Boston Bruins: Wer wird gl�nzen?

In der Stanley Cup Qualifikationsrunde greifen 24 Mannschaften ins Geschehen ein. NHL.com/de hat ihre Stärken analysiert und den X-Factor der einzelnen Teams herausgepickt. In dieser Ausgabe: Die erste Sturmreihe der Boston Bruins.

Die Bilanz könnte kaum eindrucksvoller ausfallen: 225 Tore haben die Boston Bruins in der regulären Saison 2019/20 erzielt, 107 davon gingen auf das Konto der ersten Sturmreihe mit Linksaußen Brad Marchand, Center Patrice Bergeron und Rechtsaußen David Pastrnak. Zusammen mit den 131 Assists brachte es das Trio auf 238 Scorerpunkte. Die Angriffsformation hatte den Löwenanteil daran, dass die Bruins die vorzeitig beendete Hauptrunde mit 100 Punkten (44-14-12) aus 70 Spielen abschlossen und so das mit Abstand beste Team der Liga waren.
Vor allem der 24 Jahre alte Pastrnak war in dieser Saison nicht zu bremsen und schoss 48 Tore. Viermal gelang ihm sogar ein Hattrick.

TBL@BOS: Pastrnak zieht ab und trifft

Zusammen mit Alex Ovechkin von den Washington Capitals belegte er den ersten Platz in der NHL-Torjägerliste und holte sich damit erstmals die begehrte Maurice "Rocket" Richard Trophy. Pastrnak bewies jedoch nicht nur einen ausgeprägten Torriecher, sondern glänzte außerdem als Vorlagengeber. 47 Assists standen für ihn zu Buche. Seine 95 Punkte bedeuteten Rang 1 in der teaminternen Scorerwertung und Platz 3 in der Gesamtwertung der Liga. Die 48 Tore und 95 Punkte sind zugleich persönliche NHL-Bestleistungen für den Tschechen.
Pastrnak ist mit seinen Leistungen in den vergangenen Monaten endgültig in die Riege der Superstars aufgestiegen. Er hat sich zu einem kompletten Spieler entwickelt, der die Gegner nicht nur durch seine Offensivaktionen ins Schwitzen bringt, sondern auch gut nach hinten arbeitet. Er hat flinke Beine, ein gutes Händchen und einen satten Schuss. Das alles macht ihn schwer berechenbar.
Der Topscorer der Bruins gibt sich trotz seiner herausragenden Statistiken bescheiden. "Darüber freue ich mich natürlich. Diese hatte ich in meiner Karriere zuvor ja noch nie erreicht. Aber all das hätte ich niemals ohne meine Mitspieler geschafft. Bei ihnen muss ich mich bedanken. Ich hoffe, dass es weiter so gut läuft", sagte Pastrnak.

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Einer der Angesprochenen gibt das Lob vollumfänglich an Pastrnak zurück. "Er ist wirklich zu einem Elite-Spieler geworden", schwärmt Marchand von seinem Teamkollegen. "Die Tatsache, dass er weiterhin Mittel und Wege findet zu treffen, obwohl sich die Gegner auf ihn fokussieren, ist beeindruckend. Es gibt nur wenige Spieler in der Liga, die das schaffen. Er wird problemlos damit fertig, dass ihm immer jemand an den Hacken hängt und man ihn hart attackiert. Er hat immer eine Lösung parat."
Marchand stand Pastrnak in Sachen Scorerpunkte kaum nach. Der 32-Jährige kam auf 87 Zähler (28 Tore, 59 Vorlagen) und war damit zweitbester Scorer der Bruins. Mit etwas Abstand folgte Bergeron auf dem dritten Platz. Für ihn wurden 56 Punkte (31 Tore, 25 Assists) festgehalten. Mit seinen inzwischen 35 Jahren ist er der Senior der Paradereihe. Seine Ausbeute wäre sicherlich noch höher ausgefallen, wenn er wie seine beiden Mitspieler in allen 70 möglichen Begegnungen dabei gewesen wäre. Verletzungsbedingt konnte er jedoch nur in 61 Partien mitwirken. Hinzu kommt, dass Bergeron grundsätzlich eine etwas defensiveren Part als seine zwei Kollegen spielt.

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Eine besondere Stärke des Centers sind die Bullys. In der zurückliegenden Hauptrunde entschied er 57,9 Prozent seiner Duelle am Bullypunkt für sich. Damit rangierte er in der NHL an sechster Stelle unter jenen Spielern, die mindestens 500 Anspiele bestritten.Man
muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass die erste Angriffsformation der Bruins den Kontrahenten nach dem Re-Start mächtig Kopfzerbrechen bereiten wird. Wenn sie an die Vorstellungen vor der NHL-Pause anknüpft, könnte sie der entscheidende Faktor für Boston auf dem Weg zum angepeilten Titelgewinn werden. Marchand und Bergeron wissen bereits, wie es sich anfühlt, den Stanley Cup in Händen zu halten. Sie triumphierten 2011 mit den Bruins. Für Pastrnak wäre es dagegen die erste Meisterschaft in der NHL. Im Vorjahr standen alle drei gemeinsam kurz vor dem Cup-Sieg. Am Ende zogen sie allerdings im Finale nach sieben Spielen gegen die St. Louis Blues den Kürzeren.
Die Bruins zählen neben den Tampa Bay Lightning, den Washington Capitals und den Philadelphia Flyers zu den vier Mannschaften aus der Eastern Conference, die ihren Platz in den Stanley Cup Playoffs schon sicher haben. In einer Vorrunde ermitteln diese Teams zuvor die Platzierung für die Setzliste. Dabei treten sie alle jeweils einmal gegeneinander an.