Golden Knights holen nach einem 9:3 den Stanley Cup

Am Ende ging ihnen dann doch deutlich erkennbar die Kraft aus. Mit 3:9 unterlagen die Florida Panthers am Dienstag in der T-Mobile Arena in Spiel 5 des Stanley Cup Finales 2023 gegen die Vegas Golden Knights. Damit endete die Best-of-7-Serie aus Sicht der Panthers mit 1:4.

Dementsprechend enttäuscht war Brandon Montour nach Spielende. "Es ist hart", räumte er unumwunden ein. "Mir fehlen gerade etwas die Worte, um ehrlich zu sein. Wir hatten uns natürlich deutlich mehr ausgerechnet. Es hat leider nicht gereicht, auch wenn wir alles gegeben haben. Über 100 Eishockeyspiele in einer Saison zu absolvieren, das ist eine harte Sache. Trotzdem haben wir der Eishockeywelt bewiesen, was wir können. Wir haben hier etwas aufgebaut."

Nachdem die Überraschungsmannschaft der diesjährigen Postseason in den Runden zuvor als Außenseiter gegen stärker eingeschätzte Gegner stets zu überraschen wusste, reichte es gegen die Golden Knights nicht mehr. Der Mannschaft schwanden am Ende schlicht die Kräfte. Der immense Aufwand der vergangenen Wochen forderte seinen Tribut. Insbesondere in den drei Auswärtsspielen in Las Vegas waren die Panthers im Rückblick (2:5, 2:7 und jetzt 3:9) chancenlos.

"So möchte man eine Saison natürlich nicht beenden", ließ Goalie Sergei Bobrovsky wissen. "Das muss man erst einmal verdauen. Aber wir haben drei Runden in den Playoffs gewonnen, das dürfen wir auch in diesen schweren Stunden nicht vergessen. Vegas war einfach gut. Man muss ihnen zu ihrer tollen Leistung gratulieren!"

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Erschwerend kam für den Champion der Eastern Conference mit hinzu, dass ihnen in Spiel 5 verletzungsbedingt auch Topstürmer Matthew Tkachuk fehlte, der in den vergangenen Wochen so häufig der siegbringende X-Faktor für das Team war. Der Stürmer hatte am Montag nicht trainiert und wurde von Floridas Trainer Paul Maurice beim Spiel dann auch nicht im Kader berücksichtigt.

Bereits bei der 2:3-Niederlage in Spiel 4 am Samstag kam Tkachuk im dritten Drittel über weite Strecken nicht zum Einsatz. Der Stürmer wurde durch Rookie Grigori Denisenko ersetzt, der in Spiel 5 des Finales sein Debüt in den Stanley Cup Playoffs gab. Der 22-Jährige hatte in 18 Spielen der regulären Saison drei Assists erzielt.

Denisenko war jedoch kein gleichwertiger Ersatz für Tkachuk, hatte am Ende des Tages eine Minus-3-Bilanz bei 5:57 Minuten Eiszeit. Die Torgefahr eines Spielers von der Klasse Tkachuks konnte er nicht gleichwertig auffangen. Das wäre wohl auch zu viel erwartet gewesen. Dieser hatte seinerseits immerhin 24 Punkte (elf Tore, 13 Assists) in 20 Playoff-Einsätzen zum Teamerfolg beigesteuert.

Bei den Panthers flüchteten sie sich nach Spielende jedoch nicht in Ausreden. Die Akteure akzeptierten stattdessen ihre Niederlage auf faire Art und Weise, richteten ihr Augenmerk sogar teilweise auch schon wieder mit Stolz auf die starken Leistungen der vergangenen Wochen, welche sie in das zweite Stanley Cup Finale der Franchisegeschichte nach 1996 (0:4-Niederlage gegen die Colorado Avalanche) geführt hatten.

Sam Reinhart kommentierte: "Es ist frustrierend. Wir hatten uns viel vorgenommen. Leider hat es nicht zu mehr gereicht heute. Aber wir suchen jetzt nicht nach Ausreden. Verletzungen sind in dieser Saisonphase ganz normal. Die Gruppe hat sich toll entwickelt, trotz aller Herausforderungen und Rückschläge. Darauf können wir stolz sein, denke ich. Jetzt brauche ich erst einmal etwas Zeit, um die Niederlage zu verarbeiten. Aber wir kommen wieder, dessen bin ich mir sicher."

"Es war bei aller Enttäuschung eine tolle Reise", befand auch Aleksander Barkov. "Diese Gruppe ist einmalig. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Das werde ich nie vergessen. Am Ende hat uns das Verletzungspech das Leben schwer gemacht. Immer wieder haben uns wichtige Spieler gefehlt. So auch heute. Wir haben trotzdem alles gegeben und uns so gut wie möglich verkauft, denke ich."

"Auch wenn es jetzt gerade schwer fällt, können wir stolz sein auf das, was wir abgeliefert haben", bestätigte Montour. "Die Mannschaft ist toll. Im Sommer wird es einige Veränderungen im Kader geben, aber ich hoffe, dass wir auch im kommenden Jahr wieder versuchen werden den Titel zu holen. Ich bin sehr stolz auf die Jungs. Jetzt freuen wir uns aber erst einmal auf die Pause."

FLA@VGK, Sp5: Vegas, Florida gratulieren sich

Viele positive Ansätze entdeckte auch Aaron Ekblad. "Wir waren nicht so weit weg, wie es das Ergebnis der Serie jetzt aussehen lässt. Es hätte in einigen Spielen auch leicht anders ausgehen können", befand er nach dem bitteren Saisonaus. "Mit einem 1:3-Rückstand hier antreten zu müssen, hat uns nicht aufgeben lassen. Wir hatten uns trotz der schwierigen Ausgangslage sehr viel vorgenommen. Leider ist es auch heute nicht in unserem Sinne gelaufen. So ist das eben manchmal. Trotzdem habe ich viel Positives gesehen in den vergangenen Tagen und Wochen."

Trainer Paul Maurice ergänzte stolz: "Diese Gruppe ist unglaublich. Die Jungs verstehen sich einfach gut. Der Respekt, den sie füreinander empfinden, ist riesig. Das ist etwas ganz Besonderes."

Auch wenn es mit dem ersten Stanley Cup der Franchisegeschichte diesmal erneut nichts wurde, mit etwas mehr zeitlichem Abstand wird sich die Gewissheit, dass die Panthers eine fantastische Saison gespielt haben, noch mehr verfestigen und am Ende bei allen durchsetzen.