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Die Überraschung war nicht gerade groß, als der Gewinner der Norris Trophy bekannt gegeben wurde. Erik Karlsson spielte die statistisch mit Abstand beste Saison seiner ohnehin beeindruckenden Karriere und verdiente sich damit die Auszeichnung als bester Verteidiger der NHL. Indem er die Norris Trophy bereits zum dritten Mal gewann, schloss er sich einer elitären Gruppe von Spielern an. Nur acht anderen Abwehrspielern vor ihm gelang der Trophäen-Hattrick.

Der letzte Spieler, der vor Karlsson seine dritte Norris Trophy gewann, war kein geringerer als Nick Lidstrom. Neben ihm gelang das Legenden wie Bobby Orr und Paul Coffey. Selbst große Namen wie Scott Niedermayer, Al MacInnis und Brian Leetch heimsten die Trophäe nur ein Mal ein.

Vor der Saison hätten wohl nicht viele auf Karlsson getippt. Der Schwede ist immerhin 33 Jahre alt und in den vorangegangenen Spielzeiten hatte er nicht zu den Favoriten gezählt. Nach seinem Wechsel von den Ottawa Senators zu den San Jose Sharks zur Saison 2018/19 hatte seine Punktausbeute nachgelassen, auch weil ihm ständig Verletzungen zu schaffen machten.

"In meinen Augen war mein Platz immer hier, jede Saison", versicherte Karlsson zu seiner Rückkehr unter die Elite der Liga. "Ich habe immer an mich geglaubt. Jetzt wieder länger gesund zu bleiben, hat mir eine neue Perspektive darauf gegeben, wie wichtig es ist, sich um sich selbst und seinen Körper zu kümmern. Jetzt ist es das Wichtigste, gesund zu bleiben. Das hat diese Saison eine große Rolle gespielt."

SJS@WPG: Karlsson holt 100. Saisonpunkt mit PPG

All die Probleme schienen im vergangenen Oktober schnell vergessen. Mit sechs Punkten in den ersten acht Partien der Saison deutete er bereits an, dass er in guter Form war. Was danach kam, war schlicht nicht vorherzusehen. Karlsson blieb endlich wieder eine komplette Saison von Verletzungen verschont und präsentierte sich in der Form seines Lebens. Nach 82 Spielen führte er alle Verteidiger der Liga mit 101 Punkten, 25 Toren und 76 Assists an und stellte in allen drei Kategorien persönliche Rekorde auf.

"Mir gefällt natürlich sehr, in was für einer Situation ich mich gerade befinde", erklärte Karlsson. "Aus der Saison kann ich viel Positives mitnehmen und ich kann aus jeder Situation lernen, mit der ich konfrontiert wurde. Ich hatte ein fantastisches Jahr, aber ich habe immer noch das Gefühl, dass ich besser werden kann. Deshalb freue ich mich auf das, was noch kommt."

Karlsson war nach dieser Saison die klare Wahl als Nummer eins auf seiner Position. Er gewann die Abstimmung mit 1585 Punkten deutlich vor Adam Fox (1125) von den New York Rangers und Cale Makar (553) von den Colorado Avalanche. Als zusätzliche Ehrung durfte der beste Verteidiger der Liga natürlich auch im All-Star Team nicht fehlen. In die Spitzenauswahl der Saison wurde er bereits zum fünften Mal gewählt.

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Seine ersten zwei Norris Trophies holte Karlsson noch, als er in Diensten der Senators stand. Vor ihm hatten nur drei Spieler die Norris Trophy mit mehr als einem Team gewonnen. Karlsson wurde erstmals 2012 ausgezeichnet, das zweite Mal erhielt er den Titel vor acht Jahren für die Saison 2014/15. Nur Coffey erhielt die Trophy zwei Mal in einem so großen Abstand, als er 1995, neun Jahre nach seiner zweiten Auszeichnung, zum dritten Mal zum besten Verteidiger gewählt wurde.

"Dieses Mal fühlt es sich anders an", ließ Karlsson wissen. "Ich bin viel älter, habe zwei Kinder und habe viel erlebt, was ich bei der ersten Trophy mit 21 Jahren noch nicht durchgemacht hatte. Es bedeutet mir viel und ich weiß es mehr zu schätzen als damals."

Nur ein Mal als bester Verteidiger der NHL ausgezeichnet zu werden, reicht bereits, um einen Platz in der Hockey Hall of Fame fast zu garantieren. Von allen Spielern, die die Norris Trophy seit Beginn der Verleihung 1954 bekamen, ist Randy Carlyle, der Gewinner von 1981, der einzige, der bei der Wahl in die Hall of Fame übergangen wurde.