Die Florida Panthers und die Montreal Canadiens haben sich am Donnerstag ein munteres Scheibenschießen geliefert. Am Ende setzten sich die Hausherren in der FLA Live Arena von Sunrise mit 9:5 gegen ihren kanadischen Kontrahenten durch. Allein im ersten Drittel bekamen die Zuschauer zehn Tore zu sehen. Sieben davon schossen die Panthers, womit sie zugleich einen Franchise-Rekord aufstellten. Nie zuvor hatten sie den Puck in einem Drittel öfters in die Maschen befördert.

"So etwas habe ich in 25 Jahren noch nicht erlebt. Da sind ja mehr Tore gefallen, als es überhaupt Chancen gab. Das hatte wirklich Seltenheitswert", sagte Floridas Trainer Paul Maurice. Bei aller Freude über das Spektakel klang in seiner Stellungnahme auch Kritik am vogelwilden Auftritt beider Mannschaften durch. "Ich glaube nicht, dass irgendetwas von dem Video der Partie nützlich fürs Eishockey ist", betonte der Coach.
Sieben Tore erzielten beide Mannschaften im Anfangsdrittel in einer Zeitspanne von nur 9:09 Minuten. Es war erst das sechste Mal in der Geschichte der Liga, dass zwei Teams in den ersten zehn Minuten einer Begegnung mindestens siebenmal ins Schwarze trafen. Die Rekordmarke für die schnellsten sieben Treffer in einem NHL-Spiel steht bei 8:34 Minuten, aufgestellt beim Duell zwischen den Ottawa Senators und den Buffalo Sabres am 26. Februar 1997.
Neun Spieler beider Teams zeichneten sich für die zehn Tore im ersten Durchgang verantwortlich. Bei den Panthers trugen sich Colin White, Carter Verhaeghe mit einem Doppelpack, Gustav Forsling, Aaron Ekblad, Ryan Lomberg und Sam Reinhart in die Torschützenliste ein. Für die Canadiens waren Mike Matheson, Anthony Richard und Michael Pezzetta erfolgreich.
"Ich hoffe, dass nicht allzu viele Leute im Stau steckten und zu spät kamen. Dann hätten sie etwas verpasst", kommentierte Floridas Angreifer Matthew Tkachuk das Geschehen mit einem Augenzwinkern. "Natürlich müssen wir manches aus dem Spiel von heute aufarbeiten, aber ein Sieg ist ein Sieg. Wir haben jede Menge Tore geschossen und von daher vieles richtig gemacht."
Tkachuk besorgte im zweiten Drittel mit dem 9:4 den letzten Treffer der Panthers in dieser denkwürdigen Partie. Ekblad hatte zuvor zum achten Mal für die Gastgeber eingenetzt und dadurch wie Verhaeghe einen Doppelpack geschnürt. Die weiteren Tore der Canadiens gingen auf das Konto von Rafael Harvey-Pinard und Rem Pitlick.
"Nach dem 3:3 ist es uns zum Glück gelungen, etwas Ruhe ins Spiel zu bringen. Danach hat sich das Ganze in eine positive Richtung für uns entwickelt", analysierte Panthers-Blueliner Ekblad den Spielverlauf.
Auf der Gegenseite herrschte große Enttäuschung. "Was unsere Defensivleistung betrifft, kann man alles vergessen", meinte Montreals Trainer Martin St. Louis. "Wir haben dreimal aufs Tor geschossen und dreimal getroffen. Aber man muss gleichzeitig wissen, wie man verteidigt. Ich glaube nicht, dass das mit mangelnder Einstellung zu tun hatte. Es lag vielmehr daran, dass wir uns in der Abwehr nicht besonders clever verhalten haben."
Für die beiden Torhüter der Canadiens, Sam Montembeault und Jake Allen, wuchs sich der Abend zu einem Waterloo aus. Nachdem er bei sechs Schüssen drei Tore kassiert hatte, musste Montembeault vom Eis. Weil Allen im weiteren Verlauf der Partie seine Sache nicht viel besser machte, kehrte der Starttorwart im zweiten Drittel zwischen die Pfosten zurück.

"Ich kann mir vorstellen, was er mental durchgemacht hat", sagte Montreals Stürmer Rem Pitlick über Schlussmann Montembeault. "Als er wieder reingekommen ist, hat er stark gehalten."
Was den schwachen Auftritt der Mannschaft anbelangte, zeigte sich Pitlick ratlos. "Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Das war eines dieser Spiele, bei dem nichts zusammenlief. Wir müssen zusehen, dass wir diese Scharte so schnell wie möglich auswetzen", gab er zu Protokoll.
Sein Teamkollege Nick Suzuki äußerte sich ähnlich selbstkritisch. "Sie (die Panthers - d. Red.) haben zwar viele Offensivspieler, die jederzeit ein Tor schießen können. Trotzdem ist unsere Leistung von heute absolut inakzeptabel", lautete seine Einschätzung.
Die Panthers bauten ihre Punkteserie durch diesen Kantersieg auf fünf Spiele aus (4-0-1). Im Kampf um eine Wildcard für die Stanley Cup Playoffs in der Eastern Conference liegen sie nun drei Zähler hinter den punktgleichen Pittsburgh Penguins und New York Islanders.
Das Match zwischen den Panthers und den Canadiens war ein weiteres Beispiel für den Offensivdrang und Torhunger der Teams in der laufenden Saison. Bereits vor den Begegnungen vom Donnerstag hatte der Trefferschnitt ligaweit bei 6,35 pro Partie gelegen.