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Die Elite der Oilers

Connor McDavid und Leon Draisaitl übertrafen in dieser Saison die Erwartungen und können die Oilers weit bringen

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

Zehn Jahre in Folge verpassten die Edmonton Oilers die Playoffs. Das Team, das in den achtzigern mit Spielern wie Wayne Gretzky und Jari Kurri beinahe unschlagbar schien, hat eine bittere Durststrecke hinter sich. Auch zu Beginn dieser Saison, hielt es kaum jemand für möglich, dass das Team aus Alberta den Negativtrend beenden könnte. Die Oilers traten mit einem extrem jungen und unerfahrenen Kader an. Im Sommer hatten sie Connor McDavid mit 19 Jahren zum jüngsten Kapitän der NHL Geschichte ernannt, eine Entscheidung, die auch viel Kritik mit sich brachte. Sicher, er ist ein sehr talentierter Stürmer, doch wäre nicht ein erfahrenerer Spieler, der sich und seine Führungsqualitäten über Jahre in der NHL bewiesen hat geeigneter? Doch sowohl McDavid, als auch sein Team ließen die Kritiker diese Saison verstummen.

Die Oilers haben sich bereits einen Platz in den Playoffs gesichert und jagen im Moment noch die Anaheim Ducks im Kampf um Platz eins der Pacific Division. Sie liegen vier Punkte hinter den Ducks und sind Punktgleich mit den San Jose Sharks. Damit gehören die Kanadier zu den größten Überraschungen der diesjährigen NHL Saison. Dafür sind auch zwei Spieler mitverantwortlich, die die Erwartungen übertrafen, Connor McDavid und der Kölner Leon Draisaitl.

Der Kapitän aus Ontario gab vom ersten Spiel an 100% und sammelte bereits in den ersten beiden Partien drei Tore und drei Assists. Auch im weiteren Verlauf der Saison nahm er den Fuß nicht vom Gas. Ein ums andere Mal führte er sein Team mit einer Vielzahl an Punkten zum Sieg und erwies sich auch als echter Anführer. Er zeigt eine Reife, die man von einem Spieler seiner Alters nicht erwarten würde und hat sich nicht nur den Respekt seines Teams, sondern auch den seiner Gegner erarbeitet.

Video: ANA@EDM: Draisaitl verwertet Zuspiel von McDavid

Sein Mitspieler Patrick Maroon, der die Reihe mit McDavid und Draisaitl komplettiert, spricht schon beinahe ehrfürchtig von ihm. "Das macht er schon die ganze Saison, er kann ein Spiel einfach alleine übernehmen, wenn er will, wenn er muss", schwärmte Maroon nach dem entscheidenden Spiel zum sicheren Playoffplatz. "Er treibt uns schon das ganze Jahr an. Er ist ein echter Anführer auf dem Eis.

McDavid hat nicht nur dem Team die erste Chance auf den Stanley Cup seit langem beschert, er wird höchstwahrscheinlich auch die Art Ross Trophy für den Spieler mit den meisten Punkten der regulären Saison holen. Er führt die NHL mit 95 Punkten an, sieben Punkte vor Patrick Kane, der nur noch zwei Spiele vor sich hat.

Die Oilers haben auch noch einen zweiten Spieler unter den besten Scorern der Liga, der sämtliche Erwartungen übertreffen konnte. Leon Draisaitl, 21 Jahre jung, brach vor kurzem den Rekord für die meisten Punkte eines deutschen Spielers in einer NHL Saison, den bis zu diesem Zeitpunkt Bundestrainer Marco Sturm hielt. Nicht ohne Grund wird Draisaitl mit Spielern wie Sturm und Jochen Hecht verglichen.

"Ich freue mich, dass Leon eine solch tolle Saison spielt", erklärte Sturm. "Er wird Jochen und mich wahrscheinlich noch öfter in seiner Karriere mit Scorerpunkten übertreffen. Das deutsche Eishockey kann stolz sein, einen so talentierten Spieler noch lange in der NHL sehen zu dürfen."

Mit 28 Toren und 75 Punkten liegt er auf Rang acht der Liga nach Punkten, auf Rang 28 nach Toren.

Video: SJS@EDM: McDavid verwertet eine Rückhand in Unterzahl

Die beiden jungen Stars der Oilers, das erste Spielerpaar des Vereins seit 2005-06, das auf jeweils mindestens 70 Punkte kommt.

Gerade in den letzten Spielen sind die beiden nicht zu stoppen. Im Gleichschritt schießen die beiden gemeinsam jeden Gegner ab und bringen die Abwehr der anderen Teams zur Verzweiflung. Beide machten in jedem der letzten 11 Spiele je mindestens einen Punkt. McDavid steht seitdem bei sechs Toren und 20 Punkten, Draisaitl bei fünf Toren und 19 Punkten. Damit haben die beiden die längste Punktserie der Oilers in den letzten zwei Jahrzehnten. Der letzte Spieler, der für das Team 11 Mal in folge punkten konnte war Andrei Kovalenko in der Saison 1996-97. Damals dürfte Draisaitl mit einem Jahr und zwei Monaten in etwa seine ersten Schritte gemacht haben, McDavid wurde erst sechs Tage nach Ende der Punkteserie von Kovalenko geboren.

Jetzt, 20 Jahre später sind sie die Scorer, die die Oilers endlich wieder in die Playoffs führen. Ihre überragende Phase kommt genau zum richtigen Zeitpunkt, so kurz vor den Playoffs. Pünktlich zur Endrunde ist der beste Zeitpunkt für Spieler noch einen Zahn zuzulegen, genau wie es die beiden nun vormachen. Mit solchen Leistungen könnten sie die Oilers in den diesjährigen Playoffs noch weit bringen und eine goldene Ära für das Team einläuten, falls Edmonton sie halten kann.

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