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Der Start für die reguläre Saison 2020/21 in der NHL ist für den 13. Januar vorgesehen. Zur Einstimmung präsentiert NHL.com/de eine Serie mit den drei wichtigsten Fragen, mit denen sich die 31 Teams auseinandersetzen müssen.
In dieser Ausgabe: Boston Bruins

Eine famose Hauptrunde spielten die Boston Bruins in der Saison 2019/20, ehe sie durch die Unterbrechung aufgrund der Corona-Pandemie von März bis Juli aus dem Tritt gebracht wurden. Als Spitzenreiter der Liga erreichten die Bruins als einzige Mannschaft die 100-Punkte-Marke, stellten mit nur 174 Gegentoren die beste Defensive der Liga und konnten eine Tordifferenz von 53 aufweisen, ebenfalls NHL-Bestwert.
Der Neustart in der Blase in Toronto bekam den Bruins nicht gut. In der Platzierungsrunde im Osten mussten sie sich den drei anderen Mannschaften geschlagen geben. Als letztplatzierter der vier Top-Teams ging es in die Stanley Cup Playoffs. Während die Carolina Hurricanes mit einem klaren 4:1 keine Hürde darstellten, musste der Vorrunden-Krösus bereits in der zweiten Runde gegen die Tampa Bay Lightning, dem späteren Stanley Cup Gewinner, die Segel streichen und unterlag mit 1:4 deutlich.
\[Schauen Sie sich die drei größten Fragen an, mit denen jedes NHL-Team in die Saison 2020/21 geht\]
In der Zeit zwischen den beiden Spielzeiten veränderte sich der Kader der Bruins merklich. Mit Kapitän Zdeno Chara und Torey Krug wandten sich zwei wichtige Verteidiger neuen Mannschaften zu und sorgten für einige Fragen, die es in der Saison zu beantworten gilt.
Wer füllt das Führungsvakuum?
Mit Chara verlieren die Bruins ihren unangefochtenen Anführer. Der 2,05-Meter-Hühne war nicht zuletzt aufgrund seiner Größe ein Anker im Spiel Bostons. Als Kapitän trug er seit seiner Ankunft in Boston das "C" auf der Brust und absolvierte in den 14 Jahren seit der Saison 2006/07 1.023 Hauptrunden- und 150 Playoff-Partien für die Bruins. Ohne Frage war der mittlerweile 43-Jährige der wichtigste Wortführer in der Kabine und sorgte, aufgrund seiner Erfahrung für die notwendige Ruhe in Bostons Defensive.
In Zukunft wird Chara das Trikot der Washington Capitals überstreifen und in der MassMutual NHL East Division nur noch als Gast nach Boston reisen. Die Bruins müssen das Vakuum in der Kabine füllen.
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Mit Patrice Bergeron gab Boston am 7. Januar den künftigen Kapitän bekannt. Bergeron wird der 20. Spielführer der Franchise-Geschichte sein. "Kapitän einer Original-Six-Franchise zu sein ist eine Ehre", leitete Bruins Eigentümer Jeremy Jacobs ein. "Es ist eine Rolle, die mit so viel Verantwortung gegenüber den Mitspielern und Fans einhergeht. Ich habe keine Zweifel, dass Patrice der geborene Nachfolger für diese Rolle ist und er wird diese Franchise sehr gut repräsentieren."
Wird die Defensive weiter so stabil stehen?
Das defensive Top-Team musste mit Chara und Krug zwei wichtige Bausteine in der eigenen Zone ziehen lassen. Während Chara die defensive Komponente beisteuerte, war Krug der wichtigste Aufbauspieler. 40 Vorlagen markierten den teaminternen Bestwert unter den Verteidigern und auch seine neun Treffer wurden von keinem anderen Blueliner übertroffen.
Chara und Krug bekamen von Trainer Bruce Cassidy mit die meiste Eiszeit im Team der Bruins. Mit 21:01 Minuten (Chara) und 20:29 Minuten (Krug) rangierten sie in dieser Statistik nur hinter Charlie McAvoy mit 23:10 Minuten. Der Verlust der beiden Verteidiger reist ein deutliches Loch und lässt Zweifel aufkommen, ob die Bruins auch in der kommenden Spielzeit die beste Defensive der NHL stellen können.

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Mit den zwei frei gewordenen Stellen gilt es für die Spieler aus der zweiten Reihe den nächsten Schritt zu machen und sich für die Positionen zu empfehlen. Mit Jeremy Lauzon steht ein 23-Jähriger in den Startlöchern und auch Matt Grzelcyk scheint nach seiner Vertragsverlängerung um vier Jahre auf dem Sprung zu mehr Verantwortung in der Bruins-Defensive.
Wann können Marchand, Pastrnak und Bergeron wieder gemeinsam auftrumpfen?
Die Angriffsformation mit Bergeron, Brad Marchand und David Pastrnak war eine der gefürchtetsten in der Saison 2019/20. Gemeinsam sammelten sie 238 Punkte und erzielten 107 der 227 Tore der Bruins. Die Torerfolge zeigen, wie abhängig Boston von der Produktion der Top-Reihe war. In den Playoffs fiel die Ausbeute der drei Hauptrunden-Top-Scorer etwa auf 30 Punkte, wobei Pasternak auch drei der 13 Partien verpasste. Mit David Krejci mauserte sich ein anderer Angreifer zum besten Punktesammler in der Schlussrunde.
Wenn die Bruins in der kommenden Saison erfolgreich sein wollen, muss die Reihe um Torjäger Pastrnak wieder zu der Hauptrunden-Form finden. Hoffnung dazu bereitet auch Marchand, der sich in der Pause zwischen den beiden Spielzeiten einer Operation unterzogen hat. Seit über zwei Jahren konnte Marchand aufgrund einer Unterkörperverletzung nicht seine volle Leistung abrufen. "Ich habe oft Ruhepausen eingelegt. In der Blase habe ich nicht wirklich trainiert", sagte Marchand nachdem er die OP überstanden hatte und wieder auf dem Eis stand. "Ich habe Zeit gebraucht, um mich zu erholen, weil ich starke Schmerzen hatte, die mich jeden Tag beeinträchtigt haben."

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Im Gegensatz zu Marchand, der zu Saisonbeginn wieder mitwirken dürfte, dauert die Erholung bei Pastrnak länger. Im September unterzog sich der Tscheche einer Hüft-Operation und wird den Saisonstart voraussichtlich verpassen.
Sobald die Formation mit den beiden Rekonvaleszenten und dem Neu-Kapitän Bergeron wieder vereint ist, wird es spannend zu sehen, was sie, befreit von schmerzenden Verletzungen, auf die Eisfläche zaubern können.