Lian Bichsel 020923

International Ice ist die wöchentliche Serie von NHL.com/de mit Themen, die über das aktuelle Geschehen in der NHL hinausgehen und den Blick schwerpunktmäßig auf Spieler, Klubs und Nationalteams in Europa richten.
In dieser Ausgabe: Die Schweiz und Deutschland absolvieren Tests mit vielen jungen Spielern

Lian Bichsel, Erstrundenpick der Dallas Stars beim NHL Draft 2022, gibt sein Debüt in der Schweizer Herren-Nationalmannschaft. Er ist von Trainer Patrick Fischer für die von 9. bis 12. Februar stattfindenden Beijer Hockey Games nominiert worden. Dabei trifft die Nati auf Finnland, Schweden und Tschechien. Eine U25-Auswahl von Deutschland hat in dieser Woche ebenfalls im Hinblick auf die IIHF Weltmeisterschaft 2023 getestet. Unter der Leitung von Coach Alexander Sulzer ist sie für ein Trainingslager und zwei Freundschaftsspiele in der Slowakei zusammengekommen.
Für den 18 Jahre alten Bichsel ist Berufung ins Nationalteam nach eigener Aussage eine große Ehre. "Es macht mich sehr stolz. Die Vorfreude ist riesig. Ich hoffe, ich kann die Energie aus der Meisterschaft in Schweden mitnehmen", sagte er dem SRF. Der Verteidiger gilt als eines der größten Talente im Schweizer Eishockey.

Dallas Stars wählen D Lian Bichsel als Nr. 18

Das sahen die NHL-Scouts im Vorfeld des Drafts von 2022 genauso. In der finalen Rangliste der internationalen Skater hatten sie ihn auf Position neun gesetzt. Schließlich wählten ihn die Stars an Gesamtposition 18 aus. In der Saison 2021/22 hatte er seinen Einstand als Profi in der Svenska Hockeyligan (SHL) bei Leksands IF gefeiert. Seitdem kam er in 60 Partien in der obersten schwedischen Spielklasse zum Einsatz und sammelte dabei acht Scorerpunkte (ein Tor, sieben Assists).
Bichsel ist einer von drei Schweizer Akteuren im Kader für die Beijer Hockey Games, die ihre ersten Auftritte im Dress der A-Nationalmannschaft der Schweiz absolvieren. Bei den beiden anderen Spielern handelt es sich um Verteidiger Nathan Vouardoux (SC Rapperswil-Jona Lakers) und Stürmer Simon Knak (HC Davos), der 2021 in der sechsten Runde an 179. Stelle von den Nashville Predators gedrafted wurde. Das Trio hat bis vor kurzem noch für die U20-Nationalmannschaft gespielt.

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Allgemein setzt Trainer Fischer für das dritte Turnier der European Hockey Tour verstärkt auf junge Kräfte. "Wir hatten bereits zu Beginn der Saison geplant, dass wir im Februar mit einem etwas jüngeren Kader antreten werden. Wir möchten diese Spieler auf höchstem internationalem Niveau Erfahrungen sammeln lassen. Gleichzeitig ändert das nichts an unserer Herangehensweise an jedes Spiel. Wir wollen wie im November und Dezember den Gegnern auf Augenhöhe begegnen und möglichst gute Resultate erzielen", ließ er in einer Pressemitteilung der Swiss Ice Hockey Federation verlauten.
Das Schweizer Team hat seit Montag einige Trainingseinheiten absolviert und trifft am heutigen Donnerstag in der Swiss Life Arena in Zürich auf Olympiasieger und Weltmeister Finnland. Nach dem Heimspiel reist die Nati am Freitag nach Malmö und spielt dort am Samstag um 16 Uhr gegen Gastgeber Schweden und am Sonntag um 12 Uhr gegen Tschechien.
Die U25 des Deutschen Eishockey Bundes (DEB) feierte nach intensiver Trainingsarbeit ein Erfolgserlebnis im ersten Duell gegen die Slowakei. Sie setzte sich am Mittwoch mit 3:2 n. P. durch. Coach Sulzer, der den Lehrgang in der Slowakei stellvertretend für Bundestrainer Harold Kreis leitet, zeigte sich mit der Vorstellung seiner Schützlinge zufrieden. "Es war über 60 Minuten ein gutes, schnelles und intensives Eishockeyspiel. Unsere Jungs haben alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Wir haben sehr strukturiert gespielt, viele Torchancen herausgearbeitet und am Ende verdient gewonnen", sagte er.
Einen besonderen Glücksmoment erlebte Angreifer Bennet Roßmy von den Eisbären Berlin. Er erzielte mit dem zwischenzeitlichen 2:1 sein erstes A-Länderspieltor für Deutschland. "Es war ein gutes Spiel von uns allen, wir haben als Team gut zusammengearbeitet. Dabei haben wir uns an den Plan gehalten und die Kleinigkeiten über weite Strecken richtig gemacht", meinte er im Anschluss an die Begegnung.
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Danjo Leonhardt von den Nürnberg Ice Tigers zeichnete für den anderen Treffer der DEB-Auswahl in der regulären Spielzeit verantwortlich. Den entscheidenden Penalty verwertete Tim Wohlgemuth von den Adler Mannheim.
Laut DEB-Sportdirektor Christian Künast verfolgt der Verband mit der Dienstreise und den zwei Länderspielen in der Slowakei ein strategisches Ziel. "Für uns ist die fünftägige U25-Maßnahme ein wertvoller, internationaler Vergleich und die Möglichkeit, talentierte Spieler zu sichten, die perspektivisch für unsere Herren-Nationalmannschaft in Frage kommen. Wir sehen dadurch, wie breit wir aufgestellt sind im Hinblick auf den Kader für die Weltmeisterschaft 2023", erläuterte er.