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Die erste Mannschaft fürs Finale der Western Conference in den Stanley Cup Playoffs steht fest. Die Dallas Stars gewannen am Freitag in Spiel 6 der zweiten Runde mit 2:1 bei den Colorado Avalanche in der Ball Arena. Der entscheidende Treffer fiel in der zweiten Verlängerung. Torschütze des Siegtreffers für die Mannschaft von Trainer Peter DeBoer war ein guter, alter Bekannter in Denver, der dort allerdings nie zu 100 Prozent zu überzeugen wusste: Matt Duchene. Auf Vorlage von Joe Pavelski überwand er Alexandar Georgiev im Tor der Gastgeber nach 91:42 Minuten Spielzeit

Ausgerechnet Duchene

Ausgerechnet Duchene, mögen sich die Fans der Avalanche da denken. Der Kanadier war von Colorado beim NHL Draft 2009 mit großen Hoffnungen in der ersten Runde an dritter Stelle gezogen worden. So richtig überzeugen konnte er in Denver allerdings nicht. Als Teil eines drei Teams umfassenden Trades wurde er am 5. November 2017 zu den Ottawa Senators transferiert. In der darauffolgenden Spielzeit wurde er von den Senators zu den Columbus Blue Jackets geschickt. Danach heuerte er bei den Nashville Predators an, in deren Trikot ihm 2021/22 mit 86 Scorerpunkten (43-43) seine bislang beste Saison gelang. In Colorado waren für ihn 70 Punkte (23-47) in der Saison 2013/14 das höchste der Gefühle. Seit dieser Saison spielt der Routinier für Dallas.

DAL@COL R2, Sp6: Duchene versenkt Nachschuss in 2OT

Duchene sah sein Team im Vorteil, je länger das Spiel dauerte. „Ich habe auf den Monitor geschaut und die Eiszeit verglichen. Und die die Top-Spieler der Avalanche hatten viel mehr Eiszeit als unsere“, berichtete er dem Fernsehsender TSN. Es sei vor allem die Tiefe des Kaders, die der Mannschaft zugutegekommen sei. „Die Jungs schlucken ihre Egos und ihren Stolz herunter. Sie akzeptieren ihre Rolle und unterstützen damit die Mannschaft“, sagte er. Die aktuelle Ausgabe der Stars sei die wahre Definition eines Teams.

Besondere Situation

„Ich wusste: Je länger es noch dauert, desto mehr profitieren wir davon.“ Daran, womöglich eine entscheidende Rolle zu spielen, habe er aber nicht gedacht. „Wenn man so weit in einem Spiel kommt, denkt man immer nur an den nächsten Wechsel.“ Für Duchene war es das dritte Tor, das er in den Playoffs in einer Verlängerung geschossen hat.

Selbstverständlich war es für Duchene eine besondere Situation, in der Arena, in der er so lange gespielt hat, das entscheidende Tor zu erzielen. „Ich habe viele gute Erinnerungen an meine Zeit hier. Es war für mich eine Ehre, ein Teil der Organisation zu sein.“ Aber Gott habe einen Plan für ihn, und den lebe er gerade.

Rantanens Führung nicht genug

Mikko Rantanen hatte Colorado in einem ausgeglichenen Spiel in Führung gebracht. Der Finne fand im Powerplay und aus kurzer Distanz präzise die Lücke über der linken Schulter von Jake Oettinger im Tor der Stars zur 1:0-Führung der Gastgeber (26.). Stars-Verteidiger Esa Lindell kam in dieser Szene zu spät und konnte Rantanen nicht mehr entscheidend stören. Matt Duchene saß bei den Gästen in dieser Szene auf der Strafbank. Es war eine von zwei Strafzeiten, die die Schiedsrichter in der regulären Spielzeit verhängten. Die andere musste Avalanche-Verteidiger Josh Manson absitzen. Ansonsten waren beide Teams redlich bemüht, dem Kontrahenten keine Möglichkeit in Überzahl zu ermöglichen.

DAL@COL R2, Sp6: Rantanen netzt hoch im Powerplay ein

Die Texaner kamen zu Beginn des dritten Drittels zum Ausgleich. Den besorgte der Kapitän persönlich. Jamie Benn hängte bei einem Konter sowohl Casey Mittelstadt als auch Zach Parise ab und hatte nach dem Zuspiel von Evgenii Dadonov keine Mühe, Georgiev zu bezwingen. Ansonsten hatten die Abwehrreihen auf beiden Seiten das Geschehen weitgehend im Griff. Dallas hatte bis zum Ende der regulären Spielzeit 23 Schüsse auf Georgiev abgefeuert, die Gastgeber 21 auf Oettinger.

Enttäuschter Bednar

Für Avalanche-Coach Jared Bednar war der Auftritt vor den Journalisten nach der Partie „die schlimmste Pressekonferenz des Jahres. Man investiert so viel. Und wenn es nicht reicht, dann ist das kein gutes Gefühl.“ Das Ausscheiden sei ernüchternd. Seine Jungs hätten jeden Wechsel sehr engagiert gespielt. „Beide Seiten haben hart gespielt. Wir waren leider nicht in der Lage zu gewinnen“, meinte er sichtlich enttäuscht.

Einen Vorwurf in Richtung Mannschaft gab es aber nicht: „Das Einzige, was wir von den Spielern verlangen, ist, dass sie ihr Bestes geben. Das haben sie getan. Aber es hat eben nicht gereicht. Ich bin stolz auf unser Team.“ Wie das in der kommenden Saison aussehen werde, sei noch nicht klar. Aber er hoffe, dass zum Beispiel Jonathan Drouin bleiben werde. Dieser habe sich enorm verbessert. „Aber klar, im Sommer gibt es immer Veränderungen in einer Mannschaft. Das ist Teil des Geschäfts.“

Gefühlsmäßig sei es in den Playoffs immer eine Achterbahnfahrt. Nach den Spielen sei man entweder total glücklich oder niedergeschlagen. Dann komme es darauf an, das Ganze wieder auf ein normales Level zu bringen. Besonders hart sei es für Routiniers wie Parise, bei denen man ja nie wisse, ob es vielleicht ihre letzte Chance gewesen sei, einen Titel zu gewinnen.

Das traut Bednar durchaus den Stars zu. „Sie haben alles, was man braucht, um den Cup zu holen. Sie sind sehr diszipliniert, haben einen tiefen Kader, sehr gute Torhüter und fantastische Trainer.“

Für Dallas ist es die dritte Teilnahme am Finale der Western Conference in den vergangenen fünf Spielzeiten. Das Team trifft dort auf den Sieger der Serie zwischen den Edmonton Oilers und den Vancouver Canucks. Vancouver führt aktuell mit 3:2 Siegen.

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