Die Eisbären Berlin ließen im Oktober mit einer spektakulären Spielerverpflichtung aufhorchen. Der amtierende deutsche Meister nahm den langjährigen NHL-Profi Frans Nielsen für ein Jahr unter Vertrag. Obwohl der Däne unter Verletzungspech litt und deshalb nur 20 von 29 möglichen Partien bestreiten konnte, hat er seine mannigfaltigen Qualitäten unter Beweis gestellt und sich als guter Griff erwiesen. Nach der Olympia-Pause der Deutschen Eishockey Liga (DEL) will er voll durchstarten und dem Hauptstadtklub zur Titelverteidigung verhelfen.
Die NHL-Karriere von Nielsen endete im Sommer des vorgangenen Jahres vorzeitig. Die Detroit Red Wings trennten sich im August 2021 von ihm durch einen Buyout. Sein Kontrakt über sechs Spielzeiten, den er 2016 unterzeichnet hatte, galt ursprünglich bis Ende der Saison 2021/22. Nachdem sich kein neuer Arbeitgeber in Nordamerika für den inzwischen 37 Jahre alten Haudegen fand, griffen die Eisbären im Herbst zu.
Folge uns auf [Facebook und Twitter für exklusiven Inhalt und NHL-Neuigkeiten!]
"Als sich die Möglichkeit bot, Frans zu verpflichten, mussten wir diese nutzen. Er ist ein Top-Spieler, der unserem Kader noch mehr Tiefe verleiht. Frans ist nicht nur eine Verstärkung für unsere Offensive, sondern für das gesamte Team. Mit seiner großen Erfahrung wird er uns weiterhelfen, unsere Ziele zu erreichen", kommentiert Sportdirektor Stéphane Richer auf der Klubwebseite die Verpflichtung des Angreifers.
Nielsen enttäuschte die hochgesteckten Erwartungen nicht. Bei seinen 20 Einsätzen sammelte er 14 Punkte (sechs Tore, acht Assists). Unter seinen Treffern waren zwei Powerplay-Tore und ein Game-Winner. Wie wertvoll er gerade für die Offensive seiner Mannschaft ist, beweisen zwei weitere andere Zahlen. In der Plus-Minus-Bilanz ist für ihn ein Wert von +12 verzeichnet und am Bullypunkt gewann er 179 Puckwürfe, womit er teamintern an zweiter Stelle steht. Seine durchschnittliche Eiszeit betrug 18:42 Minuten. Auffällig ist darüber hinaus die Disziplin des Centers auf dem Spielfeld. Bislang kassierte er lediglich vier Strafminuten.
Aus diesem Grund verwundert es nicht, dass Eisbären-Trainer Serge Aubin voll des Lobes über den Angreifer ist. "Für unser Team ist er eine großartige Ergänzung, nicht nur als Person. Er ist stets ruhig, gelassen, doch vor allem seine Routine ist ein Element, über das wir uns freuen, ließ der Coach gegenüber dem RBB verlauten. Nielsen habe in seiner langen Karriere vieles gesehen und erlebt. Diese Momente könne er mit den jüngeren Mitspielern teilen.
An Erfahrungen und Erlebnissen mangelt es dem Stürmer in der Tat nicht. Seine NHL-Laufbahn begann Nielsen bei den New York Islanders, die ihn beim NHL Draft 2002 in der dritten Runde an Gesamtposition 87 ausgewählt hatten. Seit Debüt in der obersten Spielklasse Nordamerikas feierte er am 6. Januar 2007 in der Partie gegen die Carolina Hurricanes.
Für zehn Spielzeiten trug Nielsen das Trikot der Mannschaft aus Long Island, bevor er 2016/17 als Free Agent zu den Red Wings wechselte. Für beide Teams absolvierte der Linksschütze insgesamt 925 Auftritte in der regulären Saison, in denen er es auf 473 Scorerpunkte (167 Tore, 306 Assists) brachte. In den Stanley Cup Playoffs kamen 24 Einsätze und zehn Zähler (vier Tore, sechs Assists) hinzu. Seine Endrundeneinsätze bestritt er ausschließlich für die Islanders.