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Am Sonntagabend treten in der zweiten Runde der Stanley Cup Playoffs 2020 die Philadelphia Flyers und die New York Islanders in der Scotiabank Arena von Toronto, der Hub-City der Eastern Conference, an (8 p.m. ET, Mo. 2:00 Uhr MESZ; NHL.TV). Im Rogers Place von Edmonton, der Hub-City der Western Conference, bestreiten die Colorado Avalanche gegen die Dallas Stars (6 p.m. ET, 24:00 Uhr MESZ; NHL.TV) und die Vegas Golden Knights gegen die Vancouver Canucks (10:30 p.m. ET, Mo. 4:30 Uhr MESZ; NHL.TV) jeweils ihr viertes Match.

Fünf Faktoren, die es zu beachten gilt:
Serienausgleich oder 3:1-Führung
Bei allen drei Serien des Spieltags könnte es bereits zu einer Vorentscheidung kommen. Sollten die Stars, Islanders und Golden Knights erneut als Sieger das Eis verlassen, lägen sie mit 3:1 in Front. In der Playoff-Geschichte der NHL konnten 90,7 Prozent (284-29) der Mannschaften, die in einer Best-of-7-Serie mit 3:1 vorne lagen, diese auch gewinnen.
Die Avalanche, Flyers und Canucks werden alles daran setzen, ihre Serien auszugleichen, um sich eine 50-50-Chance zu erhalten. Flyers-Coach Alain Vigneault war sich am Samstag der Bedeutung der anstehenden Partie bewusst: "Wir müssen uns steigern. Es bleibt uns nicht viel Zeit. Wir müssen uns neugruppieren und dann einen Weg finden, um zu gewinnen."
Comeback-Qualitäten vorhanden
Eine dreitägige Spielpause hatten die Avalanche und die Stars nach ihrer letzten Begegnung am Mittwoch, die Colorado, dank eines Endspurts mit drei Toren in den letzten acht Spielminuten 6:4 für sich entschied. Auch Dallas hat in den diesjährigen Playoffs schon mehrmals seine Comeback-Qualitäten gezeigt, nicht nur in Spiel 3 gegen die Avalanche, als das Team im dritten Drittel binnen gut sechs Minuten einen 2-Tore-Rückstand in eine 4:3-Führung verwandelte.
Zum ersten Mal in der Geschichte der Stanley Cup Playoffs verspielte eine Mannschaft zunächst einen Vorsprung von zwei Toren im Schlussabschnitt, um dann diesen wieder herzustellen. In den vergangenen zwei Partien dieser Serie verlor stets jenes Team, das das erste Tor geschossen hat.

COL@DAL, Sp3: Benn bringt Stars nach Bully in Führung

Sieggarant Tuch
Wird Stürmer Alex Tuch erneut für die Golden Knights zuschlagen? Der 24-jährige Rechtsaußen erzielte in Spiel 3 gegen die Canucks seinen dritten Gamewinner in der laufenden Postseason. Er traf in jeder der letzten vier Partien für sein Team, und schraubte seine Postseason-Ausbeute in diesem Jahr auf neun Scorerpunkte (sieben Tore, zwei Assists) in elf Spielen.
Die Reihe mit Tuch, Nicolas Roy und Nick Cousins müssen die Canucks besser in den Griff bekommen, um in Spiel 4 etwas zu reißen. Andererseits verfügt Vegas über vier torgefährliche Angriffsformationen. In ihren acht Partien der ersten und zweiten Playoffrunde zeichnete sich jeder ihrer 14 eingesetzten Stürmer als Scorer aus.
"Alex ist ein Kerl, von dem wir wussten, dass wir ihn in der Postseason brauchen. Er war mit seiner Leistung in der regulären Saison unzufrieden, und wir haben darüber gesprochen, dass sich daran niemand mehr erinnern wird, wenn er stark in den Playoffs spielt. Er hat das angenommen", erklärte Vegas-Coach Peter DeBoer, wie er in die psychologische Trickkiste gegriffen hat.

VGK@VAN, Sp3: Roy bedient Tuch zum ersten Tor

Durchschlagskraft wiederfinden
Sollte das Überzahlspiel der Canucks erneut nicht zünden, dann könnte der Traum vom Einzug in das Western Conference Finale bald ausgeträumt sein. Von ihren 13 Postseason-Partien (8-5-0) gewannen die Westkanadier sieben, wenn sie auch im Powerplay trafen. Von den fünf Spielen, in denen ihnen kein Überzahltreffer gelang, verloren sie deren vier, die letzten zwei davon gegen die Golden Knights.
Wohl und Wehe der Canucks ist stark von der Effektivität ihrer Special Teams abhängig. Die Penalty-Killing-Reihen der Golden Knights hielten sich in zehn von elf Unterzahlsituationen in den drei Partien gegen Vancouver schadlos, darunter sogar jüngst bei 3-gegen-5. "Eine solche Situation kann einem das Momentum bringen, wenn man da kein Tor kassiert. Und wir haben durch wichtige Saves von Robin [Lehner] den Schub bekommen", analysierte DeBoer.
Flyers müssen 60 Minuten voll durchziehen
Als topgesetztes Team der Eastern Conference sind die Flyers in die Stanley Cup Playoffs eingezogen, doch wie eine Spitzenmannschaft traten sie in der Serie gegen die Islanders nur zeitweise auf. Ein Eishockeyspiel dauert eben 60 Minuten, und es kann nach hinten losgehen, wenn man nur ein Drittel lang voll Power gibt.

Nach den drei Auftritten gegen New York ähnelten sich die Kommentare von Flyers-Coach Alain Vigneault. Im Anschluss von Spiel 1 bemängelte er, dass sie nur im zweiten Drittel, das bessere Team gewesen wären. In Spiel 2 schenkten seine Jungs eine 3:0-Führung nach dem ersten Drittel her, um dann noch durch einen 4:3-Sieg nach Verlängerung mit einem blauen Auge davonzukommen. Und nach der jüngsten 1:3-Niederlage konstatierte Vigneault: "Ich fand, dass wir sehr gut herausgekommen sind. Mir hat unser Tempo in den ersten zehn, zwölf Minuten gefallen. Wir haben auf die Art und Weise gespielt, wie wir spielen wollten. Irgendwie haben wir dann den Faden verloren. Wir hörten auf, als Erster am Puck zu sein, unsere Spieler hörten auf, die Spielzüge zu machen, die wir machen müssten."
Stürmer Claude Giroux erhofft sich für Spiel 4 Besserung. "Die Jungs sind frustriert. Wir müssen den Frust in Energie verwandeln. Wenn uns das gelingt, dann haben wir eine gute Ausgangsposition", so der Kapitän der Flyers.