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„Wir wollen sie zurück nach Edmonton schleifen“, war ein viel gehörtes Zitat in der Kabine der Edmonton Oilers in den letzten drei Tagen. Nach dem nervenzerreißenden 5:3-Auswärtssieg gegen die Florida Panthers in Spiel 5 am Dienstagabend in der Amerant Bank Arena darf dieses Zwischenziel als erreicht angesehen werden. Die Oilers bringen das Stanley Cup Finale 2024 ein letztes Mal nach Hause für Spiel 6. Eine Schlüsselrolle spielt dabei der Kapitän: Connor McDavid.

McDavid dreht auf

Die Nummer 97 ist der Held der Stunde. In beiden Elimination Games ging der Kapitän mit gutem Beispiel voran und führte seine Mannschaft zu zwei Siegen. In Spiel 4 (1-3-4) und Spiel 5 (2-2-4) gelangen McDavid insgesamt acht Scorerpunkte. Damit vertagte er Floridas Meisterfeier zweimal.

„Das ist verrückt. Ich freue mich einfach nur, dass er für uns spielt“, sagte Stürmer Connor Brown. „Was er da draußen macht, ist unglaublich. Es in Spiel Nummer 50 der regulären Saison zu tun ist das eine, es aber in einem Stanley Cup Finale zu tun, etwas ganz anderes. Die ganze Saison steht auf dem Spiel und er zeigt solche Spielzüge. Es macht Spaß ihm zuzusehen.“

In den ersten drei Spielen war McDavid zwar auch der Top-Scorer der Oilers (0-3-3) gewesen, stach aber noch nicht hervor. Das änderte sich in den jüngsten beiden Spielen, in denen er das Stanley Cup Finale regelrecht an sich riss. Er ist Top-Torjäger (drei Treffer), Top-Assistgeber (fünf Vorlagen), Top-Scorer (acht Punkte) in beiden siegreichen Partien, steuerte darüber hinaus die meisten Powerplay-Punkte (0-3-3) bei, erhielt die meiste Eiszeit unter allen Stürmern (im Schnitt 21:02 Minuten), hat die beste Plus-Minus-Bilanz (+4; wie seine Reihenkollegen Zach Hyman und Warren Foegele) und eine unglaubliche Effizienz: Nur vier Schüsse benötigte der Center für drei Tore.

„Deswegen ist er der beste Spieler der Welt. Er weiß genau, wann er aufdrehen muss. Er hatte ein Wahnsinnsspiel und geht immer mit gutem Beispiel voran“, unterstrich Perry.

„Er fährt den Bus für uns. Er führt diese Mannschaft an. Das wird auch von ihm erwartet und er zeigt das immer wieder, in den wichtigsten Momenten“, lobte Reihenkollege Zach Hyman.

„Dieser Junge ist der beste Spieler der Welt“

In Spiel 5 war McDavid an jedem Oilers-Tor im zweiten Drittel beteiligt. Beim 2:0 agierte er als Puckverteiler im Powerplay und verbuchte den Secondary Assist bei Zach Hymans Abfälscher (22.). Beim 3:0 überraschte er Panthers-Torwart Sergei Bobrovsky mit einem frechen Tunnel aus spitzem Winkel (26.). Und beim 4:1 servierte er den Puck gekonnt aufs Tape von Corey Perry, der am zweiten Pfosten nur noch einschieben musste (32.).

„Ich habe es mir noch einmal angeschaut. Es ist unglaublich“, staunte Brown. „Über die Mitte des Eises so durchzubrechen und dann das Gleichgewicht zu haben, durch so viele Gegenspieler durchzuschlüpfen und den Pass auf Perry zu spielen. Es gibt nur eine Person auf diesem Planeten, die das kann – und das ist er.“

Mit seinen gestalterischen Fähigkeiten und seinem Tempo legte der Kapitän den Grundstein für den Erfolg in Spiel 6 und setzte mit den Empty-Net-Goal zum 5:3-Endstand noch die Kirsche auf die Sahnetorte (60.).

„Die Frage ist eher, was man heute nicht von ihm gesehen hat, oder?“, stellte Verteidiger Mattias Ekholm eine rhetorische Frage und schob die Erklärung hinterher: „Er trägt uns alle auf seinen Schultern. Dieser Junge ist der beste Spieler der Welt, man kann nichts anderes über ihn sagen. Wir stehen vor dem Ausscheiden und er schnürt zweimal in Folge vier Punkte zusammen.“

McDavid überzeugt auch defensiv

Doch es ist nicht nur die offensive Seite des Spiels, die McDavid so wertvoll macht.

„Was viele nicht sehen ist, wie gut er in der Defensivzone arbeitet und wie oft er mit dem Schläger dazwischenfunkt“, betonte Torwart Stuart Skinner. „Er arbeitet hart, macht die kleinen Dinge richtig. Klar erzielt er viele Punkte, aber es sind eben auch diese anderen Sachen, die enorm wichtig für unsere Mannschaft sind. Das zu sehen, ist beeindruckend.“

„Er transportiert den Puck immer wieder in die Offensivzone“, erläuterte Trainer Kris Knoblauch ein weiteres wichtiges Detail. „Er hat damit Druck von uns genommen, damit wir ein wenig durchatmen konnten.“

In Spiel 6 am Freitagabend (8 p.m. EDT; Samstag, 2 Uhr MESZ; live auf Sky Sport, ProSieben, MySports, NHL.tv) im Rogers Place wird McDavid wieder zur Höchstform auflaufen müssen, um die Oilers-Saison um ein paar weitere Tage zu verlängern.

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