Comeback nach Hüft-OP
Der Rechtsschütze musste sich am 16. September 2020 einer Hüft-Operation unterziehen und kehrte erst am 30. Januar 2021 zurück. "Die Reha hat lange gedauert. Das war etwas, was ich in meiner Karriere so noch nicht hatte. Es war ein langer Weg zurück. Sobald ich nach der Operation wieder aufs Eis gehen durfte, war mir klar, dass sich mein Zustand schnell verbessern und ich mich großartig fühlen würde", beschrieb Pastrnak die schwere Zeit. "Meine Team- und Reihenkollegen haben mich unterstützt. Ich spiele schon seit Jahren in derselben Reihe. Die Chemie war also schon da und musste nicht neu geschaffen werden. Das hat mir bei der Rückkehr sehr geholfen."
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Genau dieses Comeback kann sich sehen lassen: In den drei Spielen seit seiner Rückkehr erzielte Pastrnak fünf Tore und gab zwei Assists. "Ich glaube, dass jeder das erwartet hat", erzählte Bruins-Torwart Rask mit einem Grinsen. "Er hat hart gearbeitet, um so früh wie möglich zurückkehren zu können. Und er ist, wie er ist: Er kann schießen, er kann treffen, er kommt in diese Schusspositionen. Und wenn er den Puck aufs Tor bringt, dann ist er meist drin."
Das bekommt Rask auch im Training zu spüren: "Zum Glück schießt er im Training viel auf Jaro (Jaroslav Halak)", scherzte der Finne. "Er hat einen klasse Abschluss. Manchmal verzögert er ihn auch, um dich zu einer Bewegung zu zwingen. Er hat gelernt, die Scheiben hart aufs Tor zu bringen und braucht nicht immer die Ecken zu treffen, um ein Tor zu schießen. Er ist einer der besten Torjäger im Moment und wird das hoffentlich noch lange bleiben."
Klasse Moral: Bruins mit drittem Comeback in Folge
Zumal Boston in dieser Saison in jedem Spiel mit Pastrnak punkten konnte (2-0-1). Wohlgemerkt immer nach einem fulminanten Comeback: Sowohl beim 3:4 n.V. gegen die Washington Capitals als auch beim 5:3 im "Rückspiel" kamen die Bruins nach einem 0:3-Rückstand zurück. In Philadelphia lag Boston bereits mit 1:3 zurück.
"Natürlich können wir das nicht immer schaffen, auch wenn es in den letzten paar Spielen geklappt hat. Wir wissen, dass wenn wir unsere Leistung über die vollen 60 Minuten abrufen, wir dann gute Dinge passieren lassen und Spiele drehen können. Lieber wäre es mir trotzdem, wenn wir mal 3:1 vorne liegen würden", so Pastrnak. "Es war ein Charakter-Sieg."

BOS@PHI: Bergeron gewinnt Spiel im PP und in OT

Ähnlich sieht das auch Rask: "Wir wollen nicht, dass das zur Gewohnheit wird. Gleichzeitig ist es auch schön zu sehen, dass wir das können. Das baut Selbstvertrauen in unserer Kabine auf."
Kein Kappenregen
Davon hat Pastrnak derzeit reichlich. An das Bild, dass es in Zeiten von Corona nach einem Hattrick keinen Kappen-Regen gibt, muss sich der 24-Jährige aber erst noch gewöhnen: "Wir alle vermissen die Fans und wollen sie zurückhaben. Eishockey ist nicht dasselbe ohne Fans. Ich bin mir aber sicher, dass alle Bruins-Fans es im Fernsehen verfolgt haben und ich kann mich nur für die Unterstützung bedanken."