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Die Chicago Blackhawks wollen gegen die Vegas Golden Knights den Sweep verhindern. Die Washington Capitals und St. Louis Blues suchen nach ihrer alten Form, um gegen die New York Islanders bzw. die Vancouver Canucks die dritte Niederlage im dritten Spiel zu vermeiden. Die Calgary Flames könnten gegen die Dallas Stars ihre Führung auf 3:1 ausbauen und die Montreal Canadiens wollen die Serie gegen die Philadelphia Flyers drehen und sich weiter zum Favoritenschreck entwickeln.

Fünf Faktoren, die es zu beachten gilt:
Holtby und die Abwehr im Fokus
Wenn die Washington Capitals gegen die New York Islanders (12 p.m. ET, 18 Uhr MESZ; NHL.tv, Teleclub Sport) den Anschluss schaffen wollen, müssen sie die Offensive der Islanders in den Griff kriegen.
In den ersten beiden Spielen Unterlagen sie mit 2:4 und 2:5 bei 59:51 Torschüssen. Insgesamt kassierten sie in fünf Spielen der Postseason 15 Tore. In der ersten Playoff-Runde stellt Braden Holtby mit 86,2 Prozent die viertschlechteste Fangquote aller Torhüter.
Die ausgeglichene Offensive der Islanders setzte Holtby konstant unter Druck. Die neun Tore kamen von acht verschiedenen Spielern aus allen Reihen. Nur Anders Lee traf zwei Mal.

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Die Capitals überzeugen in den Playoffs bisher nicht gerade mit ihrer Torgefahr, eigentlich ihre große Stärke. Mit 1,8 Toren pro Spiel in der Postseason sind sie das schlechteste der verbliebenen Teams.
Umso wichtiger wäre eine gute Leistung der Abwehr, in der der Schweizer Jonas Siegenthaler zu den Defensivspezialisten zählt, und von Torhüter Holtby. Sollten sie das nächste Spiel verlieren, wären sie kurz vor dem Aus. In der NHL-Geschichte führte ein Team in einer Best-of-7-Serie 194 Mal mit 3:0, nur vier Mal wurde die Serie danach noch gedreht.
Auf die Spitzenspieler kommt es an
Die Calgary Flames und die Dallas Stars treffen zum vierten Mal in dieser Serie im Rogers Place in Edmonton aufeinander (2 p.m. ET, 20 Uhr MESZ; NHL.tv, Sport1+, DAZN), aktuell führen die Flames mit 2:1 Siegen.
Bei Calgary ist fraglich, ob Matthew Tkachuk, der das Team in der regulären Saison mit 61 Punkten (23 Tore, 38 Assists) anführte, auflaufen kann. Er verletzte sich im vergangenen Spiel bei einer Kollision mit zwei Spielern der Stars.
Trotzdem treten beide Teams mit extrem gefährlichen Stürmern an, die Spiele entscheiden können. In der aktuellen Serie hielten sich diese aber noch zurück. Bei den Flames stehen in der ersten Reihe Johnny Gaudreau, Sean Monahan und Elias Lindholm. Lindholm steuerte in den ersten drei Spielen zwei Assists bei, Gaudreau einen Assist, Monahan ist noch ohne Punkt.

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Auf Seiten der Stars bilden Jamie Benn, Tyler Seguin und Alexander Radulov die erste Reihe. Radulov und Benn kommen jeweils auf ein Tor und einen Assist, Seguin wartet noch auf seinen ersten Punkt.
Sollte eine der beiden Reihen ihr volles Potenzial zeigen, könnte das über den Ausgleich für die Stars, oder den Matchball für die Flames entscheiden.
Blackhawks spielen mit dem Mut der Verzweiflung
Die Chicago Blackhawks werden gegen die Vegas Golden Knights (6:30 p.m. ET, Mo. 0:30 Uhr MESZ; NHL.tv) alles geben, um das frühe Aus nach vier Spielen zu verhindern. Vegas gewann das erste Spiel mit 4:1 und erkämpfte sich gegen deutlich verbesserte Blackhawks in Spiel 2 einen 4:3-Sieg nach Verlängerung. Am Samstag folgte ein knapper 2:1-Erfolg.
Die Golden Knights setzen ihr Spiel auf hohem Niveau fort, dass ihnen in der Platzierungsrunde der Western Conference den ersten Platz einbrachte. Die Blackhawks zeigten sich aber besonders in Spiel 3 auf Augenhöhe mit den Favoriten.
Um den Sweep zu verhindern muss Chicago allerdings ein Mittel gegen die starke Abwehr der Golden Knights finden, fünf Tore aus drei Spielen reichen einfach nicht. Ein Blick auf die Statistik zeigt eines der Probleme: Patrick Kane bereitete vier der fünf Tore vor, lediglich an dem Treffer im ersten Spiel war er nicht beteiligt. Ist er nicht auf dem Eis, scheinen die Abwehr und der Torhüter der Golden Knights ein schier unlösbares Rätsel für die Blackhawks zu sein.
Montreal bereitet den nächsten Favoritensturz vor
Die Montreal Canadiens galten bereits in ihrer Best-of-5-Serie gegen die Pittsburgh Penguins in der Qualifikation als klare Außenseiter, setzten sich aber in vier Spielen durch. Gegen die Philadelphia Flyers werden sie in Spiel 3 (8 p.m. ET, Mo. 2 Uhr MESZ; NHL.tv) nun versuchen die Führung in der Serie zu übernehmen und den nächsten Favoriten ins Wanken zu bringen.
Die Flyers zeigten während der Platzierungsrunde der Eastern Conference mit drei Siegen eine überragende Leistung und sicherten sich den ersten Platz. Die letztplatzierten Canadiens scheinen sich in ihrer Rolle als Underdogs jedoch pudelwohl zu fühlen.

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Montreal zeigte sich in Spiel 1, das sie mit 1:2 verloren, schon überraschend stark. Das war allerdings nichts im Vergleich zu ihrer grandiosen Vorstellung in Spiel 2, das sie noch dazu ohne Trainer Claude Julien bestritten, da er wegen Herzproblemen im Krankenhaus behandelt werden musste.
Die Candiens gewannen ohne ihn mit 5:0. Torwart Carey Price präsentierte sich in beiden Spielen mit einer Fangquote von 96,7 Prozent von seiner besten Seite und die Offensive feuert aus allen Rohren. Die sechs Tore in den beiden Spielen kamen von Jesperi Kotkaniemi, Tomas Tatar (je 2), Joel Armia und Shea Weber und elf Spieler sammelten bereits Punkte. Mit solchen Leistungen könnten sich die Canadiens zum Favoritenschreck entwickeln.
Blues suchen weiter nach ihrer Form und Tiefe im Angriff
Ähnlich wie die Capitals gegen die Islanders stehen auch die St. Louis Blues in ihrer Serie gegen die Vancouver Canucks unter Druck. Sie verloren ihre ersten beiden Spiele, eine Niederlage in Spiel 3 (10:30 p.m. ET, Mo. 4:30 MESZ; NHL.tv) wäre vermutlich die Vorentscheidung.
Die Blues waren in der regulären Saison mit 94 Punkten aus 71 Spielen (42-19-10) das zweitbeste Team der NHL und das beste Team in der Western Conference. In der Postseason sind sie bisher jedoch kaum wiederzuerkennen. Sie verloren alle ihre fünf Spiele (0-4-1), erzielen 2,2 Tore pro Spiel, haben mit 3,6 Gegentoren pro Spiel die fünftschlechteste Defensive und mit einer Quote von 68 Prozent das schlechteste Unterzahlspiel.
Gegen die junge Offensive der Canucks fanden sie bisher kein Mittel und kassierten in zwei Spielen neun Tore. Der eigene Angriff kam auf fünf Treffer, die ausschließlich aus den ersten beiden Reihen stammten. In Spiel 2 erinnerte die Spielweise zwar mehr an ihr altes Selbst, die hinteren Reihen, die beim Gewinn des Stanley Cups vergangene Saison ein entscheidender Faktor waren, traten bisher jedoch noch nicht nennenswert in Erscheinung.