Eine Zwischenbilanz, die für das so erfolgsversprechend in die Saison 2019/20 gestartete Franchise eine Enttäuschung darstellte. New York fuhr vom 12. Oktober bis 5. November zehn Siege in Folge ein, schraubte bis zum 25. November seinen Klub-Rekord auf siebzehn Spiele mit mindestens einem Punktgewinn.
In den folgenden vier Monaten lief es nicht mehr annähernd so gut. Zudem verletzten sich im Verlauf der regulären Saison mit Cal Clutterbuck, Adam Pelech, Casey Cizikas und Johnny Boychuk Stützen des Teams und mussten phasenweise ersetzt werden.
Verletzungen in Kombination mit schwankenden Leistungen in der Abwehr und im Tor ließen vor der Pause die Islanders mit sieben Niederlagen am Stück (0-3-4) aus den Playoff-Rängen fallen.
Trotzdem gibt es gute Gründe, an den Erfolg des Teams aus Long Island zu glauben, wenn die NHL demnächst ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen wird.
Barry Trotz weiß, wie es geht
Ein großer Mutmacher in Bezug auf einen möglichen Titelgewinn der Islanders heißt Barry Trotz. Der 57-jährige Kanadier hat 2018 bei den Washington Capitals unter Beweis gestellt, dass er eine Mannschaft zum Stanley Cup-Titel führen kann. Mit 4:1 Siegen setzten sich die Capitals gegen den Liganeuling aus Nevada, die Vegas Golden Knights, durch.
Trotz verfügt über viele Jahre NHL-Erfahrung als Coach. Er hat vor seinem Engagement bei den Capitals aus den Nashville Predators in jahrelanger harter Arbeit (1998 bis 2014) einen ernstzunehmenden Titelanwärter geformt. Auch sein positiver Einfluss auf die Organisation der Islanders wurde unmittelbar nach seinem Amtsantritt im Sommer 2018 spürbar.
Ausgeglichenheit des Kaders ist der Trumpf
Video: FLA@NYI: Greiss rettet spektakulär gegen Barkov
Denkt man an die Islanders, fällt einem auf Anhieb kein Superstar aus dem Kader ein. Das stellt aber auch einen großen Vorteil der Mannschaft dar. Sie ist schwer ausrechenbar und in der Tiefe ausgeglichen besetzt. Über alle Mannschaftsteile. Es gibt bei ihnen nicht den absoluten Top-Torjäger und auch keinen herausragenden Verteidiger.
Mit Semyon Varlamov und Thomas Greiss verfügen die Islanders über ein starkes und schwer zu bezwingendes Duo zwischen den Pfosten. Varlamov lief in 45 Begegnungen (39 Starts) auf und feierte 19 Siege. Seine Fangquote betrug 91,4 Prozent, der Gegentorschnitt lag bei 2,62.
Greiss brachte es auf 31 Spiele (29 Starts) und 16 Siege. Er wehrte 91,3 Prozent aller Schüsse ab und verzeichnete einen Gegentorschnitt von 2,74. Ein Trumpf der Islanders: Sie können auf der Torhüterposition bedenkenlos wechseln und sich auf ihre Schlussleute verlassen.
Defensive gewinnt Meisterschaften
Die Defensivarbeit ist ihre Stärke, vor allem nach der Verpflichtung von Coach Trotz vor zwei Jahren.
Die Islanders ließen 2019/20 190 Treffer in 68 Begegnungen zu und belegten mit einem Schnitt von 2,79 Gegentoren pro Spiel den 9. Platz unter den 31 Mannschaften der Liga. Das kann sich sehen lassen.
Wie im Vorjahr gilt: An guten Tagen ist die Abwehr der Islanders ein nur schwer zu knackendes Bollwerk. Das Potential für Großes ist zweifelsohne vorhanden.
Verletzungen konnten auskuriert werden
Nach der Saisonpause steht Trotz in den kommenden Wochen mit hoher Wahrscheinlichkeit der volle Kader zur Verfügung. Zuletzt meldete sich auch Verteidiger Johnny Boychuk (64 Spiele, zwei Tore, neun Assists) zu 100 Prozent fit zurück, nachdem er sich im Gesicht verletzt hatte und die Wunde mit 90 Stichen genäht werden musste.
"Das Auge ist schon beinahe wieder bei 100 Prozent", gab Boychuk zu Monatsbeginn erfreut bekannt. "Es ist noch etwas entzündet, aber nicht mehr wesentlich. Ich muss mir darum keine Sorgen mehr machen."
Panthers sind der ideale Auftaktgegner
Lief es für die Islanders vor der Unterbrechung der Saison sportlich nicht mehr wirklich gut, macht ihnen die Saisonbilanz gegen die Florida Panthers, ihrem ersten Gegner auf dem Weg zum angestrebten Titelgewinn, doch Mut.
Alle drei Saisonvergleiche wurden von den New Yorkern gewonnen. Am 12. Oktober setzten sich die Islanders mit 3:2 nach Shootout durch, am 9. November siegten sie mit 2:1 und am 12. Dezember bezwangen sie die Panthers mit 3:1.
Gute Voraussetzungen, um die ersten Spiele siegreich zu gestalten und sich in einen Rausch zu spielen. Im Idealfall endet dieser mit dem großen Pokal in ihren Händen.